Viele Hundebesitzer kennen sicher aus dem Park oder dem Hundeauslaufgelände andere Hunde, mit denen ihr Vierbeiner gerne spielt. Doch entstehen dabei wirklich Freundschaften? Beziehungen, die nicht nur auf den Moment des Spiels beschränkt sind, sondern auch langfristig halten? Die Wissenschaft bestätigt immer deutlicher: ja.
Was bedeutet Freundschaft bei Tieren?
Wenn wir bei Menschen von Freundschaft sprechen, meinen wir meist eine Beziehung, die von Vertrauen, gemeinsamen Erlebnissen und emotionaler Verbundenheit geprägt ist. Hunde schicken zwar keine SMS oder verabreden gemeinsame Abendessen, aber andere Verhaltens- und physiologische Signale zeigen, dass auch sie dauerhafte, bevorzugte Beziehungen eingehen.
Dieses Phänomen beschränkt sich nicht nur auf die Beziehung zwischen Mensch und Hund: Hunde können Freundschaften mit anderen Hunden und sogar mit anderen Arten schließen.
Beobachtungen zeigen, dass es Hunde gibt, die regelmäßig die Gesellschaft bestimmter Artgenossen suchen, gerne miteinander spielen und eine sichtbare Bindung zueinander aufbauen – ganz ähnlich wie wir Menschen mit guten Freunden.

Kognitive und emotionale Fähigkeiten sind für Freundschaft wichtig
Ob jemand Freundschaft erleben kann, hängt auch von kognitiven und emotionalen Fähigkeiten ab. Das Gehirn und Verhalten von Hunden enthalten viele Elemente, die soziale Bindungen ermöglichen. Dazu gehören gemeinsames Spielen, Vertrauen, Bindung und die Fähigkeit, dauerhafte Beziehungen aufzubauen. Manche Hunde freuen sich sogar gezielt auf die Gesellschaft bestimmter Hunde oder anderer Tiere und suchen diese immer wieder.
Dieses Verhalten ist kein Zufall: Es scheint, dass Hunde bewusst Gefährten wählen, bei denen sie sich wohlfühlen und mit denen sie sicher und entspannt Zeit verbringen.

Freundschaft mit anderen Arten
Interessanterweise enden freundschaftliche Beziehungen nicht bei der eigenen Art. Weltweit gibt es Beispiele, dass Hunde auch enge Beziehungen zu anderen Arten eingehen – sei es zu Katzen, Kaninchen oder sogar Wildtieren.
Diese Beziehungsmuster zeigen, dass die sozialen Fähigkeiten von Hunden nicht nur artspezifisch sind, sondern Teil einer allgemeineren, emotional basierten sozialen Kompetenz. Forschende sehen solche Freundschaften nicht als Zufall, sondern als adaptive Strategien: Sie helfen Stress abzubauen, das Sicherheitsgefühl zu stärken und können langfristig Vorteile für das Individuum bringen.

Warum ist das für Hundebesitzer spannend?
Wenn wir vom Hund als „des Menschen besten Freund“ sprechen, ist das nicht nur ein Bild, sondern eine echte Beziehung. Für Hundebesitzer kann es eine Bestätigung sein, dass die Wissenschaft zwischen Mensch und Hund oder auch zwischen Hunden tatsächlich soziale Beziehungen auf Basis von Verhalten und Bindung sieht, in denen Hunde bestimmte Individuen bevorzugen, deren Gesellschaft suchen und gerne Zeit mit ihnen verbringen.
Dieses Wissen hilft nicht nur, das Verhalten zwischen Hunden besser zu verstehen, sondern zeigt auch, wie wir unsere Hunde zu mehr sozialen Erlebnissen verhelfen können – zum Beispiel im Hundepark, beim Spaziergang oder durch regelmäßige Treffen mit bekannten „Hundefreunden".











