Ich habe Serien schon immer geliebt, aber oft waren sie eher Hintergrundgeräusch beim Aufräumen, Putzen oder Kochen. In den letzten Jahren hat sich das geändert: Ich nehme mir bewusst Zeit fürs Serien schauen – als eine Art Ich-Zeit.
Ich habe gemerkt, wie sehr es mich auflädt, wenn ich mich wirklich hinsetze, das Handy weglege und mich von einer Geschichte mitreißen lasse. Das ist dieser kleine Moment am Tag, in dem ich nicht den Erwartungen anderer, sondern meiner eigenen Stimmung Raum gebe.
Der Zauber der Rätsel – wenn ich vom Sofa aus zur Detektivin werde
An dunklen, kühlen Abenden ist es für mich oft das Schönste, in eine spannende, geheimnisvolle Geschichte einzutauchen. Ich liebe rätselhafte, spannungsgeladene Serien – besonders die von Harlan Coben, wie Vermisst, Kein Entkommen und Bleib bei mir sind meine Favoriten.
Auch die Adaption von Elin Hilderbrands Roman Das perfekte Paar hat mich sofort gepackt, ebenso wie Good Girls, basierend auf Holly Jacksons gleichnamigem Buch, das sogar eine Art Mordhandbuch ist. Mare of Easttown mit Kate Winslet hat ebenfalls einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen – um nur einige zu nennen, die mich schnell „eingenommen“ haben.
Ich spiele gern mit dem Gedanken, wer der Täter sein könnte, achte auf kleine Hinweise und entdecke manchmal die Wahrheit sogar vor den Figuren. Diese Art von „Sofa-Detektivarbeit“ macht nicht nur Spaß, sondern regt auch zum Nachdenken an – fast wie ein interaktives Spiel.
Die Romantik der Vergangenheit – ein Kaleidoskop aus Kostümen und Gefühlen
Eine weitere große Leidenschaft von mir sind Kostümserien. Bridgerton ist mein absoluter Favorit, aber in diesem Jahr hat mir auch Die Guinness-Geschichte besonders gut gefallen. Diese Geschichten verzaubern mich nicht nur mit ihrer wunderschönen Optik, sondern auch mit ihren emotionalen Momenten.
Ich liebe es, wie die Eleganz vergangener Zeiten und die heute noch lebendigen Gefühle in ihnen aufeinandertreffen – denn trotz prunkvoller Kleider und Ballsäle leben Liebe, Sehnsucht, Enttäuschung und Selbstfindung auch heute noch in uns.
Mehr als Unterhaltung – lehrreiche Geschichten
Serien sind für mich nicht nur Ablenkung. Manche bringen mich zum Nachdenken und werden zu einer Reise zu mir selbst. Anything But hat mich zum Beispiel besonders berührt – keine typische Liebesgeschichte, sondern menschlich, ehrlich und lehrreich.
Ebenso hat mich Der Preis der Macht tief zum Nachdenken gebracht: Wie viel sind wir bereit, für Erfolg aufzugeben? Ist das ersehnte Ziel wirklich das, was uns wirklich glücklich macht? Diese Serien unterhalten nicht nur, sondern stellen Fragen, die lange im Gedächtnis bleiben.
Lange Serien, lange Erholung
Es gibt Serien, zu denen ich immer wieder gern zurückkehre – Geschichten, in denen ich immer etwas finde, mit dem ich mich identifizieren kann. Emily in Paris und Virgin River sind für mich solche: emotionale Serien, deren Figuren mit ihren alltäglichen Freuden und Kämpfen mich immer wieder berühren.
Ich mag es, wie solche Geschichten mich manchmal unterhalten, manchmal zum Nachdenken bringen und dabei ganz nebenbei entschleunigen. Diese längeren Serien über mehrere Staffeln sind für mich echte Seelenpflege – ein sicherer Ort, an den ich nach einem langen Tag gern zurückkehre.
Auf das Gleichgewicht will ich nicht verzichten
Obwohl Serien schauen eine meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen ist, ist es mir wichtig, dass es nicht die Kontrolle übernimmt. Ich versuche, das Gleichgewicht zu halten: Ich bewege mich jeden Tag ein bisschen, auch wenn es nur Fahrradfahren auf dem Heimtrainer oder Dehnen im Wohnzimmer ist – oft schaue ich dabei Serien. So tanke ich körperlich auf und gönne meiner Seele gleichzeitig Ruhe.
Ich glaube daran, dass Serien schauen wirklich entspannen kann, wenn es nicht auf Kosten anderer wertvoller Aktivitäten geht, sondern neben ihnen Platz hat. Ich liebe es genauso zu wandern, in der Natur zu sein, zu kochen oder in ein gutes Buch einzutauchen – Serien schauen ist nur eine weitere Form, wie ich mir Zeit für mich nehme, ohne etwas anderes zu vernachlässigen.
Geschichten, die mir etwas von mir zurückgeben
Serien sind für mich manchmal ein Spiegel, manchmal eine Flucht, aber immer eine Bereicherung für das, was ich bin. Nach einer Folge fühle ich oft, dass ich nicht nur entspannt bin, sondern irgendwie mehr geworden bin – durch einen neuen Gedanken, eine Erkenntnis oder ein Gefühl.
Vielleicht ist das genau der Grund, warum Serien schauen für mich echte Ich-Zeit geworden ist: Es hilft mir, runterzukommen, mich zu regenerieren und dabei zu entdecken, wie viel Kraft eine gut erzählte Geschichte haben kann.











