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Kinderfreundliche Wanderungen im Herzen Italiens – Unsere Erfahrungen in den Dolomiten

Szabó Erzsébet5 Min. Lesezeit
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Kinderfreundliche Wanderungen im Herzen Italiens – Unsere Erfahrungen in den Dolomiten — Freizeit
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Zuerst ein bisschen Slowenien – Bled und Bohinj

Bled
Source: pexels.com

Unsere erste Station war noch Slowenien, wo wir Bled und Bohinj erkundeten. Bohinj ist einfach atemberaubend – das kühle Blau des Wassers, die Stille der umliegenden Berge und das Kiesufer laden sofort zum Entschleunigen ein. Viele badeten, wir ließen lieber die Füße baumeln, beobachteten die Boote auf dem Wasser und genossen das Gefühl, dass unser Urlaub endlich begonnen hat.

Bled war ebenfalls sehr stimmungsvoll, doch die kleine Bahn rund um den See konnte mich weniger begeistern – ich habe schon bessere erlebt. Auf der anderen Seite des Sees wartet jedoch ein schöner, panoramareicher Strand auf Besucher, die nicht vom Schloss aus starten – auch dafür kann man die kleine Bahn nutzen.

Grenzübertritt: Der Zauber der Fusine-Seen

Fusine-Seen

Am nächsten Tag überquerten wir die Grenze und fuhren direkt zu den Fusine-Seen, die zwar zu den Julischen Alpen gehören und nicht direkt zu den Dolomiten, aber unsere Erwartungen übertrafen. Die wilden Pfade am oberen See verlangen nach festen Wanderschuhen, sind aber nicht lang, eher technisch anspruchsvoll. Der Höhepunkt des Tages war für uns, als Kühe aus den Bergen kamen und im Wasser bis zu den Knien abkühlten – ein unvergesslicher Anblick für Groß und Klein.

Von dort aus fuhren wir weiter nach Chienes, wo wir die nächsten Tage verbrachten. Das kleine Dorf erwies sich als perfekte Basis, um die Umgebung sternförmig zu erkunden. Die ersten Eindrücke auf dem Weg zu den Bergen waren mediterran – italienische Straßen, warme Farben, sonnige Stimmung. Doch je weiter wir ins Herz der Dolomiten vordrangen, desto mehr übernahm der klassische Alpencharme. Das liegt vor allem daran, dass Südtirol historisch gesehen alles andere als eine typische italienische Region ist. Bis 1919 gehörte das Gebiet zu Österreich und kam erst nach dem Ersten Weltkrieg zu Italien. Architektur, Kultur und zweisprachige Beschilderungen erinnern noch heute daran. Hier steht auf der Speisekarte oft zuerst der Dampfnudel, bevor die Pasta erscheint.

Unser erstes großes Abenteuer im Land der Wasserfälle

Cascate di Riva

Die erste „richtige“ Wanderung in den Dolomiten führte uns zu den Cascate di Riva Wasserfällen. Der Lehrpfad führt in drei Stufen zu immer beeindruckenderen Kaskaden: Die Tour ist kurz, aber voller Erlebnisse. Moosbedeckte Fichtenwälder säumen den Weg, Heidelbeersträucher bieten kleine Genussmomente, und der Nebel rund um die Wasserfälle hüllt den Wald in einen mystischen Schleier. Am oberen Wasserfall lohnt sich eine Regenjacke – hier spritzt das Wasser direkt ins Gesicht. Die Strecke ist mit Kindern gut machbar und ein echtes Naturerlebnis.

Die echte Herausforderung für uns: Adolf Munkel Weg

Dolomiten

Am nächsten Tag stand die längste Wanderung unserer Reise an: der Adolf Munkel Weg, der zu Recht berühmt ist. Schon auf dem Parkplatz sahen wir, dass viele ihn mit eigenen Augen erleben wollten (obwohl wir schon um 9 Uhr am Eingang standen). Wir starteten an der Zannes-Hütte und legten eine etwa 9–10 Kilometer lange Runde zurück, die uns unter den Felsen der Geisler-Gruppe entlangführte. Kinderfreundlich? Eher eine Herausforderung für die Kleinen, aber wer sie meistert, nimmt ein Stück unberührter Natur mit nach Hause. Der Pfad ist kurvenreich, felsig und stellenweise steil – bergauf und bergab fordert er ordentlich. Laut Karte ist die Strecke in 4 Stunden machbar, wir planten lieber 6–7 Stunden ein: gemütlich mit Pausen, Stopps und Zeit zum Staunen. Es war unser anstrengendster Tag, doch die Aussicht war jeden Schritt wert – wir wussten schon jetzt, dass wir dieses Erlebnis für immer mitnehmen würden.

Piz Boé und der Schiavaneis-Wasserfall

Italienreise

Den nächsten Tag beendeten wir mit gemischten Gefühlen. Wir fuhren lange um den Pordoi-Pass herum, begleitet von der beeindruckenden Höhe des Piz Boé und dem Anblick der umliegenden Gletscher. Die Landschaft war so überwältigend, dass es fast unvorstellbar war, wo wir gelandet waren.

Unser Hauptziel an diesem Tag war ein sehr gemütlicher Spaziergang zum Schiavaneis-Wasserfall. Wir parkten zwischen Passo Sella und Canazei und erreichten den Wasserfall über einen 15- bis 20-minütigen Weg. Die Tour planten wir als Murmeltier-Beobachtung, fanden auch Höhlen, doch die kleinen Pelzträger zeigten sich leider nicht. Trotzdem war der Wasserfall magisch, und wir dachten die ganze Zeit darüber nach, dass wir an so einem wunderbaren Ort wohl noch nie gepicknickt hatten.

Eine lebendige Postkarte: der Lago di Braies

Dolomiten Reiseziele
Source: unsplash.com

Am letzten Tag entschieden wir uns für den Lago di Braies, der zwar ein echter Touristenmagnet ist, aber aus guten Gründen beliebt bleibt. Das grünlich-blaue Wasser leuchtet fast im Sonnenlicht, umgeben von kargen Felsen, steilen Felswänden in den Tälern und Booten, die vom Ufer starten – jedes Detail sagt: „Hier musst du anhalten.“

Wir waren bereits in der Hauptsaison unterwegs und reservierten deshalb einen Parkplatz am P3, nur 300–400 Meter vom Eingang entfernt. Ein Teil des Sees ist mit Kinderwagen befahrbar (wenn man rechts herumgeht), aber die komplette Runde enthält viele Treppen, daher empfiehlt sich die Tour eher mit größeren Kindern und ohne Kinderwagen. Auch hier begegneten wir Kühen, die am Ufer entlang spazierten. Romantische Einsamkeit darf man nicht erwarten, denn tagsüber sind viele Besucher unterwegs.

Dieser Urlaub erforderte von mir die meiste Planung bisher, weil ich viele Dinge im Blick behalten musste. Doch die Dolomiten haben nicht nur meine Beine, sondern auch mein Herz bewegt. Sie haben mich gelehrt, dass Erholung nicht nur am Meer möglich ist – manchmal findet man sich gerade in wilden Bergen wieder und spürt, wie man zu sich selbst zurückfindet.

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