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Ich bin Mutter. Genau deshalb setze ich mich für das Recht auf Abtreibung ein

Barbara Weber3 Min. Lesezeit
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Ich bin Mutter. Genau deshalb setze ich mich für das Recht auf Abtreibung ein — Familie

Viele verstehen schwer, wie jemand, der ein Kind großzieht, trotzdem leidenschaftlich für das Recht auf Abtreibung eintritt. Schließlich steht Mutterschaft für Respekt vor dem Leben und bedingungslose Liebe zum Kind – sagen sie.

Für mich hat gerade die Mutterschaft meinen Glauben nur noch stärker gemacht: Jede Frau hat das Recht, frei über ihren eigenen Körper zu bestimmen. Ich unterstütze das Recht auf Abtreibung nicht, weil ich das Leben weniger schätze, sondern weil ich Freiheit, Selbstbestimmung und Würde respektiere – Werte, die genauso zum Leben gehören wie die Geburt selbst.

Wenn wir über das Recht auf Abtreibung sprechen, denken viele, es gehe um Liebe oder Ablehnung von Kindern. Dabei geht es genau nicht darum. Wie sehr ich mein Kind liebe, ändert nichts an meiner Überzeugung, dass jede Frau über ihren Körper entscheiden darf. Meine Liebe ist meine Entscheidung, ein Teil meines Lebens – aber ich kann nicht verlangen, dass andere Frauen denselben Weg gehen wie ich.

Ich sehe das Recht auf Abtreibung als grundlegendes Menschenrecht und halte es für unverzichtbar. Als Mutter ist dieses Gefühl noch stärker geworden. Ich wünsche mir, dass meine Tochter in einer Welt aufwächst, in der niemand infrage stellt: Sie bestimmt über ihren Körper. Es darf keine Zweifel geben, ob eine Frau selbst entscheiden kann, wann, mit wem und unter welchen Umständen sie ein Kind bekommt – das ist ihr Leben, ihre Verantwortung, ihre Freiheit.

Die Geschichte zeigt klar: Abtreibung lässt sich nicht "verschwinden" lassen. Man kann sie verbieten, doch sie hört nicht auf. Sie wird verboten, geheim und unkontrollierbar – ein Privileg, das nur wenige unter oft gefährlichen Bedingungen haben. Ein Abtreibungsverbot beendet nie die Abtreibung, sondern macht das Leben von Frauen riskanter. Und diese Welt ist weder für Frauen noch für ihre Kinder sicher.

Ich möchte nicht in so einer Welt leben. Ich will nicht, dass meine Tochter in so einer Welt lebt. Ich hoffe sehr, dass sie nie eine Abtreibung braucht – so wie jede Mutter hofft, dass ihr Kind schmerzliche Entscheidungen und Situationen vermeidet. Aber falls sie sie braucht, soll es ein sicherer, zugänglicher und legaler Eingriff sein – keine lebensgefährliche Gefahr oder ein lebenslanges Geheimnis.

Als Mutter sehe ich auch, wie komplex und persönlich die Entscheidung für ein Kind ist. Ein Kind ist nicht nur eine biologische Tatsache, sondern eine lebenslange Verantwortung, emotionale und finanzielle Verpflichtung. Als ich mich entschied, meine Tochter zu bekommen, tat ich das frei, bewusst und aus Liebe. Diese Entscheidung traf ich nicht aus Zwang – deshalb schätze ich sie so sehr. Ich glaube, dass Kinder nur dann wirklich liebevoll willkommen sind, wenn die Entscheidung freiwillig ist.

Deshalb steht Mutterschaft für mich nicht im Widerspruch zur Unterstützung des Rechts auf Abtreibung – ganz im Gegenteil. Als Mutter verstehe ich besser, wie groß die Verantwortung ist, für ein Kind zu sorgen, und wie bedeutend die Entscheidung ist, es zur Welt zu bringen. Ich wünsche mir, dass meine Tochter in einer Welt lebt, in der sie bewusst selbst entscheidet, was mit ihrem Körper und Leben geschieht.

Es geht in dieser Debatte nicht um Abtreibung, sondern um Selbstbestimmung. Darum, dass Frauen ihre Zukunft selbst gestalten. Als Mutter halte ich deshalb an diesem Recht fest. Meine Liebe zu meinem Kind kommt daher, dass ich es wollte, es gewählt habe und alles freiwillig gegeben habe. Diese Freiheit und Selbstbestimmung möchte ich jeder Frau ermöglichen – besonders meiner Tochter.

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