Doch mit der Zeit habe ich herausgefunden, welche kleinen Dinge auch ohne Geld aus einer leeren oder überfüllten Wohnung ein Zuhause machen können. Es sind keine Luxusartikel oder Designwunder, sondern einfache, alltägliche Dinge, die mir geholfen haben, mich in meiner Umgebung wohler zu fühlen – egal wo ich war.
Pflanzen – aus einem einzigen Trieb eine grüne Oase
Ich bin keine besonders erfolgreiche Zimmergärtnerin, aber ich mochte Pflanzen schon immer. Mittlerweile habe ich sogar ein paar trendigere, etwas teurere Exemplare in meiner Sammlung. Mein Favorit bleibt jedoch die Efeutute, die mit mir von Wohnung zu Wohnung gezogen ist und dabei immer mehr Triebe bekam.
Das Original habe ich wohl im Sonderangebot in einem Großhandel gekauft. Da diese Pflanze wirklich schnell wächst, konnte ich fast jede Woche einen neuen Trieb abknipsen, den ich nicht einmal einpflanzen musste. Ich füllte einfach eine leere Flasche mit Wasser, stellte den abgeschnittenen Trieb hinein und platzierte ihn auf der Fensterbank, im Bücherregal oder in einer dunklen Ecke – so brachte ich Leben in jeden Raum.
Efeututen brauchen wenig Licht und gedeihen praktisch überall. Mit ihrem Grün erwecken sie fast jede Wohnung zum Leben und verwandeln triste, halbdunkle WG-Zimmer in gemütliche Dschungel.
Fotos – Erinnerungen, die mich heim begleiten
Eine leere Wand wird schnell wohnlich mit ein paar ausgedruckten Fotos. Es braucht keinen Bilderrahmen oder eine Galerie-Wand: Ein Stück Schnur, ein paar Wäscheklammern oder etwas Klebeband reichen völlig aus.
Die Bilder – von Freunden, Familie, lachenden Momenten – haben mir auch dann geholfen, wenn ich allein in einer neuen Stadt oder Wohnung war. Sie erinnerten mich daran, wer ich bin, woher ich komme und dass ich nicht allein bin.
Farben – Wände, die mich umarmen
Mit der Zeit habe ich gemerkt: Wenn ich länger an einem Ort bleibe, lohnt es sich, das Zimmer zu streichen – auch wenn ich beim Auszug wieder zurückstreichen muss. Ein warmes Gelb, beruhigendes Grün oder Pastellblau wirken Wunder – nicht nur im Raum, sondern auch für die Stimmung.
Oft ist die Farbe günstig, besonders wenn man in Facebook-Gruppen übrig gebliebene Farbe von anderen abgreift. In einer kleinen Wohnung reicht oft schon eine einzige farbige Wand. Farben beeinflussen unsere Stimmung stark – es lohnt sich nicht, in einem Raum mit traurigem Farbton zu bleiben, wenn man die Chance hat, etwas zu verändern.
Gemütliche Ecke – ein Platz, der nur mir gehört
Ich hatte nicht immer ein Sofa oder ein eigenes Arbeitszimmer, aber ich habe mir immer eine Ecke geschaffen, die nur mir gehört. Ein Sessel am Fenster, ein weiches Kissen auf dem Boden oder eine Ecke meines Bettes, die ich tagsüber mit Decken und Kissen zum Sitzplatz umfunktionierte.
Dieser Platz war mein Rückzugsort mit Tee, Buch oder Musik am Ende des Tages und gab mir ein Gefühl von Sicherheit. In jeder Wohnung suchte ich mir so eine „Kuschelecke“, in die ich gerne zurückkehrte. Für mich ist es wichtig, dass eine Wohnung nicht nur gut aussieht und eine angenehme Atmosphäre hat, sondern dass es einen Ort gibt, an dem wir uns wirklich entspannen und wohlfühlen können – nur so fühlt man sich wirklich zuhause.
Stauraum – weil auch das Unsichtbare zählt
Wichtig ist, was wir in einer Wohnung sehen – aber auch, was wir nicht sehen. Staubsauger, Plastikboxen, Putzutensilien – wenn sie sichtbar sind, wirkt der Raum unordentlich und provisorisch.
Deshalb habe ich in jedem Zuhause versteckte Stauraumplätze gesucht: unter dem Bett, hinter dem Schrank, hinter einem Vorhang oder auf einer Galerie versteckt. Schon ein paar solcher „Unsichtbarkeiten“ verbessern das Raumgefühl enorm und helfen, den eigenen Bereich lieber anzuschauen. Wer es nicht glaubt, probiere es aus: Verstaue nur einen einzigen Gegenstand aus Küche oder Wohnzimmer, dessen Anblick dich stört, und du wirst den Unterschied spüren.
Zuhause wird eine Wohnung nicht durch Perfektion. Für mich hat sich gezeigt, was „Zuhause“ bedeutet, indem ich immer wieder mit dem gearbeitet habe, was gerade da war. Eine Pflanze, ein Foto, eine Ecke, in der ich mich wohlfühle – das formt den Raum, in dem wir wirklich wir selbst sein können. Denn Zuhause sind nicht die vier Wände, sondern das, was wir mitbringen. Von innen, nicht aus dem Ladenregal.











