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Ich nehme während der Feiertage nie zu: So mache ich es heute anders als früher

Elisabeth Müller4 Min. Lesezeit
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Ich nehme während der Feiertage nie zu: So mache ich es heute anders als früher — Gesundheit
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Für mich war die festliche Zeit lange mit einem seltsamen Zwiespalt verbunden, den du sicher auch kennst: Ich freute mich riesig auf die leckeren Familienessen, während ich gleichzeitig schon im Voraus Angst hatte, "was im Januar sein wird". Der Gedanke an die Waage schwebte ständig im Hintergrund, selbst wenn ich gerade ein köstliches Stück Kuchen auf meinen Teller legen wollte.

Heute ist dieses Gefühl und diese Gedankenspirale komplett aus meinem Leben verschwunden. Nicht, weil ich viel disziplinierter wäre als früher, sondern weil ich ganz anders auf Mahlzeiten – und damit auch auf die Feiertage – schaue.

Der Beginn eines langen Wandels

Vor fast 10 Jahren begann in mir eine langsame, schrittweise Veränderung, als ich wegen eines gesundheitlichen Problems auf eine vollwertige pflanzenbasierte Ernährung umstieg. Damals gab es im Handel noch längst nicht so viele Optionen, vegane Fertiggerichte standen nicht in Massen in den Regalen, und der Alltag war nicht so einfach zu meistern.

Rückblickend war diese Zeit ein großes Geschenk, denn sie zwang mich, die Grundlagen wirklich zu lernen: Wie mein Körper funktioniert, was er braucht, auf welche Mikro- und Makronährstoffe ich besonders achten muss und wie Essen nicht nur zum Sattwerden, sondern auch zur Regeneration und zum Gleichgewicht beitragen kann.

Dieses Wissen half mir nicht nur, mein ideales Gewicht zu erreichen, sondern es auch langfristig mit nur minimalen, zeitweiligen Schwankungen zu halten. Später kam noch die bewusste Berücksichtigung meines Zyklus hinzu. Als ich beides – die pflanzliche Ernährung und die zyklussynchrone Sichtweise – miteinander verbinden konnte, entstand ein System, das für mich nicht nur nachhaltig, sondern auch sehr übersichtlich und berechenbar ist.

Auch wenn das von außen sehr bewusst oder streng wirken mag, geht es im Alltag nicht darum. Ich freue mich, dass es inzwischen viele vegane Produkte im Handel gibt und dieser Lebensstil zum Gesprächsthema wurde. Gleichzeitig wurde mir über die Jahre klar, dass „frei von allem“ allein nichts löst.

Wenn wir nur alte Gewohnheiten durch vorverpackte, pflanzliche Alternativen ersetzen, ändert sich am Kern des Essens nichts. Aus Sicht des Tierwohls ist das natürlich ein großer Fortschritt, aber die Reaktionen des Körpers bleiben oft gleich: Müdigkeit, Blähungen, Gewichtsschwankungen.

Viele erwarten Wunder allein von veganen Gerichten, doch ohne Bewusstsein und solides Grundwissen fördert dieser Lebensstil die Gesundheit nicht automatisch.

Eine junge Frau wird von ihrer Mutter mit einem weihnachtlichen Lebkuchen gefüttert

Was echte Flexibilität an den Feiertagen bedeutet

Viele sind überrascht, wenn ich sage: Während der Feiertage achte ich überhaupt nicht "extra" auf meine Ernährung und nehme trotzdem nicht zu. Ich zähle nichts, kompensiere nicht mit Sport und fühle mich auch nicht schlecht, wenn nach dem Abendessen noch Süßes auf meinem Teller landet.

Ich lebe das ganze Jahr nach der „80-20-Regel", das heißt, 80 % meiner Mahlzeiten sind nährstoffreich, saisonal, leicht verdaulich und pflanzenbasiert, 20 % bin ich flexibel. In diesem Rahmen esse ich maximal so viel verarbeitete, „weniger gesunde“ Lebensmittel, wie es die pflanzliche Ernährung erlaubt.

Deshalb verspüre ich auch an Weihnachten nicht den inneren Drang, „jetzt alles nachzuholen“. Ich habe nicht das Gefühl, das fünfte Stück Kuchen essen zu müssen, nur weil Feiertage sind. An einem normalen Dienstag kann ich auch einfach mal Kuchen essen, ohne dass es mein Gewicht oder mein Selbstwertgefühl beeinflusst. Und ohne Mangelgefühl gibt es auch kein Überessen.

Satt werden, ohne sich schwer zu fühlen

Für die Gewichtserhaltung achte ich bewusst darauf, dass die Weihnachtsaromen und -gerichte nicht nur in einer einzigen Woche im Jahr konzentriert sind: Spätestens im November koche ich sie bereits. So entsteht kein Druck, nichts muss „bis zum Anschlag“ gegessen werden, weil ich „seit Sommer darauf warte".

Die klassischen pflanzlichen Varianten der Weihnachtsgerichte belasten den Körper ohnehin weniger: Sie sind meist deutlich fett- und kalorienärmer, während Ballaststoffe garantiert nicht fehlen.

Das größte Geschenk der pflanzlichen Ernährung ist genau das: Ballaststoffe kommen ausschließlich in Pflanzen vor, fehlen in Fleisch, Milchprodukten und Eiern, spielen aber eine Schlüsselrolle für das Sättigungsgefühl, eine reibungslose Verdauung und das Gleichgewicht im Darm.

In der festlichen Zeit, wenn viele raffinierte und schwere, fettige Speisen auf den Tisch kommen, zählt es besonders für dein Gewicht, wie viel Ballaststoffe du auf deinem Teller hast. Unabhängig davon, was serviert wird, gehören bei uns im Festtagsmenü immer frische, lebendige Elemente dazu: Sauerkraut, Salate, leichte Beilagen… Sie bringen die reichhaltigeren Gerichte ins Gleichgewicht und passen in jede Ernährungsweise.

Mir ist wichtig zu sagen: Ich nehme nicht (nur) deshalb an den Feiertagen nicht zu, weil ich pflanzlich esse. Für mich liegt der Schlüssel viel mehr in der Veränderung der Einstellung. Wenn das „Jetzt oder nie“ und „Ab morgen“ Denken wegfällt, verändert sich auch die Haltung zum Essen.

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