Du fühlst dich plötzlich wertlos, bist zickig ohne Grund oder spürst eine seltsame, fast unerklärliche Wut auf Menschen, die du eigentlich magst? Und das kehrt jeden Monat pünktlich zurück? Dann könnte dahinter mehr stecken, als du denkst.
Viele Frauen leben Monat für Monat mit Beschwerden, über die kaum jemand offen spricht – oft nicht einmal beim Arzt. Dabei gehören sie zu einem der bekanntesten und zugleich am wenigsten verstandenen Phänomene des weiblichen Körpers.
Das Problem gibt es vermutlich schon seit Ewigkeiten, doch erst 1931 bekam das prämenstruelle Syndrom überhaupt einen Namen. Damals hielt man die Beschwerden nicht für körperlich, sondern für rein seelisch – man sprach sogar von „Hysterie“.
Zum Glück hat sich die Frauenheilkunde seither stark weiterentwickelt. Heute deutet niemand mehr die monatlichen Stimmungsschwankungen als Auflehnung gegen gesellschaftliche Regeln. Man nennt sie schlicht: prämenstruelles Syndrom, kurz PMS.
Obwohl viel dazu geforscht wird, ist bis heute nicht eindeutig geklärt, was die oft sehr unterschiedlichen Symptome auslöst. Am wahrscheinlichsten hängen sie mit den Schwankungen von Östrogen und Progesteron zusammen. Doch selbst diese Theorie erklärt nicht, warum die eine Frau unter Migräne leidet, während die andere in eine depressive Phase rutscht – oder warum manche ganz eigenartige Beschwerden erleben.
Auch unangenehme Gedanken können PMS-Symptome sein
Neigst du manchmal dazu, das Gefühl zu haben, dass alles, was du tust, wertlos ist? Oder spürst du an anderen Tagen einen plötzlichen, grundlosen Groll gegen bestimmte Bekannte?
Wenn es dafür keinen konkreten Auslöser gibt und diese Gefühle zyklisch wiederkehren – immer zu einer bestimmten Phase des Monats –, dann könnte ein prämenstruelles Syndrom dahinterstecken.
Im günstigsten Fall ruinieren die Symptome nicht gleich den ganzen Tag. Du kannst weiterarbeiten, dich erholen, und dein Familienleben sowie deine Beziehungen bleiben stabil. PMS ist übrigens völlig altersunabhängig: Teenagerinnen trifft es genauso wie Frauen mittleren Alters – und die wenigsten holen sich Unterstützung.
Menstruation ist keine Krankheit. Deshalb glauben viele, dass auch die Beschwerden davor einfach dazugehören und ertragen werden müssen. Doch wenn sie dir das Leben wirklich schwer machen, musst du sie nicht für dich behalten – auch dein Hausarzt kann helfen.
Ungewöhnliche PMS-Symptome, die kaum jemand erwartet
Blähungen, Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen, gereizte Stimmung und der Wunsch, sich unter einer dicken Decke zu verkriechen und die Außenwelt auszusperren – das kennen viele.
Doch es gibt Frauen, die genau in diesen Tagen sämtliche Putzmittel hervorholen und einen ganztägigen Großputz veranstalten. In ihren Wohnungen bleibt kein Staubkorn zurück, wenn sie alle vier Wochen vom prämenstruellen Putzfieber gepackt werden. Angenehm ist das trotzdem selten: Zwar glänzt am Ende alles, doch die ganze Zeit über spüren sie einen fast unerträglichen Zwang, jeden Quadratzentimeter feucht abzuwischen.
Andere entwickeln in diesen Tagen ein unbändiges Verlangen nach einem ganz bestimmten Geschmack – süß, sauer, bitter oder scharf. Das Problem: Weil sich dieses Verlangen kaum stillen lässt, endet der Tag oft mit Magenbeschwerden. Und während die einen in eine bleierne Müdigkeit fallen, wachen andere nächtelang von Albträumen auf.
Was hilft gegen PMS-Symptome?
Laut dem internationalen Non-Profit-Zentrum Menstrual Matters ist eine der wirksamsten Methoden, die eigenen Symptome über zwei oder drei Zyklen hinweg zu beobachten. Mach dir bewusst: Das sind ganz normale PMS-Symptome – kein Grund, an dir selbst zu zweifeln.
Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Zu den Lebensmitteln, die die PMS-Symptome verstärken können, gehören Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Milch und Butter. Ebenso solltest du in dieser Zeit stark salzhaltige Speisen, rotes Fleisch und andere fettreiche Proteine, koffeinhaltige Getränke sowie stark verarbeitete Lebensmittel eher meiden.
Hör auf deinen Körper
Manche Studien zeigen: Frauen, die verstanden haben, welche seelischen und körperlichen Symptome ihr Zyklus auslöst, kommen deutlich besser mit den schwierigen Tagen zurecht.
Denn mitten in der Antriebslosigkeit vor dem großen Tag beruhigt der Gedanke, dass dies gerade der Tiefpunkt ist – und dass wieder Höhepunkte kommen. Vor allem rund um den Eisprung, wenn die meisten Frauen voller Energie sind und das Gefühl haben, zu allem fähig zu sein.
Sind ungewöhnliche PMS-Symptome normal?
Ja. Neben den bekannten Beschwerden können auch untypische Symptome wie plötzliche Putzanfälle, starkes Verlangen nach bestimmten Geschmäckern oder Albträume auftreten. Sie hängen mit den hormonellen Schwankungen im Zyklus zusammen.
Können auch die Gedanken und Gefühle betroffen sein?
Ja. Gefühle von Wertlosigkeit oder grundloser Groll gegenüber Bekannten können ebenfalls zu PMS gehören – besonders dann, wenn sie ohne konkreten Auslöser und immer wieder zur gleichen Zyklusphase auftreten.
Wann sollte ich mit meinen PMS-Symptomen zum Arzt?
Wenn die Beschwerden dir wirklich das Leben schwer machen. Menstruation ist keine Krankheit, doch das bedeutet nicht, dass du alles ertragen musst. Auch der Hausarzt kann helfen.
Kann die Ernährung PMS-Symptome beeinflussen?
Ja. Milchprodukte, stark salzhaltige Speisen, rotes Fleisch, fettreiche Proteine, koffeinhaltige Getränke und stark verarbeitete Lebensmittel können die Symptome verstärken und sollten in dieser Zeit eher gemieden werden.











