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Wie viele Freunde braucht man zum Glücklichsein? Eine überraschende Erkenntnis

Elisabeth Müller4 Min. Lesezeit
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Wie viele Freunde braucht man zum Glücklichsein? Eine überraschende Erkenntnis — Familie
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Ich habe mich gefragt: Wie viele Freunde brauche ich eigentlich zum Glücklichsein? Ist dir schon mal aufgefallen, dass oft, wenn eine Freundschaft in den Hintergrund rückt oder sogar endet, fast sofort jemand Neues in dein Leben tritt? Bei mir war das in den letzten Jahren immer wieder so. Es scheint, als gäbe es ein unsichtbares Gleichgewicht, das dafür sorgt, dass nie mehr als fünf Menschen wirklich nah bei mir sind. Wenn jemand ging, tauchte bald – ganz ohne Suche – eine andere Person auf, mit der ich sofort eine tiefe Verbindung spürte.

Ich habe Freunde, die seit Jahrzehnten an meiner Seite sind, und andere, die ich erst vor ein paar Jahren näher kennengelernt habe, die aber sofort mein Herz erobert haben. Wenn ich auf die letzten fünfzehn bis zwanzig Jahre zurückblicke, war mein „enger Kreis“ fast immer gleich groß, nur die Personen wechselten hier und da. Und während ich mich veränderte, veränderten sich auch meine Beziehungen. Neue Interessen, neue Lebensphasen, neue Menschen – doch die Zahl blieb immer ungefähr gleich.

Hier zählt wirklich nicht die Menge

Als Teenager war es undenkbar, keine große Freundesgruppe zu haben. Mein Nebenjob im Gastgewerbe während der Schulzeit ließ das aber kaum zu – ob ich wollte oder nicht, lernte ich fast jeden Tag neue Menschen kennen. Trotzdem war die Zahl meiner engen Freunde damals schon begrenzt, und das störte mich überhaupt nicht. Ich merkte, dass genau dieser kleine Kreis mir die Sicherheit und Nähe gibt, die ich brauche.

Eine Freundschaft muss nicht ewig dauern, um wertvoll zu sein

Interessante Studien zeigen, wie wichtig Freundschaft für unser Wohlbefinden ist. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2022 fand zum Beispiel heraus, dass Frauen mit besten Freundinnen eine höhere Lebenszufriedenheit berichten.

Außerdem lassen häufigere Treffen mit Freunden uns jünger fühlen – wir empfinden unser subjektives Alter als niedriger, wenn wir mehr Zeit mit Freunden verbringen.

Jeffrey Hall, Kommunikationsprofessor an der University of Kansas, erklärt, dass wenn wir die negativen Auswirkungen von Einsamkeit auf die Gesundheit mildern wollen, das Wichtigste ist, mindestens eine wichtige Person im Leben zu haben. Egal ob Freund, Partner, Nachbar oder jemand anderes – es macht einen großen Unterschied, wenn man sich auf wenigstens eine Person verlassen kann.

Es ist also erwiesen, dass nur wenige enge Freunde ausreichen, um das Leben erfüllter zu fühlen. Gleichzeitig hängt es auch davon ab, wie gesellig jemand ist: Für Introvertierte sind ein bis zwei Menschen oft völlig ausreichend, während Extrovertierte eher einen größeren Freundeskreis bevorzugen.

Solange es hält, ist es vollständig

Ich habe meine Freundschaften immer so erlebt, dass sie so lange voll und ganz da sind, wie sie dauern. Wenn ich mit jemandem auf einer Wellenlänge bin, lasse ich mich treiben und genieße, was die Verbindung schenkt. Wenn sich unsere Wege trennen, blicke ich nie mit Groll zurück, sondern mit Dankbarkeit – denn gemeinsame Erlebnisse und Erkenntnisse verschwinden nicht einfach, sie bereichern uns. Ich sehe diese Beziehungen so, dass wir genau dann und dort einander gebraucht haben. Wir haben uns unterstützt und bereichert, und wenn die Geschichte endet, ist das auch in Ordnung.

Vielleicht bewahrt mich diese Haltung davor, krampfhaft an alten Bindungen festzuhalten? Und vielleicht ist das der Grund, warum nach Abschieden oft ganz ohne Suche neue Verbindungen entstehen?

Jetzt, wo meine Tochter immer selbstständiger wird und mich nicht mehr ständig braucht, finde auch ich langsam wieder zu mir selbst zurück. Ich entdecke den Geschmack von Freiheit neu, und meine Freunde spielen dabei eine besonders große Rolle. Gespräche sind nicht mehr nur schnelles Dampfablassen, sondern echte Verbindungen, gemeinsame Freude und diese kindliche Leichtigkeit, die ich lange nicht gespürt habe.

Es tut gut, mir wieder zu erlauben, nicht nur Mutter, Partnerin oder Kollegin zu sein, sondern einfach Freundin – die gibt und nimmt, wächst und auftankt an der Seite ihrer Liebsten.

Deshalb fühle ich heute noch stärker: Nicht die Anzahl der Freunde zählt, sondern die Tiefe der gemeinsam verbrachten Momente macht glücklich. Und je mehr sich mein Leben verändert, desto mehr gewinnt jede einzelne Verbindung an Bedeutung – zur richtigen Zeit und in ihrer ganzen Fülle.

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