Kommunikation
Diese Treffen könnten meist locker per E-Mail erledigt werden, vor allem wenn es nur um die Betreuung an arbeitsfreien Tagen oder die monatlichen Gebühren für Nachmittagsangebote geht. Die tägliche Kommunikation könnte dagegen ruhig ins 21. Jahrhundert wechseln. Einige Lehrkräfte nutzen Online-Plattformen super, um Eltern rechtzeitig über wichtige und dringende Termine zu informieren. Trotzdem kommt es noch vor, dass morgens im Kindergarten den Eltern gesagt wird, sie sollen ihr Kind früher abholen, weil am Nachmittag der Sand im Hof desinfiziert wird. (Basierend auf tatsächlichen Ereignissen.)
Fairerweise muss ich aber auch sagen: Einige Eltern könnten von einem Kommunikationstraining profitieren, um Grundregeln zu lernen. Zum Beispiel, dass man Lehrkräfte nicht auf Social-Media-Kanälen kontaktiert, wenn sie das nicht ausdrücklich erlaubt haben. Und schon gar nicht um 23 Uhr. Am Samstag. An Weihnachten. So als Beispiel.
Künstlerische Bildung
Ein großer Unterschied war, als wir einen neuen Kunstlehrer bekamen, von dem ich lernte, dass man Zeichnen tatsächlich LERNEN kann. Klar, Monet wäre ich wohl auch nicht geworden, wenn ich erst mit sieben Jahren das Konzept der Perspektive kennengelernt hätte, aber vielleicht hätte ich die zweidimensionale Darstellung, wie sie auf ägyptischen Pyramiden zu sehen ist, hinter mir lassen können. Das werden wir nie erfahren.
Was ich aber sicher weiß: Dass mein Lehrer neben Zeichentechnik auch Kunstgeschichte unterrichtete, hat meine Allgemeinbildung deutlich bereichert. Endlich fühlte ich mich nicht mehr so, als wären Zeichenstunden Zeitverschwendung. Und obwohl ich daran glaube, dass künstlerischer Selbstausdruck für Grundschulkinder und besonders für Jugendliche wichtig ist, denke ich auch, dass man das besser machen kann, als die Kinder 45 Minuten lang mit einer Vertretungslehrkraft allein zu lassen.
Sportunterricht
Ich gehöre noch zu der Generation, die „nur“ zweimal pro Woche Sportunterricht hatte. Trotzdem sagt das schon viel aus: In Ungarn haben Menschen theoretisch zwölf Jahre lang mindestens zweimal pro Woche Sport gemacht – und trotzdem hören viele nach der Schule freiwillig komplett damit auf.
Ich glaube fest daran, dass Sportunterricht Spaß an Bewegung vermitteln sollte. Dass jedes Kind eine Sportart findet, in der es Erfolge oder zumindest Freude erlebt. Dann könnte Sport in zwölf Jahren zu einer Routine werden, die man auch später nicht aufgibt. Das wäre eines der größten Geschenke, die das Bildungssystem langfristig machen kann.
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