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Frauen werden immer „reicher“ – und das verändert die Welt

Angela Fischer4 Min. Lesezeit
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Frauen werden immer „reicher“ – und das verändert die Welt — Lebensstil
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Wir haben Frauen gefragt, wie sie diese langsame, aber immer deutlicher spürbare Machtverschiebung erleben.

Studien

Heute studieren mehr Frauen als Männer – und als ehemalige Lehrerin freut mich das sehr. Als ich anfing zu unterrichten, hatte ich fast nur Jungen in der Klasse, als ich in Rente ging, waren es mehr Mädchen als Jungen. Das Unterrichten der Mädchen hat mir mehr Freude gemacht, denn Frauen sind oft kooperativer, fleißiger, sie diskutieren weniger und sind dankbar, dabei sein zu dürfen.

Das Konto

Bis 1974 konnten Frauen in Texas nur dann ein Bankkonto eröffnen oder einen Kredit aufnehmen, wenn ihr Ehemann, Vater oder Bruder dafür bürgte. Und wenn wir denken, das sei rückständig, dann bedenken wir, dass ein ähnliches Gesetz in der progressiven Schweiz erst 1985 aufgehoben wurde! Dort brauchte eine Frau sogar die Erlaubnis ihres Mannes, um arbeiten zu dürfen.

Letztes Jahr, als ich mich scheiden ließ, war ich dankbar für dieses Gesetz. Mein Mann wollte nach der Hochzeit unser Geld komplett zusammenlegen, ich aber bestand auf ein eigenes Konto. Wir hatten ein gemeinsames Konto, auf das wir monatlich einen Betrag einzahlen, der Miete, Essen und andere gemeinsame Ausgaben – wie Wohnungsunterhalt und Reisen – deckt. Das restliche Gehalt führten wir auf eigenen Konten. Bei der Scheidung stellte sich heraus, dass mein Mann enorme Schulden angehäuft hatte und sein Konto komplett im Minus war. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie es gelaufen wäre, wenn wir nur ein gemeinsames Konto mit meinem ganzen Geld gehabt hätten…

Ausgaben

Kürzlich entstand in einer Runde eine Diskussion, ob Frauen oder Männer mehr Geld ausgeben. Ich argumentierte, dass die Verwaltung des "Taschengelds" (ich mag dieses Wort nicht, es klingt abwertend) meist Frauensache ist – deshalb gehen Frauen besser mit Geld um. Die Männer in der Runde glaubten mir nicht.

Ich musste nachschauen und fand heraus: Laut einer Deloitte-Studie über 23 Länder geben Männer zwar genauso oft Geld aus wie Frauen, aber sie geben 40 % mehr aus! Besonders bei den Millennials ist der Unterschied mit 60 % noch größer.

Das berühmte Brot

Wir können das Klischee vom „Vater als Ernährer“ getrost vergessen, denn in meinem Umfeld verdienen die Ehefrauen längst mehr als ihre Männer.

Schmuck

Während ich meine wunderschönen – selbstgekauften – Ringe, Ketten und Ohrringe ordne, denke ich manchmal daran, warum Frauen früher so sehr an ihrem Schmuck hingen. Männer glauben, Diamanten seien die besten Freunde der Frauen, weil sie oberflächlich sind. Tatsächlich aber lag es daran, dass Frauen früher weder Land noch Besitz oder Geschäfte auf ihren Namen hatten: Alles gehörte dem Vater, Ehemann oder Bruder. Nur in seltenen Fällen konnten sie Vermögen erwerben, etwa wenn der Vater starb oder sie verwitwet waren und keinen Bruder hatten.

Egoismus

Alle meine Freundinnen haben Kinder, ich bewusst nicht. Als kinderfreie Patentante ist mir Folgendes aufgefallen: Mütter investieren ihr Geld immer in die Familie, Väter hingegen geben es eher für sich selbst aus.

Frauen stecken Geld in bessere Lebensmittel, Kleidung, Nachhilfe oder Schule für ihre Kinder oder kaufen ein sichereres Auto für die Familie. Manchmal buchen sie eine Reise oder ein gemeinsames Erlebnis. Männer hingegen kaufen sich oft ein Motorrad, eine neue Spielkonsole oder andere Gadgets, die nur ihrer Unterhaltung dienen.

Reichtum und Wirtschaft

Ich bin eine erfolgreiche Geschäftsfrau und bewege mich in solchen Kreisen. Mir fällt auf, dass der Reichtum von Frauen der Wirtschaft eindeutig guttut. Im Gegensatz zu Männern sind Frauen viel karitativer und geben mehr von ihrem Vermögen an die Gesellschaft zurück. Sie legen Wert auf ethische, umweltbewusste Unternehmen und spenden deutlich mehr.

Männer interessieren sich meist nur für schnellen Profit, ohne Rücksicht auf die Schäden für die Erde, wenn sie in Öl, Zigaretten oder Waffen investieren. Sie spenden nur, wenn sie selbst einen Vorteil daraus ziehen, meist positive Publicity. Ich habe mich mit diesem Phänomen beschäftigt und festgestellt, dass dieser Trend unabhängig vom finanziellen Status ist: Auch ärmere Frauen spenden häufiger und mehr als Männer.

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