Dass eine einfache Bronchitis Atemnot verursachen kann, erleben leider viele kleine Kinder und besorgte Eltern. Kürzlich traf es auch uns. Das Gefühl, einen Rettungswagen rufen zu müssen, weil das Kind immer schwerer atmet, wünsche ich keinem Elternteil. Das Gute daran ist, dass diese häufige Kinderkrankheit mit den richtigen Medikamenten und bei Bedarf zusätzlichem Sauerstoff sehr gut behandelbar ist und die meisten Kinder sie mit der Zeit überwinden.
Beim zweiten Mal, als ich die Anzeichen rechtzeitig erkannte, konnten wir einen Krankenhausaufenthalt vermeiden. In ständigem Austausch mit unserem Hausarzt begann ich die medikamentöse Behandlung, die aus einem inhalativen Spray besteht. So haben wir die Krankheit zu Hause überwacht und überstanden.
In der Anfangsphase musste ich meiner Tochter alle zwei Stunden das Inhalationsgerät an den Mund halten. Das bedeutete, dass ich auch nachts alle zwei Stunden aufwachte – oder besser gesagt, wach blieb, um ihr Atemgeräusch zu hören. Es war keine einfache Nacht. Und doch fühlte ich mich glücklich.
Glücklich, weil ich, als meine Tochter sichtbar schwerer atmete – ein Albtraum für jeden Elternteil, den ich mir kaum schlimmer vorstellen kann –, einen Arzt anrufen konnte und Medikamente griffbereit hatte.
Außerdem funktioniert das Inhalationsgerät wie ein Zauberstab. Das keuchende, nach Luft schnappende Kind fühlt sich sofort erleichtert. Die angespannten Schultern entspannen sich friedlich, und in den ängstlichen Augen sieht man sofort die Erleichterung.

Wie unglaublich glücklich ich bin, an einem Ort auf der Erde zu leben, an dem all das möglich ist!
Während ich nachts an der Seite meiner Tochter wachte, dachte ich an jene Mütter, die nichts zur Hand haben. Die in Kriegsgebieten, Flüchtlingslagern oder Katastrophengebieten neben ihren kranken Kindern wachen. Mein Herz zog sich zusammen: Was würde ich tun, wenn ich vergeblich wach am Bett säße, ihre Atmung lauschen würde und keine Mittel hätte, ihr zu helfen?
Die Nacht an der Seite eines kranken Kindes zu verbringen, zu wissen, dass man am nächsten Tag wieder stark sein muss, ist erschöpfend, keine Frage. Aber welche Mutter würde das nicht tun? Welche Mutter würde nicht die Nacht durchwachen, ein Meer überqueren oder hunderte Kilometer zu Fuß gehen, um ihr Kind zu retten?
Wie unglaublich glücklich ich bin, dass ich nichts weiter tun muss, als wach zu bleiben und alle zwei Stunden einen Knopf am Inhalator zu drücken.
Nach dem nächsten Spray beobachtete ich noch eine Weile das Gesicht meiner Tochter, hörte, wie sich ihre Atmung beruhigte, und sah zu, wie sie wieder in ihre tiefsten Träume versank. Dann schaute ich aus dem Fenster. Es war eine klare Nacht mit einem hell leuchtenden Vollmond.
Irgendwo unter diesem Mond wacht auch eine Mutter, die hilflos ihr krankes Kind beobachtet und nichts tun kann, außer vielleicht zu beten…











