Es gibt diesen einen Abend im Oktober, an dem man zum ersten Mal mit kalten Füßen auf dem Sofa sitzt und denkt: Jetzt reicht es. Die Hand wandert zum Thermostat, dreht auf die höchste Stufe, und eine halbe Stunde später ist der Raum trotzdem nicht richtig warm – nur die Abrechnung wird es irgendwann sein. In den vergangenen Wochen gab es wieder viele Berichte über Ausfälle, lange Wartezeiten auf Handwerker und kalte Wohnungen. Unabhängig davon lohnt es sich, einmal in Ruhe durch die eigene Wohnung zu gehen, bevor der Winter richtig anfängt.
Das Thermostat ist kein Gaspedal
Der hartnäckigste Irrtum: Auf Stufe 5 wird es schneller warm. Wird es nicht. Die Zahlen am Thermostatkopf stehen für eine Zieltemperatur, nicht für Tempo. Stufe 3 entspricht bei den meisten gängigen Köpfen ungefähr einer angenehmen Wohnzimmerwärme, jede Stufe darüber heizt den Raum nur weiter auf, als du eigentlich willst – und wird dann oft vergessen. Wer auf 5 dreht, um schneller warm zu werden, heizt in Wirklichkeit über das Ziel hinaus und reißt danach das Fenster auf.
Sinnvoller ist ein konstanter, moderater Wert pro Raum: im Wohnbereich spürbar wärmer, im Schlafzimmer deutlich kühler, im Flur dazwischen. Und ganz abdrehen lohnt sich in wenig genutzten Zimmern selten, weil das Auskühlen der Wände mehr Energie kostet, als die Absenkung spart. Eine niedrige Grundstufe ist fast immer die klügere Wahl, auch wegen der Feuchtigkeit.






