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Wird die letzte Staffel von Stranger Things enttäuschen? Meine gemischten Gefühle nach den ersten Folgen

Barbara Weber4 Min. Lesezeit
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Wird die letzte Staffel von Stranger Things enttäuschen? Meine gemischten Gefühle nach den ersten Folgen — Freizeit

Achtung: Dieser Artikel enthält Spoiler zu den ersten vier Folgen der letzten Staffel. Lies nur weiter, wenn du die neuen Episoden schon gesehen hast!

Nach langer Wartezeit ist endlich die letzte Staffel von Stranger Things da – genauer gesagt die ersten vier Folgen. Netflix hält für Weihnachten noch weitere Episoden bereit, und zum Jahresende folgt das große Finale. Ich habe mich sehr auf den Start der letzten Staffel gefreut: Die Serie war eine meiner großen Favoriten, die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen, und die Welt hat immer eine nostalgische Stimmung vermittelt, als könnte man wirklich in die 80er zurückreisen. Vielleicht genau deshalb hat es mich so enttäuscht, dass diese ersten vier Folgen mich nicht wirklich überzeugt haben.

Die lange Pause hat nicht gerade geholfen. Bei einer so vielschichtigen Serie mit komplexer Mythologie ist es einfach schwer, dort anzuknüpfen, wo man vor Jahren aufgehört hat. Vielleicht hätte es geholfen, die bisherigen Folgen nochmal anzuschauen – aber ehrlich gesagt ist es unrealistisch zu erwarten, dass das jeder macht. Und genau so fühlt es sich leider an.

Die Handlungsstränge waren schon immer dafür bekannt, Rätsel auf Rätsel zu häufen. Oft kam es vor, dass eine Frage noch offen war, während schon das nächste Geheimnis auftauchte – jetzt wirken alle Verstrickungen noch verworrener. Nach einer Weile wurde ich frustriert, weil ich ständig entschlüsseln musste, wer wen steuert, wem welche Erinnerung gehört, welche verborgenen Motive dahinterstecken und was die mystischen Szenen eigentlich bedeuten sollen. Statt mich in die Welt hineinzuziehen, fühlte ich mich immer weiter entfernt.

Es fehlte noch etwas anderes: das Feeling der 80er

Ein großer Reiz von Stranger Things war immer, wie die Serie mit der Popkultur der 80er spielte – wie ein Erwachsener, der seine alten Lieblingsspielzeuge wiederentdeckt. Doch diese Ebene scheint diesmal in den Hintergrund gerückt zu sein. Es gibt weniger ikonische Musikmomente, weniger Filmreferenzen und insgesamt auch weniger Humor. Bisher hat die Serie die düsteren, gruseligen Töne wunderbar mit leichten, oft charmanten Momenten ausbalanciert. Jetzt überwiegt fast alles die Dramatik, und die wenigen Witze entstehen hauptsächlich aus kurzen Neckereien der Figuren – die oft schon etwas abgenutzt und langatmig wirken. Man spürt fast, wie die Autoren krampfhaft versuchen, eine neue ikonische Zeile aus den Charakteren herauszukitzeln – doch das Ergebnis wirkt diesmal schwächer.

Junger Mann schaut mit Popcorn in der Hand einen Film

Doch die vierte Folge bietet zum Schluss eine starke Szene, die etwas von dem emotionalen Pathos zurückbringt, den Stranger Things früher so gekonnt eingesetzt hat.

Dieser kurze Lichtblick war jedoch zu wenig für rund fünf Stunden Geschichte.

Am merkwürdigsten ist vielleicht, dass die Schauspieler sichtbar erwachsen geworden sind – und sie machen ihre Sache wirklich gut –, doch ihre Figuren scheinen diese Entwicklung nicht mitgemacht zu haben. In den früheren Staffeln konnte man die Dynamik und Motivationen der Kinder perfekt nachvollziehen und fühlen. Jetzt wirken die Dilemmata der jungen Erwachsenen eher wie grobe Skizzen. Will kämpft weiter mit seiner Angst vor dem Coming-out, Mike und El träumen von einem Neuanfang, Lucas versucht, den Verlust von Max zu verarbeiten – all das hätten wir auch ohne eine einzige neue Folge der Staffel zusammenfassen können. Neue Tiefe oder Konflikte gab es kaum.

Zum Glück gibt es Grund zur Hoffnung: Die Bildsprache bleibt wunderschön

Die Atmosphäre fesselt an manchen Stellen weiterhin. Die Schauspieler sind nach wie vor talentiert, auch wenn sie diesmal nicht viel Material zum Arbeiten haben. Für mich waren diese vier Folgen eine Enttäuschung – aber keine ausweglose. Stranger Things war bisher immer dann am stärksten, wenn alles sorgfältig vorbereitet war und Emotionen, Spannung und Kreativität endlich frei entfalten konnten.

Ich hoffe wirklich, dass das auch diesmal so sein wird und die zu Weihnachten erscheinenden Folgen uns wieder daran erinnern, warum wir uns damals in die Welt von Hawkins verliebt haben. Das Potenzial schwingt weiterhin im Hintergrund mit – ich hoffe nur, dass es diesmal auch wirklich zur Geltung kommt.

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