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Körpergewicht, Hautpflege, Beziehungen: So spreche ich mit meiner Tochter darüber, damit es um Gesundheit und nicht um Scham geht

Barbara Weber4 Min. Lesezeit
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Körpergewicht, Hautpflege, Beziehungen: So spreche ich mit meiner Tochter darüber, damit es um Gesundheit und nicht um Scham geht — Gesundheit
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Ich gebe zu, meine Tochter hat schon Fragen gestellt – Wo ist der Hals einer Schlange? Warum ist die Zunge einer Giraffe blau? Woher wissen wir, dass das Universum unendlich ist und wir nicht einfach nur noch nicht am Ende angekommen sind? – auf die kein Elternratgeber wirklich vorbereiten kann.

Doch es gibt auch viel ernstere Themen, auf die ich mich bewusst vorbereitet habe, weil ich sicher war, dass das, was ich darüber sage, für immer prägen kann, wie meine Tochter zu sich selbst steht. Dazu gehören Körpergewicht, Hautpflege und Beziehungen.

Alle drei sind komplexe, sensible Themen, die oft von gesellschaftlichen Erwartungen, Urteilen und schambasierten Botschaften begleitet werden. Genau deshalb finde ich es so wichtig, dass ich mit meiner Tochter bewusst über Gesundheit und Selbstwertgefühl spreche – sonst tut es jemand anderes, und das ist nicht immer zum Wohl des Kindes.

Für mich gilt als erstes und wichtigstes Prinzip: Weder Körpergewicht, noch Haut, noch Beziehungen dürfen Themen sein, die von Scham oder dem Druck, zu entsprechen, geprägt sind.

Scham motiviert nämlich nicht zu gesunden Veränderungen – sondern nur zu Schuldgefühlen, Ängsten und Verdrängung.

Mein Ziel ist, dass meine Tochter eine Beziehung zu ihrem Körper entwickelt, in der sie spürt: Dieser Körper gehört ihr, und sie ist verantwortlich dafür. Wir bewegen uns, essen Gemüse oder waschen unser Gesicht nicht, weil wir es „müssen“ oder „um zu gefallen“, sondern weil unser Körper uns ein Leben lang begleitet. Er verdient unsere Fürsorge, und wir verdienen es, uns darin wohlzufühlen.

Zum Körpergewicht

Beim Thema Körpergewicht spreche ich nie von "Zunehmen" oder "Abnehmen". Stattdessen betone ich, wie stark sie ist, wie viel Energie sie hat und wie geschickt sie laufen, springen oder Rad fahren kann. Der Fokus liegt immer auf der Leistung, Funktion und Gesundheit des Körpers – nicht auf der Größe.

Wenn ein Mitschüler etwas zum Aussehen eines anderen sagt, besprechen wir, dass Körper keine Bewertung verdienen. Es ist normal, dass Menschen verschieden aussehen – in Form und Größe – und niemand ist besser oder schlechter.

Mutter und Tochter lachen zusammen

Zur Hautpflege

Auch über Hautpflege sprechen wir nicht als endlosen Kampf um „perfekte“ Haut. Wenn ich abends mein Make-up abnehme oder meine Hautpflegeroutine mache und meine Tochter im Bad umherläuft, erkläre ich ihr, dass Hautpflege nicht bedeutet, nie Pickel oder Falten zu haben – beides ist natürlich und unvermeidlich.

Ich pflege meine Haut, weil ich sie liebe, weil sie zu mir gehört und ich ihr geben möchte, was sie braucht. Wenn ich sie ermutige, nach dem Baden eine Feuchtigkeitscreme zu benutzen oder ihr zeige, wie man das Gesicht nach einem langen Tag reinigt, sage ich immer: Wir machen das nicht, um anderen zu gefallen, sondern weil sich unsere Haut so wohlfühlt.

Pflege ist keine Schönheitsaufgabe, sondern Fürsorge. Und es ist okay, wenn die Haut mal müde, gerötet oder mit Pickeln ist – das ist kein Versagen, sondern Teil des Lebens.

Über Beziehungen

Ich glaube, dass unser Selbstbild eng mit Beziehungen verbunden ist. Die Frage stellt sich: Reicht es, sich selbst zu gefallen, oder wollen wir auch anderen gefallen?

Das Verlangen nach Aufmerksamkeit von Menschen, die wir attraktiv finden, ist natürlich. Ich versuche aber, meiner Tochter zu vermitteln, dass in einer Beziehung vor allem zählt, wie wir miteinander umgehen, wie wir behandelt werden und wie wir uns in der Beziehung fühlen.

Es geht also nicht darum, wie du oder dein Partner aussehen, sondern darum, wie du dich fühlst. Respekt, Ehrlichkeit und Mitgefühl sind viel wichtigere Grundlagen als irgendein „romantisches Ideal“. Ich möchte, dass meine Tochter weiß: Eine gesunde Beziehung gibt Raum, schränkt nicht ein; unterstützt, statt zu kritisieren; baut auf, statt zu beschämen.

In diesen Gesprächen geht es immer darum, dass meine Tochter nicht äußeren Erwartungen gerecht werden will, sondern ihrer eigenen inneren Messlatte folgt. Dass sie ihren Körper auch dann liebt, wenn sie sich mal nicht in Bestform fühlt. Dass sie nicht jeden Pickel wegmachen will, nur weil er nicht auf dem Cover eines Magazins zu sehen ist. Dass sie nicht glaubt, in einer Beziehung mit ihrem Aussehen etwas beweisen zu müssen.

Mein Ziel ist einfach: Ihre Beziehung zu ihrem Körper soll nicht auf Scham, sondern auf Akzeptanz und Liebe beruhen. Sie soll wissen, ihr Körper ist kein Projekt, kein Streitpunkt und kein Maßstab für Leistung – sondern die Bühne ihres Lebens. Ich glaube daran, dass sie mit Respekt und Akzeptanz eine stabile, gesunde Basis fürs ganze Leben bekommt.

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