Es gibt diesen Moment, in dem man die frisch gewaschene Wäsche aus der Trommel zieht, daran riecht – und stutzt. Nicht sauber, nicht schmutzig, sondern irgendwie abgestanden. Die meisten greifen dann zu mehr Waschmittel oder mehr Weichspüler, und genau das verschlimmert die Sache. Eine Waschmaschine, die riecht, hat fast immer ein Ablagerungsproblem, kein Waschmittelproblem. Die gute Nachricht: Mit einer halben Stunde alle paar Wochen ist das Thema erledigt.
Warum die Maschine überhaupt riecht
Moderne Waschprogramme laufen aus gutem Grund bei niedrigen Temperaturen. Sie sparen Energie, sie schonen Textilien – aber sie töten nichts ab und lösen Fett nur unzureichend. Übrig bleibt ein Film aus Waschmittelresten, Hautschuppen, Faserresten und Weichspüler, der sich in Falten, Schläuchen und Kanälen festsetzt. In dieser feuchten, lauwarmen Umgebung fühlen sich Bakterien und Schimmelsporen wohl. Was man als Geruch wahrnimmt, ist im Grunde dieser Belag.
Die vier Stellen, die wirklich zählen
Erstens die Türmanschette bei Frontladern. Zieh die Gummifalte vorsichtig nach außen und wisch mit einem feuchten Tuch durch – dort sammeln sich Haare, Flusen, manchmal kleine Münzen und ein grauer Belag. Das ist bei den meisten Maschinen die Hauptursache.
Zweitens das Waschmittelfach. Es lässt sich bei fast allen Geräten komplett herausziehen (meist über einen kleinen Drücker in der Mitte). Im warmen Wasser mit einer alten Zahnbürste schrubben, besonders die Ecken und die Unterseite des Deckels. Auch den Schacht, in dem das Fach sitzt, mit dem Tuch auswischen.
Drittens das Flusensieb unten hinter der kleinen Klappe. Davor ein flaches Gefäß und ein Handtuch legen, denn es läuft Restwasser aus. Sieb herausdrehen, Flusen entfernen, abspülen, zurückschrauben – und zwar fest, sonst tropft es beim nächsten Waschgang.
Viertens die Trommel selbst. Sie wird durch einen heißen Leerlauf gereinigt: 90 Grad, Koch- oder Pflegeprogramm, ohne Wäsche. Das löst Fettrückstände, die bei 30 Grad einfach liegen bleiben.
Die Gewohnheiten, die Geruch gar nicht erst entstehen lassen
Tür und Waschmittelfach nach jedem Waschgang einen Spalt offen lassen – das ist der wirksamste Einzelschritt überhaupt, weil die Maschine dann trocknet. Wäsche nicht stundenlang in der Trommel liegen lassen. Weniger Weichspüler verwenden, denn er legt sich als Film sowohl auf Textilien als auch auf Bauteile. Und die Waschmitteldosierung an die Wasserhärte anpassen: Bei weichem Wasser reicht deutlich weniger als die Packung vorschlägt, bei hartem Wasser hilft ein Enthärter mehr als eine doppelte Portion Pulver.
Praktisch ist außerdem, regelmäßig ein Vollwaschmittel in Pulverform einzusetzen – etwa für Handtücher und Bettwäsche. Es enthält in der Regel Bleichkomponenten, die der Trommel guttun, während Flüssigwaschmittel das nicht leisten.
Wie oft sollte man die Waschmaschine reinigen?
Für einen normalen Haushalt reicht ein heißer Leerlauf etwa einmal im Monat, bei intensiver Nutzung oder wenn viel bei niedrigen Temperaturen gewaschen wird, eher alle drei bis vier Wochen. Manschette und Waschmittelfach kannst du nebenbei alle ein bis zwei Wochen auswischen, das Flusensieb etwa vierteljährlich – oder immer dann, wenn das Abpumpen länger dauert als sonst.
Hilft Essig in der Waschmaschine wirklich?
Essig löst Kalk zuverlässig, gilt in Waschmaschinen aber als heikel, weil die Säure auf Dauer Gummidichtungen und Metallteile angreifen kann – viele Hersteller raten deshalb davon ab. Wer ein Hausmittel möchte, fährt mit Zitronensäure in Pulverform im heißen Leerlauf meist besser; ansonsten tun es ein Maschinenreiniger aus dem Handel oder schlicht eine Portion Vollwaschmittelpulver bei 90 Grad. Bleibt der Geruch trotz aller Maßnahmen, lohnt ein Blick in die Bedienungsanleitung oder der Anruf beim Kundendienst, denn dann kann auch der Ablaufschlauch oder der Siphon die Quelle sein.










