In vielen Kulturen galten Muttermale nie als bloße Pigmentflecken. Der alte Volksglaube kannte drei besondere Stellen am Körper, an denen ein Muttermal als Zeichen einer verborgenen inneren Kraft gedeutet wurde – als stille Botschaft, die der Körper schon bei der Geburt mit sich trägt. Was steckt dahinter, und was könnte es für dich bedeuten?
1. In der Handfläche oder an der Innenseite des Handgelenks
Ein Muttermal in der Handfläche galt in vielen Überlieferungen als das Zeichen der heilenden Hände. Menschen, die es hier tragen, sollen eine besondere Ruhe ausstrahlen – eine, die andere geradezu magisch anzieht. Es muss sich dabei nicht um Ärzte oder Therapeuten handeln. Gemeint sind eher jene Menschen, zu denen andere instinktiv gehen, wenn sie Trost, Verständnis oder einfach eine beruhigende Gegenwart suchen.
Wer das Muttermal an der Innenseite des Handgelenks trägt – genau dort, wo man den Puls fühlt – dem schrieb der Volksglauben eine tiefe Empathie zu. Solche Menschen spüren, wenn jemand leidet, oft noch bevor ein einziges Wort gesprochen wurde.
2. In der Mitte des Rückens, entlang der Wirbelsäule
Ein Muttermal nahe der Wirbelsäule wurde als Zeichen von Stärke und Ausdauer gedeutet. Der Glaube dahinter: Wer dieses Mal trägt, hat eine Seele, die dem Körper buchstäblich Halt gibt – auch in den schwersten Momenten, selbst wenn man von außen zerbrechlich wirkt.
Dieses Zeichen wurde in manchen Überlieferungen auch das Mal des Familienhüters genannt. Man glaubte, dass solche Menschen in Krisenzeiten unwillkürlich die Last anderer auf sich nehmen – und die Menschen um sie herum zusammenhalten, ohne dass es jemand von ihnen verlangt. Hast du dich schon einmal dabei ertappt, mitten im Chaos plötzlich der ruhige Pol zu sein? Vielleicht ist das kein Zufall.
3. An der Stirn oder an der Schläfe
Der dritte Ort mit besonderer Bedeutung liegt im Bereich der Stirn oder der Schläfe – nahe jenem Punkt, den viele als Sitz des inneren Auges oder der Intuition bezeichnen. Wer hier ein Muttermal trägt, dem wurden von alters her starke Vorahnungen und ein feines Gespür für die Wahrheit zugesprochen.
Solche Menschen erkennen oft instinktiv, wenn etwas nicht stimmt – ohne es begründen zu können. Sie wissen Dinge, ohne zu wissen, woher sie es wissen. Die alten Volksweisen nannten dieses Mal schlicht das Zeichen der Sehergabe und glaubten, wer es trägt, lerne mit der Zeit, diese besondere Sensibilität zu lenken – wenn er ihr nur zuhört.
Natürlich wissen wir heute, dass die Lage eines Muttermals eine biologische und genetische Frage ist, kein Schicksalszeichen. Und doch liegt etwas Tröstliches darin, wie alte Überlieferungen den kleinen, einzigartigen Zeichen unseres Körpers eine Geschichte gegeben haben. Vielleicht ist genau das ihr Zauber: Sie bieten keinen Beweis – aber eine Erzählung, an der man sich festhalten kann, wenn man seinen Platz in der Welt sucht.
Sind Muttermale wirklich ein Zeichen besonderer Fähigkeiten?
Aus wissenschaftlicher Sicht nein – Muttermale entstehen durch Ansammlungen von Pigmentzellen und haben keine übernatürliche Bedeutung. Der Volksglauben interpretierte sie jedoch als symbolische Botschaften des Körpers, was vor allem als kulturelles Deutungsangebot zu verstehen ist.
Welche der drei Stellen gilt als besonders selten?
Laut dem im Artikel beschriebenen Volksglauben gilt das Muttermal an der Stirn oder Schläfe als das bedeutungsvollste – es wurde mit dem sogenannten „inneren Auge" und der Gabe der Intuition verbunden.
Was bedeutet ein Muttermal an der Innenseite des Handgelenks?
Der Überlieferung nach steht es für eine ausgeprägte Empathie: Menschen mit diesem Zeichen sollen den Schmerz anderer spüren, noch bevor dieser ausgesprochen wird – ein stilles Zeichen einer tief empfindenden Seele.
Muss ich an Esoterik glauben, um diese Bedeutungen interessant zu finden?
Nicht unbedingt. Wie der Artikel selbst betont, liegt der Reiz dieser alten Deutungen weniger im Glauben als solchen, sondern darin, dass sie unseren körperlichen Merkmalen eine Geschichte und damit eine Art Sinn geben.











