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„Was isst du dann?“ – Die Frage, die mir als Lebensmittelunverträglichkeit-Betroffene hundertfach gestellt wurde

Deborah Keller4 Min. Lesezeit
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„Was isst du dann?“ – Die Frage, die mir als Lebensmittelunverträglichkeit-Betroffene hundertfach gestellt wurde — Gesundheit
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Wenn jemand erfährt, dass ich mehrere Lebensmittelunverträglichkeiten habe, ist die erste Frage fast immer dieselbe: „Was isst du dann?“ Wenn du auch betroffen bist, wirst du diese Frage sicher nicht nur einmal oder zehnmal, sondern vielleicht hundert- oder tausendfach hören.

Lange Zeit war ich verunsichert, wenn mich jemand danach fragte. Anfangs dachte ich oft: „Oh Gott, was werde ich jetzt noch essen?“ Ich ernähre mich seit Jahren gluten-, milch- und eifrei, doch am Anfang schienen die vielen Einschränkungen wirklich eine große Herausforderung. Mit der Zeit habe ich jedoch gelernt, Essen, Zutaten – und mich selbst – anders zu sehen. Heute weiß ich: Das ist kein Zwang, sondern eine bewusste Entscheidung, mit der ich mich in meiner Haut viel wohler fühle.

Nicht Diät, sondern Lebensstil – meine Gesundheit steht nicht zur Debatte

Vor allem ist mir wichtig klarzustellen, dass ich keinem Trend folge und keine „Mode-Diät“ mache. Aber es ist völlig okay, wenn sich jemand freiwillig so entscheidet. Ich höre einfach auf die Signale meines Körpers. Für mich war das vollständige Weglassen bestimmter Zutaten keine Wahl, sondern eine echte gesundheitliche Notwendigkeit, die eine komplette Umstellung meiner Ernährung erforderte.

Viele verstehen nicht, dass der Verzicht auf Gluten, Milch und Ei kein Verzicht sein muss – im Gegenteil, für mich ist es der einzige Weg zu mehr Gesundheit.

Deshalb hilft es nicht, wenn jemand mitleidig fragt: „Du kannst dann ja fast nichts essen, oder?“ Meine Antwort ist immer dieselbe: Doch, ich esse sehr viel – nur eben mit anderen Zutaten als du.

Neue Zutaten, neue Chancen

Am Anfang war es natürlich beängstigend. Die vertrauten Zutaten fielen weg, und ich stand ratlos im Supermarkt, mit vielen Rezeptideen im Kopf, die ich plötzlich nicht mehr auf meine Ernährung übertragen konnte. Doch mit der Zeit wurde ich sicherer.

Ich lernte, neue Zutaten zu verwenden: Hirse, Buchweizen, Quinoa, pflanzliche Milchsorten, glutenfreie Mehle, Nussmus und natürliche Süßungsmittel – um nur einige zu nennen. Meine Küche ist heute nicht nur alles andere als karg, sondern vielleicht sogar kreativer als je zuvor. Ich entdeckte, wie viele Gerichte ohne Ei gelingen und wie viele natürliche Köstlichkeiten meinen Körper unterstützen, statt ihn zu belasten.

Gesundheitsbewusstsein ist mehr als ein Trend

Mir ist wichtig, dass meine Ernährung nicht nur frei von bestimmten Zutaten ist, sondern auch nährstoffreich. Deshalb setze ich auf hochwertige, saisonale Zutaten, viel Gemüse, Obst und vollwertige pflanzliche Lebensmittel. Für mich bedeutet Gesundheitsbewusstsein nicht, Dinge auszuschließen, sondern bewusst zu wählen, was ich esse und trinke.

Viele denken, eine „freie“ Ernährung sei langweilig oder eintönig. Meine Erfahrung zeigt genau das Gegenteil: Meine Gerichte sind bunt, abwechslungsreich und lecker – und ich fühle mich dadurch besser.

Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch mal gern ein glutenfreies Langos, eine Pizza oder einen Burger genieße – ich glaube fest daran, dass solche Genüsse in eine durchdachte Ernährung passen.

Die Frage, die man lieber nicht stellt (zumindest nicht so)

Mein Tipp an alle, die keine Lebensmittelunverträglichkeit haben, aber jemanden kennen, der betroffen ist: Seid nicht mitleidig und fragt nicht ständig: „Was kannst du denn überhaupt noch essen?“ Diese Frage – auch wenn sie gut gemeint ist – kann verletzend sein, besonders wenn sie immer mit dem Unterton kommt: „Ach, du Arme, dann kannst du ja fast nichts mehr essen, oder?“

Besser ist es, zu fragen: „Was ist dein Lieblingsessen?“ oder „Kannst du mir ein gutes Rezept ohne die Zutaten empfehlen?“ So zeigst du Interesse, Offenheit und Unterstützung statt Mitleid oder Unverständnis.

Das ist mein Weg – und ich fühle mich besser damit

Lebensmittelunverträglichkeit zu haben ist nicht leicht – aber auch kein Drama. Es hat Zeit, Geduld und Offenheit gebraucht, bis ich meinen Weg gefunden habe, und heute empfinde ich es nicht als Last. Vielmehr als eine neue Perspektive, die mir hilft, besser auf mich, meine Gesundheit und meine Ernährung zu achten.

Ich erwarte nicht, dass jeder nachvollziehen kann, wie es ist, gluten-, milch- und größtenteils eifrei zu leben – aber wenn wir einander mehr Aufmerksamkeit schenken, gibt es weniger Missverständnisse und mehr Akzeptanz auch am gemeinsamen Tisch.

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