Leider stammen die meisten unserer Kalorien aus wenig wertvollen Quellen, während wir zu wenig von den Lebensmitteln und Getränken konsumieren, die unser Gehirn wirklich unterstützen. Eine Studie aus dem Jahr 2021 in JAMA zeigte, dass fast 70 % der Kalorien von 2- bis 19-Jährigen aus ultraverarbeiteten (also ungesunden) Lebensmitteln stammen. Unter all diesen leeren Kalorien gibt es kaum etwas, das dem Gehirn mehr schadet als zuckerhaltige Getränke.
Zuckerhaltige Getränke (oft SSB genannt) sind eine große Gruppe von Getränken, die mit verschiedenen Zuckerarten wie Glukose, Fruktose, Maissirup, Maissirup mit hohem Fruktoseanteil, Melasse oder Maissirup gesüßt sind.
SSB sind unglaublich verbreitet und gehören zu den beliebtesten Getränken auf dem Markt. Diese gehirnschädigenden Flüssigkeiten finden sich als Energydrinks, Kaffeegetränke, Limonaden, Fruchtsäfte, Tees, Sportwässer und viele weitere Varianten. Forschungen der letzten zehn Jahre zeigen, dass etwa die Hälfte der Erwachsenen an einem Tag SSB konsumiert, bei Jugendlichen sind es sogar 63 %. Wahrscheinlich trinkst auch du regelmäßig solche Getränke. Aber warum sind SSB so schlecht fürs Gehirn?

Das hat mehrere Gründe:
Gefäßprobleme wie Bluthochdruck und Schlaganfälle schädigen das Gehirn massiv. Sie tragen zur Demenz bei und hängen eng mit unserer Ernährung zusammen. Unglücklicherweise sind SSB ein bedeutender Risikofaktor für all diese Probleme.
Eine Metaanalyse von 2023 mit 72 Studien zeigt, dass ein hoher Konsum von SSB mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle, Bluthochdruck und vorzeitigen Tod durch Gefäßerkrankungen verbunden ist.
Indem sie den Stoffwechsel schädigen, die Gehirngefäße beeinträchtigen und Entzündungen fördern, ist es kein Wunder, dass ein hoher SSB-Konsum auch mit einem höheren Demenzrisiko einhergeht. Aktuell leben über 50 Millionen Menschen mit Demenz – und diese Zahl wird in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich auf über 150 Millionen steigen.
Als ob das nicht genug wäre, kann der Konsum von SSB auch die Anfälligkeit für Depressionen erhöhen. Weltweit sind Hunderte Millionen Menschen betroffen. Die Standardbehandlung umfasst meist Medikamente und Psychotherapie. Doch es ist klar, dass Prävention eine größere Rolle spielen muss.
Hier kommen die SSB ins Spiel: Ihr Konsum steht in Verbindung mit einem deutlich höheren Risiko für klinische Depressionen. Wer täglich drei Dosen Cola trinkt, hat bis zu 25 % höheres Depressionsrisiko. Auch hier spielen Stoffwechsel- und Entzündungsprozesse eine Rolle.
Was kannst du tun?
Viele Gesundheitsexpert:innen sagen gern „Alles in Maßen“. Die Wahrheit ist aber: Für die meisten Menschen gibt es keine Menge an zuckerhaltigen Getränken, die wirklich gut tut. Die zusätzlichen Kalorien helfen kaum jemandem, und vor allem die Blutzuckeranstiege durch SSB, Stoffwechsel-störungen, Entzündungen und Gefäßprobleme verschlechtern langfristig deine Gesundheit. Deshalb ist es eine gute Idee, SSB drastisch zu reduzieren oder ganz aus deinem Leben zu streichen. Wenn du nicht komplett auf zuckerhaltige Getränke verzichten willst oder kannst, dann versuche zumindest, ihren Konsum so gering wie möglich zu halten.











