Viele von uns kennen das: Essen wird nur noch zum schnellen Zwischenstopp im Alltag. Ein Stück Pizza in der kurzen Pause, eine Tütensuppe um 22 Uhr oder ein Gyros aus der Box, im Stehen gegessen. Kommt dir das bekannt vor? Mir auf jeden Fall.
Als Kind habe ich mich schon fürs Kochen interessiert und viele schöne Erinnerungen an die Küche – gelernt habe ich bei meiner Mama und Oma die Grundlagen des Backens und Kochens. Doch mit dem Erwachsenwerden gerieten diese Erinnerungen oft in den Hintergrund. Mein Alltag wurde immer hektischer, und irgendwann wurde Essen nur noch als Pflichtaufgabe gesehen, nicht als bewusster, freudvoller Moment. Aber unser Körper vergisst nicht – und irgendwann meldet er sich.
Eine Diagnose, die meinen Alltag und mein Leben veränderte
Vor einigen Jahren wurde bei mir eine Gluten-, Milch- und Eiweißunverträglichkeit festgestellt. Anfangs hatte ich viele Fragen: Wie soll ich jetzt essen? Was bedeutet das praktisch? Ich dachte an meine Lieblingsgerichte, die gemeinsamen Familienessen, Kuchen und Pizza – und fühlte mich, als würde etwas enden.
Verzweifelt suchte ich nach „freien" Alternativen, doch diese waren oft geschmacklos oder unglaublich teuer – oft beides. Da beschloss ich, die Situation selbst in die Hand zu nehmen. Wenn es so gekommen ist, wollte ich wenigstens richtig gut kochen lernen – so, dass es meinen Bedürfnissen entspricht.
Mit neuen Augen zurück in die Küche
Ich begann wieder zu kochen. Natürlich lief nicht alles glatt am Anfang. Manches ging schief, manches landete im Müll, und manches war zwar essbar, aber nur mit viel Wohlwollen als Essen zu bezeichnen. Doch ich gab nicht auf. Die Kindheitserinnerungen – der Duft frischer Kräuter, die Atmosphäre der Familienrezepte – halfen mir, das Lernen nicht als Last zu empfinden.
Je tiefer ich in die Welt der freien Zutaten eintauchte, desto mehr entdeckte ich, wie vielfältig und abwechslungsreich eine Ernährung sein kann, ohne wirklich auf etwas verzichten zu müssen – man muss nur anders denken.
Und vielleicht am wichtigsten: Ich habe gelernt, dass Kochen nicht nur praktisch ist, sondern auch eine Form von Selbstliebe sein kann.

Kein Luxus, sondern wertvolle Investition
Früher dachte ich auch, Kochen sei Zeitverschwendung. Heute sehe ich es als eine der besten Investitionen in mich selbst. Man muss nicht stundenlang in der Küche stehen und kein Profi sein. Manchmal steht in nur 10 Minuten ein köstliches Gericht auf dem Teller – bewusst ausgewählte Zutaten, die zu mir passen.
Kochen wurde zu meinem kleinen täglichen Ritual, das mir Zeit schenkt statt sie zu rauben. Es stimmt mich ein, beruhigt, entschleunigt, verbindet mich mit meinem Körper und erinnert mich daran, gut für mich zu sorgen.
Auf meine Ernährung zu achten, empfinde ich nicht als Egoismus, sondern als klare Botschaft: Ich bin mir wichtig. Dieses Gefühl wirkt sich auf alles andere in meinem Leben aus.
Auch frei von bestimmten Zutaten kann Kochen und Essen Freude machen
Wer auf eine freie Ernährungsweise umstellt, denkt oft zuerst: „Jetzt kann ich gar nichts mehr essen.“ Kommt dir das bekannt vor? So ging es mir auch. Doch nach und nach entdeckte ich, wie viele Zutaten und Geschmackswelten es gibt – und dass das Leben mit Einschränkungen nicht einschränkt, sondern kreativer macht.
Ich lernte neue Gewürze, alternative Mehle und pflanzliche Milchersatzprodukte kennen. Probierte neue Techniken aus und teilte meine Ergebnisse mit Freude – vor allem auf Instagram. Das mache ich bis heute, denn ich glaube, Wissen und Erfahrung zu teilen, ist wichtig.
Heute sage ich ganz selbstverständlich: Auch mit Einschränkungen kann man Essen genießen. Es muss kein Verzicht sein, sondern ein Neuanfang.
Kümmere dich um dich – mit einem Teller voller Essen
Wenn du vielleicht auch auf eine freie Ernährung umsteigen musst oder aus einem anderen Grund deine Ernährung oder deinen Lebensstil neu gestalten willst, hab keine Angst. Es wird sicher nicht immer leicht, aber du lernst viel über dich selbst: deinen Geschmack, deinen Körper und wie gut es sich anfühlt, zu wissen, was auf deinem Teller liegt – und dass du es mit Liebe selbst zubereitet hast.
Kochen kann für mich viel mehr sein als Rezepte befolgen oder experimentieren. Es kann bedeuten, dich mit dir selbst und dem Hier und Jetzt zu verbinden und dir immer wieder etwas Gutes zu tun – mit jedem einzelnen Bissen. Kein Luxus, keine Zeitverschwendung, sondern Selbstliebe.











