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Warum manche Menschen nach jedem Rückschlag wieder aufstehen – und wie du es lernen kannst

Nyul Debóra5 Min. Lesezeit
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Warum manche Menschen nach jedem Rückschlag wieder aufstehen – und wie du es lernen kannst — Lebensstil
In diesem Artikel

Du kennst sicher jemanden, der selbst nach einem schweren Schicksalsschlag erstaunlich schnell wieder auf die Beine kommt. Der neu plant, Halt findet und weitermacht, während andere lange gelähmt bleiben. Aber warum ist das so?

Nicht, weil diese Menschen von Problemen verschont bleiben oder weniger empfindsam sind. Der Unterschied liegt oft woanders: darin, wie sie belastende Situationen verarbeiten.

Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass ein entscheidender Faktor die Resilienz ist – also die seelische Widerstandsfähigkeit. Diese psychologische Eigenschaft kann dabei helfen, dass stressige Phasen uns nicht mitreißen, sondern dass wir uns anpassen und weitergehen können.

Die gute Nachricht: Resilienz ist keine reine Frage der angeborenen Persönlichkeit. Mit der richtigen Übung lässt sie sich entwickeln.

Was Forscher über Resilienz herausgefunden haben

In einer aktuellen, kleineren Studie lösten 82 Teilnehmer Denk- und Entscheidungsaufgaben, während Forscher gleichzeitig ihre Gehirnaktivität untersuchten. Das Ziel: zu verstehen, wie das Gehirn positive und negative Informationen verarbeitet – und wie das mit der Bewältigung von Stress zusammenhängt.

Die Ergebnisse zeigten: Menschen mit höherer Resilienz ließen bei ihren Entscheidungen weniger zu, dass negative Informationen die Kontrolle übernahmen, berichtet Women's Health. Das heißt nicht, dass sie das Schlechte ignorierten – sondern dass sie seinen Einfluss besser steuern konnten.

Laut den Forschern hängt diese Fähigkeit damit zusammen, wie gut jemand in einer schwierigen Lage die Chancen, die Lösungen oder den Weg nach vorne erkennen kann.

Resilienz bedeutet nicht, immer stark sein zu müssen

Viele glauben, seelische Stärke heiße: niemals zusammenbrechen, immer positiv sein und jedes Problem mühelos meistern. Doch Psychologen sagen, das ist ein Trugschluss. Wer verstehen möchte, wie viel innere Kraft wirklich in ihm steckt, sollte diesen Mythos loslassen.

Dr. Thea Gallagher erklärt: Resilienz bedeutet in Wahrheit, dass wir uns anpassen und nach Stress, Verlust, Unsicherheit oder Misserfolg wieder aufrichten können.

Resiliente Menschen erleben genauso Traurigkeit, Enttäuschung, Angst oder Sorge. Der Unterschied liegt nicht im Fehlen dieser Gefühle, sondern darin, dass sie nicht langfristig lähmen. Diese Menschen können schwere Emotionen annehmen, sich an veränderte Umstände gewöhnen und Schritt für Schritt wieder vorankommen.

Für die Expertin ist Resilienz viel mehr seelische Flexibilität als schlichte „Härte".

Warum positiveres Denken in schweren Zeiten hilft

Eine der spannendsten Erkenntnisse der Studie: Das Gehirn resilienterer Menschen reagierte nicht unbedingt stärker auf positive Reize. Vielmehr zeigten jene Hirnareale, die für Aufmerksamkeit, Selbstkontrolle und das Deuten von Informationen zuständig sind, bei der Verarbeitung negativer Informationen mehr Aktivität.

Das könnte bedeuten: Diese Menschen sehen die Welt nicht einfach „positiver", sondern sie können besser mit negativen Gedanken umgehen. Sie lassen nicht zu, dass eine einzige schlechte Erfahrung ihr gesamtes Bild von einer Situation bestimmt.

