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Zu viel Salz schadet dem Gedächtnis – das zeigt eine neue Studie

Deborah Keller3 Min. Lesezeit
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Zu viel Salz schadet dem Gedächtnis – das zeigt eine neue Studie — Gesundheit
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Salz stand bisher vor allem im Zusammenhang mit Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder Wassereinlagerungen in der Kritik. Doch eine neue australische Studie liefert einen alarmierenden Befund: Zu viel Natrium könnte auch die Gehirnfunktion ernsthaft beeinträchtigen – und den Gedächtnisabbau deutlich beschleunigen. Besonders betroffen sind offenbar ältere Männer.

Besonders bemerkenswert: An der Studie nahmen Menschen teil, die zu Beginn keinerlei kognitive Beschwerden hatten. Die Forscher wollten herausfinden, wie sich die alltägliche Ernährung langfristig auf ein gesundes, normal funktionierendes Gehirn auswirkt.

Sechs Jahre lang beobachtet – über 1.200 Teilnehmer

Die Studie wurde von Forschern aus acht australischen Universitäten durchgeführt. Die Ergebnisse erscheinen in der Juni-Ausgabe 2026 des Fachmagazins Neurobiology of Aging. Die Wissenschaftler analysierten die Daten von mehr als 1.200 Personen mit einem Durchschnittsalter von 71 Jahren über einen Zeitraum von sechs Jahren.

Die Teilnehmer berichteten regelmäßig über ihren Salzkonsum und unterzogen sich alle eineinhalb Jahre ausführlichen neuropsychologischen Tests. Dabei wurde unter anderem das sogenannte episodische Gedächtnis untersucht – also die Fähigkeit, vergangene Ereignisse, Erlebnisse und persönliche Erfahrungen abzurufen.

Diese Gedächtnisfunktion ist besonders relevant für die Früherkennung von Alzheimer, da sie häufig als eine der ersten Bereiche betroffen ist, in denen ein Abbau sichtbar wird.

Mehr Salz, schnellerer Gedächtnisschwund

Das zentrale Ergebnis der Studie: Bei älteren Männern, die mehr Natrium zu sich nahmen, war der Gedächtnisabbau deutlich schneller. Vor allem die Abruffähigkeit nahm stärker ab – ein Befund, den Experten als mögliches Frühwarnsignal für Alzheimer werten.

Interessanterweise zeigte sich bei Frauen kein vergleichbar klarer Zusammenhang. Die Forscher vermuten, dass dies unter anderem daran liegt, dass Männer im Durchschnitt mehr Salz konsumieren als Frauen.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis: Der Effekt des Salzkonsums schien unabhängig von genetischen Risikofaktoren aufzutreten. Auch bei Personen ohne das bekannte Alzheimer-Risikogens APOE-ε4 war der Zusammenhang nachweisbar.

Was passiert dabei im Gehirn?

Fachleute erklären, dass übermäßige Natriumzufuhr das Gehirn auf mehreren Wegen schädigen kann.

Ein zentraler Faktor ist die Verschlechterung der Gefäßgesundheit. Hohe Natriummengen belasten langfristig das Gefäßsystem – und damit auch die Blutversorgung des Gehirns. Gleichzeitig können sie Entzündungsprozesse im Körper fördern, die ebenfalls mit kognitivem Abbau in Verbindung stehen.

Die Forscher weisen außerdem auf einen weiteren möglichen Mechanismus hin: Salz könnte mit der Ansammlung sogenannter Tau-Proteine zusammenhängen. Diese „Verklumpungen" im Gehirn gelten als eines der bekanntesten biologischen Merkmale der Alzheimer-Krankheit.

Das betrifft nicht nur ältere Menschen

Auch wenn die Studie vor allem ältere Erwachsene untersuchte, betonen die Experten: Die Botschaft ist für alle Altersgruppen relevant.

Die moderne westliche Ernährung steckt voller verstecktem Salz – in Fertiggerichten, Wurstwaren, Chips, Soßen und Fast Food nehmen wir oft weit mehr Natrium zu uns, als uns bewusst ist.

Die WHO empfiehlt, dass Erwachsene nicht mehr als 5 Gramm Salz pro Tag zu sich nehmen sollten. Die meisten Menschen überschreiten diesen Wert jedoch deutlich.

Dabei glauben viele, es komme nur auf das Nachsalzen beim Kochen an – dabei stammt der Großteil der täglichen Natriumzufuhr aus verarbeiteten Lebensmitteln.

Kleine Änderungen, große Wirkung fürs Gehirn

Die gute Nachricht: Die Forscher sind überzeugt, dass eine Reduktion der Natriumzufuhr einen schützenden Effekt gegen geistigen Abbau haben kann. Das bedeutet keine drastische Diät – bereits kleine Anpassungen im Alltag können einen Unterschied machen.

Was helfen kann:

  • Frische Zutaten gegenüber Fertigprodukten bevorzugen
  • Verarbeitete Lebensmittel seltener konsumieren
  • Den Natriumgehalt auf Lebensmittelverpackungen im Blick behalten
  • Mehr Kräuter und Gewürze statt Salz verwenden
  • Ausreichend Wasser trinken

Die Studie liefert einen weiteren Beweis dafür, dass unsere Ernährung weit mehr beeinflusst als nur Körpergewicht oder Herzgesundheit – sie wirkt sich auch direkt auf die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns aus.

Was täglich auf unserem Teller landet, könnte langfristig darüber mitentscheiden, wie gut wir uns an unser Leben erinnern.

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