In meiner Küche gibt es eine Stelle, die ich jahrelang souverän übersehen habe: das Metallgitter unter der Dunstabzugshaube. Man sieht es nicht, wenn man nicht extra den Kopf darunter hält. Erst als die Haube auf höchster Stufe klang wie ein startendes Flugzeug und der Bratgeruch trotzdem bis ins Schlafzimmer zog, habe ich das Gitter herausgenommen – und hätte es fast wieder hineingeschoben. Die gute Nachricht: Der Filter wird nicht geputzt, er wird eingeweicht. Die Arbeit macht das heiße Wasser.
Warum ausgerechnet dieser Filter so klebt
Beim Braten und Frittieren steigt feiner Fettnebel auf, der im Metallgeflecht hängen bleibt – genau dafür ist es da. Mit jeder Schicht wird das Gitter dichter, die Luft findet weniger Weg hindurch, der Motor arbeitet lauter und saugt trotzdem schlechter. Das Fett oxidiert mit der Zeit und wird von weich und schmierig zu zäh und lackartig. Deshalb ist der größte Fehler, zu lange zu warten: Frisches Fett löst sich in Minuten, alter Fettlack braucht Geduld.
Das erklärt auch, warum Wischen kaum etwas bringt. Ein Lappen kommt nur an die Oberfläche der Lamellen, nicht in die Zwischenräume. Alles, was zwischen den Schichten sitzt, erreichst du nur mit Flüssigkeit, die von allen Seiten hineinkriecht.
Der Einweich-Plan, der bei mir funktioniert
Zuerst die Haube ausschalten und den Filter aushängen – meist sitzt eine kleine Klemme oder ein Schiebeverschluss an der Unterseite. Dann die Spüle oder eine große Wanne mit so heißem Wasser füllen, wie die Leitung hergibt. Hinein kommen ein ordentlicher Spritzer normales Spülmittel und ein bis zwei Esslöffel Natron oder Waschsoda. Filter komplett untertauchen, notfalls mit einem Teller beschweren, und zwanzig bis dreißig Minuten stehen lassen.
Danach reicht meist eine weiche Spülbürste, mit der du in Richtung der Lamellen fährst, nicht quer. Was sich nicht löst, kommt zurück ins Wasser für eine zweite Runde – das ist entspannter, als mit Kraft zu schrubben. Am Ende gründlich abspülen, senkrecht abtropfen lassen und vollständig trocknen, bevor der Filter wieder eingesetzt wird. Feucht eingebaut riecht er schnell muffig.
Ein Hinweis zu Alu-Filtern: Stark alkalische Mittel und sehr heiße Spülmaschinenprogramme können die Oberfläche matt, grau oder fleckig machen. Wenn du unsicher bist, welches Material du hast, bleib bei der Handwäsche mit Spülmittel und teste Natron erst an einer kleinen Stelle. Edelstahlgitter sind deutlich unempfindlicher.
Der Rest der Haube – und was nicht ins Wasser darf
Während der Filter einweicht, lohnt sich der Blick nach oben in das Gehäuse. Dort setzt sich ebenfalls Fett ab, das du mit einem Tuch und heißem Spülwasser abnimmst. Die Außenflächen aus Edelstahl wischst du zum Schluss in Schliffrichtung nach, sonst entstehen Schlieren. Auch die Beleuchtung und die Bedienleiste vertragen einen feuchten Lappen, aber niemals so nass, dass Wasser in die Elektronik laufen kann.
Was auf keinen Fall ins Spülwasser gehört, ist der Aktivkohlefilter, den Umluft-Hauben zusätzlich haben. Er bindet Gerüche und verliert diese Fähigkeit, sobald er nass wird. Diese Filter werden nicht gereinigt, sondern nach einiger Zeit ersetzt – wie oft, steht in der Anleitung deines Geräts.
Wie oft sollte man den Fettfilter reinigen?
Als Faustregel gilt: Wer fast täglich kocht und oft brät, nimmt den Filter etwa einmal im Monat heraus, bei seltenerem Kochen reichen zwei bis drei Monate. Der ehrlichste Indikator ist aber der Fingertest – fühlt sich das Gitter klebrig an oder tropft beim Kippen, ist es längst Zeit.
Kann man den Fettfilter in die Spülmaschine geben?
Viele Edelstahlfilter überstehen die Spülmaschine gut, wenn sie allein und bei moderater Temperatur laufen, ohne Geschirr daneben. Bei Aluminiumfiltern ist Vorsicht angebracht, weil aggressive Reiniger die Oberfläche dauerhaft verfärben können; im Zweifel lieber die Handwäsche wählen und vorher in der Geräteanleitung nachsehen.











