Wenn der Rollladen bei jeder Bewegung quietscht und knarzt, als würde er Sand in den Schienen tragen, denken viele sofort an einen Handwerker. Dabei steckt das Problem meist woanders: Staub, Blütenstaub und fettige Küchenluft setzen sich mit der Zeit in den Führungsschienen fest und bilden dort eine zähe, klebrige Paste, die den Lauf blockiert. Die gute Nachricht? Die Lösung steht wahrscheinlich schon in Ihrem Küchenschrank.
Warum klemmt der Rollladen überhaupt?
Die Führungsschiene des Rollladens verschmutzt nicht einfach – sie verklebt. Altes Fett vermischt sich mit feinem Staub zu einer zähflüssigen Paste, die die Lamellen beim Gleiten bremst und dieses typische Knarzen verursacht. Viele halten das für ein Zeichen von Verschleiß, dabei ist es in den meisten Fällen schlicht angesammelter Schmutz in der Schiene.
Das einfache Hausmittel: Speiseöl
Gewöhnliches Sonnenblumen- oder Rapsöl – auch ein angebrochenes – eignet sich hervorragend, um die Reibung in der Führungsschiene zu reduzieren. Das Öl legt einen hauchdünnen Film auf der Metalloberfläche an, ist günstig, immer griffbereit und hinterlässt keinen unangenehmen chemischen Geruch am offenen Fenster.
Schritt für Schritt – so geht's richtig
- Erst reinigen, dann ölen. Mit einer alten Zahnbürste oder einem schmalen Tuch zunächst losen Staub und angesammelten Fusseln aus der Schiene entfernen – sonst drückt das Öl den Schmutz nur tiefer hinein.
- Wenig Öl reicht völlig aus. Ein Wattepads oder ein fusselfreies Tuch mit wenigen Tropfen Öl befeuchten und damit die Innenwand der Schiene abwischen – genau dort, wo die Lamellen entlanggleiten.
- Rollladen mehrmals auf- und abfahren. So verteilt sich das Öl gleichmäßig über die gesamte Schienenlänge.
- Überschüssiges Öl abwischen. Was auf die Fensterbank oder den unteren Rand tropft, mit einem trockenen Küchentuch entfernen – sonst zieht es noch mehr Staub an.
Worauf Sie achten sollten
Bei elektrischen Rollladenantrieben darauf achten, dass das Öl keinesfalls mit dem Motorgehäuse oder den Schaltern in Berührung kommt – nur die Metallteile der Schiene einölen. Bei Holzlamellen kann Speiseöl auf Dauer Verfärbungen hinterlassen; hier ist ein trockenes, silikonbasiertes Schmiermittel die sicherere Wahl.
Bei Kunststofflamellen lohnt sich vor der Anwendung ein Blick in die Wartungsanleitung des Herstellers – nicht jedes Öl ist für alle Oberflächen geeignet.
Wie oft sollte man die Schienen pflegen?
Die Führungsschienen des Rollladens sollten regelmäßig kontrolliert werden – besonders in staubigen Umgebungen oder wenn die Fenster häufig geöffnet werden. Sobald der Rollladen wieder schwerer läuft oder ein leises Schaben beim Herunterlassen zu hören ist, zunächst die Schienen reinigen. Bleibt das Geräusch danach bestehen, empfiehlt sich ein Fachmann – es könnte ein technischer Defekt dahinterstecken.
Kann ich auch WD-40 statt Speiseöl verwenden?
WD-40 ist kein echtes Schmiermittel und verdunstet schnell. Für Rollladenführungen ist Speiseöl oder ein dauerhaftes Silikonspray die bessere Wahl, da sie länger haften und die Schiene nicht austrocknen.
Wie oft sollte ich die Rollladenführung einölen?
In normalen Haushalten genügt eine Pflege ein- bis zweimal pro Jahr. In sehr staubigen Umgebungen oder bei häufiger Nutzung kann eine Kontrolle alle drei bis vier Monate sinnvoll sein.
Wann ist der Rollladen wirklich kaputt?
Wenn Reinigung und Ölen das Quietschen nicht beheben, könnten verbogene Lamellen, ein defekter Gurtzug oder ein beschädigter Motor die Ursache sein. In diesem Fall sollte ein Fachbetrieb den Rollladen prüfen.