Ein Beispiel: Ein missglücktes Meeting deuten sie nicht als „mir gelingt nie etwas", sondern eher als „das war eine schwierige Situation, aber ich habe sie gemeistert und kann daraus lernen".

So lässt sich seelische Widerstandskraft trainieren

Manche passen sich von Natur aus leichter an Veränderungen an – doch Resilienz kann jeder entwickeln.

Die Psychologin Dr. Hillary Ammon betont, dass grundlegende Alltagsgewohnheiten eine große Rolle für die mentale Gesundheit spielen.

Außerdem hilft es sehr, wenn wir bewusst unseren inneren Dialog verändern. Nach einer schwierigen Erfahrung lohnt es sich, verallgemeinernde Gedanken wie „mir passieren immer schlimme Dinge" zu vermeiden und stattdessen eine realistischere Sicht zu suchen: „das war jetzt schwer, aber ich habe es durchgestanden".

Auch kleine Herausforderungen stärken die Seele

Resilienz entsteht nicht über Nacht. Wie einen Muskel lässt sich auch diese Fähigkeit nur nach und nach aufbauen.

Laut Dr. Gallagher hilft es, kleinere, überschaubare Herausforderungen zu erleben – so lernen wir, dass wir Schwierigkeiten bewältigen können. Ein unangenehmes Gespräch führen, eine neue Situation ausprobieren, eine Grenze setzen oder ein durchdachtes Risiko eingehen: All das sind Erfahrungen, die das Vertrauen in uns selbst wachsen lassen.

Das Ziel ist nicht, nie wieder Angst oder Unsicherheit zu spüren – sondern trotz dieser Gefühle handeln zu können.

Gefühle zu erkennen ist der erste Schritt

Beim Aufbau von seelischer Widerstandskraft spielt auch eine wichtige Rolle, dass wir unsere Gefühle erkennen und benennen.

Wenn wir genau ausdrücken können, dass wir zum Beispiel enttäuscht, überfordert, wütend oder verunsichert sind, fällt es leichter, angemessen zu reagieren. Das bewusste Wahrnehmen der eigenen Emotionen hilft uns, die Zeichen von Anspannung früher zu bemerken – und etwas für uns zu tun, bevor der Stress uns völlig überwältigt.

Schwierigkeiten lassen sich nicht immer vermeiden – aber der Umgang damit ist erlernbar

Im Leben sind schwere Zeiten manchmal unvermeidlich: Veränderungen, Verluste, Misserfolge und Unsicherheiten. Seelische Stärke bedeutet nicht, dass uns all das nicht berührt.

Resilienz hilft dabei, dass wir mitten in den Schwierigkeiten unsere Entscheidungsfähigkeit bewahren, aus unseren Erfahrungen lernen und den Weg nach vorne finden.

Ist Resilienz angeboren oder erlernbar?

Beides spielt eine Rolle. Manche Menschen passen sich von Natur aus leichter an, doch laut dem Artikel lässt sich Resilienz mit der richtigen Übung genauso entwickeln – ähnlich wie ein Muskel, den man Schritt für Schritt trainiert.

Bedeutet Resilienz, dass man keine negativen Gefühle mehr hat?

Nein. Auch resiliente Menschen erleben Traurigkeit, Angst und Enttäuschung. Der Unterschied liegt darin, dass diese Gefühle sie nicht langfristig lähmen und sie deren Einfluss besser steuern können.

Wie kann ich im Alltag beginnen, meine Resilienz zu stärken?

Grundlegende Gewohnheiten wie ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung schaffen ein stabiles Fundament. Zusätzlich helfen ein bewusster innerer Dialog und das Annehmen kleiner, überschaubarer Herausforderungen.

Warum ist es wichtig, Gefühle zu benennen?

Wenn wir genau ausdrücken können, was wir fühlen – etwa Enttäuschung oder Überforderung –, fällt es leichter, angemessen zu reagieren und die Zeichen von Anspannung früh zu erkennen, bevor der Stress überhandnimmt.

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