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Ist die Generation Z zu sensibel oder sind wir zu hart?

Schuster Borka3 Min. Lesezeit
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Ist die Generation Z zu sensibel oder sind wir zu hart? — Gesellschaft
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Sie sind in einer anderen Realität aufgewachsen

Um zu verstehen, warum die Generation Z für viele sensibler wirkt, ist es wichtig zu erkennen: Sie sind in eine völlig andere Welt hineingeboren als die vorherigen Generationen. Das Internet ist für sie keine technische Neuerung, sondern ihre Grundumgebung. Tagtäglich begegnen sie einer Informations- und Problemflut, wie sie frühere Generationen kaum kannten. Ob Klimawandel, mentale Gesundheit, soziale Ungerechtigkeiten oder Kriege – nichts davon ist ihnen fremd.

Das heißt, auch wenn es auf den ersten Blick verständlich scheint, dass Generationen, die Umbrüche oder Wirtschaftskrisen erlebt haben, „echte“ Probleme hatten, bekommt die jüngere Generation ihre Sorgen geballt serviert.

Meiner Meinung nach bedeutet das nicht, dass die Generation Z „zu empfindlich“ ist, sondern oft einfach besser sieht, wie viel in der Welt nicht stimmt. Außerdem weigert sich diese Generation, so zu tun, als würde sie das nicht wahrnehmen. Und ich finde, das ist gut so. Ihre Sensibilität ist keine Schwäche, sondern entsteht oft daraus, dass sie Probleme benennen, die frühere Generationen oft verschwiegen, verharmlost oder ertragen haben. Aber mit dieser Haltung allein lässt sich keine Veränderung erreichen. Für Wandel braucht es die Sensibilität der Generation Z.

Generation Z
Source: unsplash.com

Humor – wo die Grenzen verlaufen

Die Generation Z und die Woke-Kultur werden oft von Comedians kritisiert, weil angeblich zu viel Sensibilität den Humor zerstört. Doch Argumente wie „Früher konnte man noch Witze machen“ schützen häufig eine unsensible, verletzende, sexistische oder rassistische Haltung. Die Zuschauer lachen dann nicht, weil sie zu empfindlich sind, sondern weil das Gesagte nicht witzig ist – sondern nur ein alter, schädlicher Stereotyp.

Daniel Sloss, Meister des schwarzen Humors, erklärt in einem seiner Soloprogramme: Es gibt keine Tabuthemen, sondern nur Themen, die schwer und sensibel sind – und Menschen, die nicht angemessen damit umgehen.

Seiner Meinung nach liegt das Problem nicht beim Thema, sondern wenn jemand versucht, daraus Witze zu machen, ohne die Vielschichtigkeit, die Nuancen und die tiefen Auswirkungen eines Stereotyps auf die Betroffenen zu verstehen.

Er sagt, wenn ein Witz zeigt, dass wir mit Verständnis und Liebe auf die Menschen schauen, über die wir sprechen, dann sind sie diejenigen, die am lautesten lachen. Als Beweis erzählt er fast fünf Minuten lang von der Atombomben-Katastrophe in Hiroshima – zum ersten Mal in Japan. Er dachte, wenn diejenigen, für die der Witz verletzend oder schmerzhaft sein könnte, darüber lachen können, kann er ihn auch anderswo erzählen. Wenn nicht, ist es nicht seine Aufgabe als schottischer Comedian zu entscheiden, ob die Tragödie anderer lustig ist.

Die Generation Z tritt oft entschiedener gegen Diskriminierung in all ihren Formen ein – sei es Sexismus, Rassismus, Homophobie oder die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen. Dass sie sich immer öfter dagegen positionieren, ist weniger Sensibilität, sondern Verantwortungsbewusstsein.

Unterschiede sind keine Fehler, sondern Chancen

Generationsunterschiede haben schon immer für Spannungen gesorgt. Doch statt die Sensibilität oder Härte des anderen zu kritisieren, sollten wir einander zuhören. Die Sensibilität der Generation Z ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance. Eine Chance, neu zu definieren, was gesunde Kommunikation, Arbeitskultur und menschliche Verbindung bedeuten.

Vielleicht ist nicht die Frage, wer schuld daran ist, dass eine Generation so und die andere so geworden ist. Vielmehr geht es darum, wie wir zueinanderfinden und gemeinsam an einer Welt arbeiten, in der sich alle sicher fühlen können.

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