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Es gibt eine wissenschaftliche Erklärung dafür, warum wir unsere Katze wie ein Kind behandeln

Anita Nikolic3 Min. Lesezeit
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Es gibt eine wissenschaftliche Erklärung dafür, warum wir unsere Katze wie ein Kind behandeln — Familie

Jedes Haustier ist ein Familienmitglied, und seine Besitzer behandeln es oft wie ihr eigenes Kind. Doch Katzenliebhaber scheinen besonders verzaubert von ihren Samtpfoten zu sein. Warum ist das so?

Beginnen wir damit, dass Katzen im Gegensatz zu anderen Haustieren ihre genetische Nähe zu ihren wilden Vorfahren weitgehend bewahrt haben. Obwohl sie seit 12.000 Jahren mit Menschen zusammenleben, haben sie viele Merkmale und Fähigkeiten ihrer wilden Artgenossen behalten – zum Beispiel können sie sich noch selbst Nahrung und Schutz suchen. Gerade deshalb ist es faszinierend, dass wir diese unabhängigen Wesen oft wie Babys behandeln. Was treibt uns dazu?

Die Baby-Schema-Theorie

Ein Grund ist, dass Katzen neotenische Eigenschaften besitzen. Das bedeutet, dass sie auch als Erwachsene Merkmale behalten, die typisch für junge Tiere ihrer Art sind. Man sieht das schon äußerlich: ein großer, runder Kopf, im Verhältnis dazu riesige Augen, kleine Nase und Mund. Bei Menschen löst das automatisch eine fürsorgliche, beschützende Haltung aus – ähnlich wie bei Babys. Und genau dieses Gefühl wecken auch junge Tiere in uns.

Weil Katzen als Erwachsene noch die niedlichen Züge eines Kätzchens tragen, schmelzen wir instinktiv dahin.

Eine weitere neotenische Eigenschaft ist das Miauen. Kätzchen miauen, um von ihrer Mutter Schutz und Aufmerksamkeit zu bekommen. Als Erwachsene kommunizieren Katzen untereinander nicht mehr so, sondern miauen nur beim Menschen. Wilde Katzen miauen nicht – das Miauen ist also eine Besonderheit der Hauskatzen. Kurz gesagt: Die Katze sieht den Menschen wie einst ihre Mutter und möchte mit dem Miauen Schutz und Zuwendung erlangen.

Forscher entdeckten sogar, dass das Miauen dem Weinen von Babys ähnelt – Katzen haben im Laufe der Zeit ihren Tonfall angepasst, um besser mit uns zu kommunizieren.

Studien zeigen, dass Katzen auch auf menschliche Sprache sensibel reagieren, besonders wenn wir mit ihnen sprechen, wie mit kleinen Kindern. Sie verstehen unsere Signale und reagieren darauf, wenn wir liebevoll und sanft mit ihnen reden. Das weiß jeder Katzenbesitzer ganz genau.

Instinktive Anziehung

Ähnlich wie das Miauen ist auch das Kneten nur für uns Menschen bestimmt. Als Kätzchen kneteten sie an der Mutter, um die Milchproduktion anzuregen und so die Ernährung zu sichern; dabei entstand eine enge, liebevolle Bindung. Wenn eine erwachsene Katze knetet, ahmt sie diese Verbindung zum Menschen nach und sucht eine ähnliche Bindung.

Aus evolutionären Gründen fühlen sich Menschen instinktiv von den kindlichen Merkmalen und Lauten der Katzen angezogen.

Dass wir Katzen als niedlich und liebenswert wahrnehmen, weckt in uns den Wunsch zu sorgen und zu beschützen. Dieses fürsorgliche Verhalten stärkt die Bindung zwischen Mensch und Katze, die der Eltern-Kind-Beziehung ähnelt. Früher gab es ähnliche Studien zur Beziehung zwischen Hunden und ihren Besitzern, doch Untersuchungen mit Katzen zeigen, dass auch sie eine solche Bindung eingehen können und ihr Besitzer für sie Sicherheit bedeutet – auch wenn das viele nicht vermuten würden.

Die Anziehung ist gegenseitig: Menschen neigen dazu, ihren Katzen menschliche Eigenschaften zuzuschreiben. Eltern sehen ihre Kinder oft als kleine Wesen, und ähnlich verhalten sich Katzenbesitzer gegenüber ihren erwachsenen Samtpfoten – sie sehen in ihnen noch das Kätzchen und behandeln sie entsprechend liebevoll.

Man sagt oft, Katzen hätten den Menschen domestiziert, nicht umgekehrt – und da ist etwas Wahres dran. Diese eigenwilligen, unabhängigen Wesen suchen aus irgendeinem Grund die Gesellschaft des Menschen und schaffen es mühelos, unser Herz zu erobern. Und die Evolution scheint diese Verbindung von allen Seiten zu unterstützen.

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