Es gibt diesen Moment, in dem man die Maschine öffnet, die Nase in die warme Wäsche steckt – und zurückzuckt. Nicht schmutzig, aber auch nicht frisch. Leicht muffig, ein bisschen nach feuchtem Keller. Der erste Reflex ist, das Waschmittel zu wechseln oder mehr Weichspüler zu nehmen. Beides macht es meistens schlimmer. Der Geruch kommt nämlich fast immer aus der Maschine selbst, und zwar aus vier Ecken, die beim normalen Waschen nie wirklich sauber werden.
Warum die Maschine überhaupt riecht
Moderne Waschgewohnheiten sind gut für den Stromzähler und schlecht für die Trommel: Wir waschen bei 30 oder 40 Grad, benutzen flüssiges Waschmittel und machen die Tür nach dem Programm sofort zu. Niedrige Temperaturen töten Keime nicht ab, Flüssigwaschmittel enthält im Gegensatz zu Vollwaschpulver keine bleichenden Bestandteile, und hinter der geschlossenen Tür bleibt es feucht und warm. In dieser Kombination entsteht in Dichtung, Schublade und Ablauf ein schmieriger Belag – der eigentliche Geruchsträger.
Die vier Stellen, die wirklich zählen
Erstens die Türdichtung. Zieh die Gummifalte vorsichtig zur Seite und wisch mit einem Lappen und etwas Spülmittelwasser durch die Rille. Was du herausholst, ist oft eine graue, schleimige Schicht aus Waschmittelresten, Haaren und Flusen. Danach gründlich nachwischen und den Gummi trocken reiben. Schwarze Flecken, die sich nicht wegwischen lassen, sitzen tief im Material – hier hilft nur regelmäßiges Trockenwischen, damit es nicht schlimmer wird.
Zweitens die Waschmittelschublade. Sie lässt sich bei den meisten Geräten komplett herausziehen (oft mit einem kleinen Hebel). Lege sie zehn Minuten in heißes Wasser, bürste dann mit einer alten Zahnbürste die Kammern und vor allem den Siphon für den Weichspüler aus. Auch den Schacht, in dem die Schublade sitzt, mit der Bürste auswischen – dort sitzt häufig der Belag, den man nie sieht.
Drittens das Flusensieb unten hinter der kleinen Klappe. Handtuch und flache Schale bereitlegen, Schlauch oder Klappe öffnen, Wasser ablaufen lassen, Sieb herausdrehen und unter fließendem Wasser auswaschen. Was dort regelmäßig auftaucht, überrascht fast jeden: Münzen, Haargummis, Flusenklumpen. Wieder fest einschrauben und einmal kurz prüfen, ob es dicht ist.
Viertens die Trommel selbst. Nach dem Reinigen der drei Teile lässt du ein leeres Programm bei der höchsten Temperatur laufen, die dein Gerät kann – mit einer Dosis Vollwaschmittel in Pulverform oder einem speziellen Maschinenreiniger. Die Hitze plus die bleichenden Bestandteile im Pulver lösen Fettschichten, die kein 30-Grad-Programm je erreicht.
Die Gewohnheiten, die den Geruch gar nicht erst entstehen lassen
Lass die Tür und die Waschmittelschublade nach jedem Waschgang offen stehen, bis die Trommel trocken ist. Wisch die Dichtung einmal pro Woche kurz aus – zehn Sekunden mit dem Handtuch, das sowieso in die Wäsche geht. Nimm Wäsche zügig heraus, statt sie stundenlang feucht liegen zu lassen. Und wasch regelmäßig, etwa einmal im Monat, eine Ladung bei 60 Grad: Handtücher, Bettwäsche, Geschirrtücher. Diese heiße Ladung ist gleichzeitig Pflege für die Maschine.
Noch ein Punkt, der oft übersehen wird: Dosiere nicht zu großzügig. Zu viel Waschmittel wird nicht vollständig ausgespült und bleibt als Rest in der Maschine und in der Wäsche – und genau das riecht später.
Wie oft sollte man die Waschmaschine reinigen?
Für einen normalen Haushalt reicht es, Dichtung und Schublade einmal im Monat gründlich zu säubern und ebenso oft ein heißes Leerprogramm laufen zu lassen. Das Flusensieb darf seltener dran sein, etwa alle zwei bis drei Monate – es sei denn, es leben Haustiere im Haus oder die Maschine pumpt plötzlich langsamer ab, dann lieber früher nachsehen. Wer viel Sportkleidung oder sehr große Mengen wäscht, darf den Rhythmus ruhig verkürzen.
Hilft Essig in der Waschmaschine gegen Gerüche?
Essig löst Kalk und wirkt gegen Gerüche, kann aber bei häufiger Anwendung Gummidichtungen und Schläuche angreifen – deshalb ist er als Dauerlösung nicht ideal. Zuverlässiger und materialschonender ist die Kombination aus mechanischem Putzen der Dichtung und Schublade plus einem heißen Leerprogramm mit Vollwaschpulver oder einem Maschinenreiniger. Wenn der Geruch trotz gründlicher Reinigung bleibt, lohnt ein Blick in die Bedienungsanleitung oder ein Anruf beim Kundendienst, denn dann sitzt das Problem oft im Ablauf oder in der Pumpe.











