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5 Gründe, warum Geschwister sich nicht verstehen – laut Familientherapeuten

Fehér Dia3 Min. Lesezeit
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5 Gründe, warum Geschwister sich nicht verstehen – laut Familientherapeuten — Familie
In diesem Artikel

Fragst du echte Menschen nach ihrer Familiendynamik, bekommst du ganz unterschiedliche Antworten. Manche Geschwister sind unzertrennlich: Sie sprechen täglich und teilen sogar die peinlichsten Dating-Details. Andere pflegen eher eine höfliche Distanz – oder haben den Kontakt komplett abgebrochen. Und selbst ohne großen Drama ist das total normal.

„Es ist völlig okay, wenn Geschwister eher freundschaftliche Bekannte sind, deren Leben sich nur teilweise überschneiden“, sagt Erin Runt, Paar- und Familientherapeutin, im SELF-Interview. „Viele glauben, häufigen Kontakt mit emotionaler Nähe gleichzusetzen.“ Doch in Wirklichkeit ist das oft nicht so – auch wenn Familien-Sitcoms oder perfekte Instagram-Posts anderes suggerieren. Und deswegen solltest du dich auch nicht schuldig fühlen.

Was entscheidet also, ob einige Geschwister beste Freunde werden, während andere einfach nur „nebeneinander existieren“? Familientherapeuten sagen, dass – auch ohne große Konflikte – mehrere Faktoren eine Rolle spielen können.

1. Einstellung der Eltern

Es gibt Familien – und Kulturen –, in denen Eltern bewusst darauf achten, dass ihre Kinder eine enge Beziehung haben: Sie sollen aufeinander achten, sich aufeinander verlassen und sich als natürliche Verbündete sehen. Vielleicht hat deine Mutter immer darauf bestanden, dass du deine Schwester zum Spielplatz mitnimmst, oder dein großer Bruder hat dir Schwimmen, Radfahren und Autofahren beigebracht.

Laut Runt können solche frühen Erfahrungen – Unterstützung und Zusammenarbeit – still und tief beeinflussen, wie Geschwister als Erwachsene zueinander finden.

Geschwister zusammen

2. Bevorzugung in der Familie

So wie positive Erlebnisse verbinden, können negative trennen.

„Bevorzugung ist eine der Sachen, die Eltern oft – auch unbewusst – tun“, erklärt Therapeutin Karen Gail Lewis.

Es spielt keine Rolle, ob es sich um das ältere oder jüngere Kind handelt: Wer weniger „besondere Behandlung“ bekam – mehr Kritik, strengere Regeln oder ständige Vergleiche – trägt oft Verletzungen mit sich. Das erschwert langfristig den Aufbau von Vertrauen und einer positiven Beziehung.

Geschwister auf Ausflug

3. Gemeinsame Lebensphasen

Auch wenn sie als Kinder nicht gut miteinander auskamen, können Geschwister als Erwachsene näher zusammenrücken, wenn sie ähnliche Meilensteine erreichen.

„Vielleicht haben sie ungefähr gleichzeitig geheiratet oder sind Eltern geworden“, ergänzt Runt.

Solche Veränderungen führen oft dazu, dass sie sich gegenseitig Rat holen oder als Stütze dienen. Diese Erfahrungen schaffen eine neue gemeinsame Basis – eine, die nicht erzwungen, sondern organisch wächst.

Geschwister sprechen im dunklen Treppenhaus

4. Altersunterschied

Viele spekulieren, was der „ideale“ Altersabstand zwischen Geschwistern ist, doch laut Gail Lewis gibt es kein klares Muster, das Nähe anhand von Alter, Geschlecht oder Geschlechtsidentität vorhersagt.

Andererseits kann bei sehr engem Altersabstand häufiger ein Vergleich oder ein subtiler Wettbewerb entstehen.

„Ein großer Altersunterschied verringert zumindest den Konkurrenzdruck“, sagt Gail Lewis. Aber ein kleiner Altersabstand garantiert keine enge Beziehung.

Kinder springen auf dem Bett

5. Persönlichkeitsunterschiede

Manchmal ist die Erklärung ganz einfach: Ihr habt nichts gemeinsam. Beide Therapeutinnen sagen, dass Persönlichkeitsunterschiede so stark sein können, dass ihr euch ohne denselben Haushalt vielleicht nie als Freunde wählen würdet.

Ein introvertierter, häuslicher Typ und ein extrovertierter Sportfan genießen wahrscheinlich nicht dieselben Aktivitäten. Und eine rebellische, risikofreudige Persönlichkeit findet vielleicht nicht leicht Anschluss bei einem regelkonformen, konfliktvermeidenden Geschwister.

Kleiner Bruder liegt auf dem Rücken des großen Bruders

Das Wichtigste: Nicht jede Geschwisterbeziehung muss so aussehen wie die der Geller-Geschwister aus „Friends“. Entscheidend ist, dass ihr eine Form findet, die für euch beide passt. Das kann tägliche, vertrauliche Gespräche über alles sein. Oder ein paar Treffen im Jahr zu besonderen Anlässen. Oder ein FaceTime-Anruf, bei dem ihr gemeinsam über Mama und Papa schimpft.

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