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Ich sehe die Menopause jetzt ganz anders – seit ich das weiß

Szabó Erzsébet4 Min. Lesezeit
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Ich sehe die Menopause jetzt ganz anders – seit ich das weiß — Gesundheit
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Eines Tages, als ich meine Materialien zum Hormonhaushalt sortierte, stieß ich auf einige überraschende Fakten. Dinge, die das ganze Thema Menopause in einem ganz neuen Licht erscheinen ließen. Gleichzeitig begann auch in mir etwas zu wachsen.

Ich habe noch einige Jahre meiner fruchtbaren Zeit vor mir, doch ich spüre jetzt schon, dass man diese Lebensphase nicht einfach als „Problem“ abtun kann. Nicht nur, weil ich als Zyklussynchrontrainerin andere auf diesem Weg begleite, sondern auch, weil ich lernen muss, meinen Körper neu zu verstehen – mit Neugier statt Angst.

Was, wenn die Menopause kein Ende, sondern ein neuer Anfang ist?

Die Menopause ist eines der faszinierendsten biologischen Phänomene der Menschheit. Für uns Frauen schenkt die Natur nach dem Ende der Fruchtbarkeit noch Jahrzehnte. Diese Jahre können aktiv, sinnvoll und voller Leben sein. In der Tierwelt ist das selten – meist endet das Leben kurz nach der Fortpflanzungszeit (manchmal sogar sofort).

Bei uns ist das anders. Evolutionsbiologisch betrachtet ist die Menopause kein „Systemfehler“, sondern Teil einer Strategie. Eine Entwicklungsstufe, die dafür sorgt, dass Erfahrung, Weisheit und Fürsorge über Generationen weitergegeben werden – nicht in den Genen, sondern durch Präsenz, Erfahrung und Wissen.

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Source: unsplash.com

Der Oma-Effekt und was dahintersteckt

Die Wissenschaft nennt die Menopause auch „Großmutter-Hypothese“ – und es gibt spannende Beispiele, die das stützen.

Studien aus Tansania und Finnland zeigen: Wenn die mütterliche Großmutter aktiv im Leben der Enkel ist, überleben die Kinder eher bis ins Erwachsenenalter, und die Mütter können mehr Kinder bekommen – weil sie Unterstützung, Hilfe und Aufmerksamkeit bekommen.

Diese fürsorgliche Präsenz sichert nicht nur das biologische Überleben, sondern wirkt auch als emotionaler Rückhalt – und das schon seit Jahrtausenden.

Nur das Ende des Zyklus, nicht der Weiblichkeit

Indem ich mich mit den feinen Schichten unseres hormonellen Systems beschäftige, habe ich gelernt, wie man das Leben an die verschiedenen Phasen des Zyklus anpasst, wie der Körper signalisiert, wenn das Gleichgewicht gestört ist, und wie Selbstkenntnis hilft, wenn sich der Hormonhaushalt verändert. Je mehr ich mich mit Fragen und Geschichten zur Menopause beschäftige – und selbst eine Weiterbildung dazu mache –, desto weniger kann ich dem Thema ausweichen. Und ich will es auch nicht.

Wenn wir die Stereotype hinter uns lassen, sehen wir: Die Menopause ist kein Verfall. Das ist nur ein patriarchales Narrativ, das uns aufgezwungen wird. Mit so viel Lebenserfahrung lassen wir uns nicht mehr leicht beeinflussen und gewinnen eine Weisheit, die von außen nicht unterdrückt werden kann – höchstens tabuisiert. Das erleben wir täglich.

Bei vielen Naturvölkern ist die Menopause und die Zeit danach eine der größten Entfaltungsphasen im Leben einer Frau. Der Zyklus hört auf zu schwanken, der Körper wird hormonell stabiler, und die intensive Phase der Kindererziehung ist vorbei – das setzt Energie frei, die neu genutzt werden kann.

In schamanischen Traditionen steht die ältere Frau, die „Crone“ oder „wise woman“, nicht für eine „alte Hexe“ im negativen Sinn, sondern für die Trägerin von Lebensweisheit. Sie muss nichts mehr beweisen, sondern einfach präsent sein, Kraft ausstrahlen und Erfahrung weitergeben. Das ist eine Art „spirituelle Leitfigur“, auf die wir stolz sein können.

Was bedeutet es, Frau zu sein – jenseits der Fruchtbarkeit?

Das ist die Frage, die die Menopause aufwirft – und ich habe zum ersten Mal das Gefühl, eine Antwort darauf zu haben. Ich sehe diese Zeit nicht mehr mit Angst, sondern klar als Chance. Wie kann ich gleichzeitig unterstützend und bestimmt, weise und leidenschaftlich sein? Wie kann ich Wissen weitergeben, mich mit anderen Frauen verbinden und denen helfen, die gerade erst beginnen, die Botschaften ihres Körpers zu entdecken?

Ich fürchte mich nicht mehr vor der Menopause, weil ich weiß, dass in dieser stillen, kraftvollen Wandlung etwas steckt, das ich bereit sein werde zu leben: meine tiefe, reife und freie Version meiner selbst.

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