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Kleine Zeichen, die mir zeigen, dass ich als Elternteil etwas richtig mache

Barbara Weber4 Min. Lesezeit
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Kleine Zeichen, die mir zeigen, dass ich als Elternteil etwas richtig mache — Familie
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Eltern zu sein ist wohl eine der größten Herausforderungen im Leben. Als meine Tochter geboren wurde, gab es keine Gebrauchsanweisung dazu. Trotz aller Erziehungsbücher und Mama-Blogs ist jedes Kind anders. Man kann nur sein Bestes geben – und akzeptieren, dass Fehler dazugehören.

Elternsein ist also nicht einfach und keine kleine Aufgabe. Mit jeder Handlung, jedem Satz lehren wir unser Kind etwas – Gutes oder Schlechtes. Was ich falsch gemacht habe, werde ich vielleicht erst sehen, wenn meine Tochter erwachsen ist und die Muster, die ich ihr gezeigt habe, in ihr eigenes Leben mitnimmt.

Doch es gibt kleine Zeichen im Alltag, die mir zeigen: Da mache ich wohl doch einiges richtig. Manchmal reicht ein Moment, eine Reaktion oder ein Satz, der verrät: Ich habe etwas gut weitergegeben. Diese Augenblicke wirken klein, schenken aber enorme Kraft.

Wie meine Tochter damit umgeht, wenn ich Fehler mache

Kürzlich beim Backen am Wochenende habe ich versehentlich eine Tasse Mehl in der Küche verschüttet. Das weiße Pulver flog überall herum – auf der Arbeitsplatte, auf dem Boden, sogar in meiner Kleidung spürte ich die Körnchen. Ich wusste, das Aufräumen wird mühsam, und innerlich ärgerte ich mich schon, als meine sechsjährige Tochter zu mir kam.

Sie bemerkte meine Anspannung, streichelte mir sanft den Rücken und sagte nur: „Kein Problem, Mama. Es ist nicht deine Schuld, du hast nur einen Moment nicht aufgepasst, das passiert jedem mal.“

Diese kleine Geste überraschte mich so sehr, dass ich den Ärger sofort vergaß. Ich dachte daran, dass wir unsere Reaktionen auf Fehler von unseren Eltern lernen – also hat meine Tochter meine Ungeschicklichkeit genauso angenommen, wie ich ihre angenommen hätte. Als sie mich so tröstete, fühlte ich, dass ich ihr etwas über Empathie und die Menschlichkeit von Fehlern beigebracht habe.

Wie sie damit umgeht, wenn sie selbst Fehler macht

Im September haben wir mit der Schule begonnen. Die ersten Klassenarbeiten liegen hinter uns, und bisher stürzt sich meine Tochter mit unglaublicher Begeisterung ins Lernen. Ich muss sie nicht drängen, sie setzt sich selbst an die Aufgaben und bringt stolz ihre Ergebnisse zum Zeigen. Wie lange das so bleibt, weiß ich nicht, aber im Moment freue ich mich sehr darüber.

Kürzlich machte sie bei einer Aufgabe einen Fehler. Als ich sie darauf hinwies, sah ich Enttäuschung in ihrem Gesicht – und erkannte mich selbst darin: Dieses innere Ziehen, das ich auch spüre, wenn mir etwas misslingt.

Ich wollte gerade länger mit ihr darüber sprechen, doch sie zuckte nur mit den Schultern, holte ihren Radiergummi hervor und sagte: „Fehler machen gehört zum Üben dazu!“

In diesem Moment war ich unglaublich stolz. Denn ich selbst kämpfe oft damit, Fehler zu groß zu bewerten. Aber scheinbar habe ich ihr eine andere Haltung vermittelt: Für sie sind Fehler kein Zeichen des Scheiterns, sondern ein Teil des Weges. Ich hoffe sehr, dass sie diese Einstellung ihr Leben lang behält.

Wie sie Geschichten erzählt

Bücher sind schon lange Teil unseres Lebens. Jeden Abend lesen wir, und meine Tochter sieht mich oft mit einem Buch in der Hand. Kein Wunder, dass die Welt der Geschichten für sie selbstverständlich ist. Doch besonders beeindruckend ist, wie sie selbst Geschichten erzählt.

Wenn sie eine Geschichte beginnt, formuliert sie lebendig, baut Spannung auf, fügt witzige Elemente ein und fesselt mich komplett. Es macht Spaß zuzuhören, denn sie zeigt nicht nur Unterhaltung, sondern auch, wie gut sie ihre Gefühle ausdrücken kann. Obwohl ich weiß, dass Erzählkunst auch Talent braucht, glaube ich fest, dass unsere gemeinsamen Lesestunden, die Abende voller Geschichten und meine Aufmerksamkeit ihr beim Wachsen sehr geholfen haben.

Kleine Zeichen, große Kraft

Elternsein bedeutet oft Unsicherheit: Treffe ich die richtigen Entscheidungen? Bin ich ein gutes Vorbild? Reicht das, was ich gebe? Diese Fragen kommen jeden Abend zurück – wohl kein Elternteil legt sich schlafen, ohne sich zu fragen, ob er genug richtig gemacht hat.

Doch dann kommen diese kleinen, alltäglichen Momente – eine Umarmung, ein Satz, eine Geschichte –, die alle flüstern: Ja, du machst etwas richtig.

Vielleicht zeigt sich erst in Jahren, was wirklich prägend war und was ich falsch gemacht habe. Bis dahin geben mir diese Zeichen Kraft, weiterzumachen und daran zu glauben, dass Einsatz, Liebe und Präsenz ausreichen, um meiner Tochter eine gute Basis fürs Leben zu schenken.

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