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„Meine Freundschaft oder mein Kind?“ – Wenn die beste Freundin keine Kinder mag

Schuster Borka5 Min. Lesezeit
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„Meine Freundschaft oder mein Kind?“ – Wenn die beste Freundin keine Kinder mag — Familie
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Eine Freundschaft hält viele Veränderungen aus – aber manche Lebenssituationen bringen selbst die stärksten Bindungen ins Wanken. Eine davon: Die eine bekommt ein Kind, die andere weiß mit Kindern nichts anzufangen. Oder will es einfach nicht.

Drei unserer Leserinnen erzählen, wie genau das ihre engste Freundschaft für immer verändert hat.

„Meine Freundschaft oder mein Kind?“

Eszter, 36, und ihre beste Freundin waren fünfzehn Jahre lang fast unzertrennlich. Jeden wichtigen Moment erlebten sie gemeinsam – deshalb war sie sich sicher, dass auch die Mutterschaft daran nichts ändern würde.

„Als mein Sohn geboren wurde, hielt ich es für selbstverständlich, dass K. genauso ein Teil meines Lebens bleibt. Ich habe nicht erwartet, dass sie wickelt oder mit dem Baby spielt – nur, dass sie sich ab und zu darauf einstellt, dass ich nicht mehr von heute auf morgen für einen ganzen Abend ausgehen kann. Stattdessen hatte ich schon in den ersten Monaten das Gefühl, sie wäre wütend auf mich. Wenn ich ein Treffen absagte, war sie beleidigt. Wenn ich vorschlug, sie solle zu mir kommen, weil das Baby schläft, sagte sie, sie habe keine Lust, den ganzen Nachmittag Kindergeschrei zu hören.“

Der Wendepunkt war für Eszter ein Streit.

„Sie sagte, sie habe genug davon, dass sich alles nur ums Kind dreht. Ich fragte zurück, was sie denn eigentlich erwarte. Soll ich meinen anderthalbjährigen Sohn allein zu Hause lassen, damit wir wie vor zehn Jahren Cocktails trinken gehen können? Am Ende warf sie mir an den Kopf, sie habe das Gefühl, ich müsse mich zwischen ihr und meinem Kind entscheiden – und ich würde mein Kind wählen. Mir blieb die Spucke weg. Ich sagte ihr, dass ich mich gar nicht entscheiden will, aber wenn sie darauf besteht: Ja, natürlich wähle ich mein Kind. Was hat sie denn erwartet? Mein Kind steht selbstverständlich immer an erster Stelle. Danach hat sie sich monatelang nicht gemeldet. Inzwischen reden wir wieder miteinander, aber die alte Nähe ist nie zurückgekehrt.“

„Sie fragte, ob ich sie immer mitbringen muss“

Juli, 33, erzählt, ihre Freundin habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie keine Kinder mag. Lange glaubte Juli, das würde ihre Freundschaft nicht beeinflussen.

„Als meine Tochter ein Jahr alt war, nahm ich sie ab und zu mit zum Kaffee oder zum Mittagessen. Im Kinderwagen oder im Hochstuhl war sie völlig zufrieden, sie war wirklich kein schwieriges Kind. Und dann fragte meine Freundin mich ganz ernst, ob ich sie denn immer mitbringen müsse. Zuerst dachte ich, sie macht Witze. Dann sah ich, dass es ihr bitterernst war.“

Danach, sagt Juli, wurde jedes Treffen unangenehmer.

„Wenn meine Tochter etwas sagte, sah ich ihr an, dass sie genervt war. Wenn sie zwei Minuten weinte, verdrehte sie schon die Augen. Irgendwann sagte lieber ich die Treffen ab, weil ich keine Lust mehr hatte, ständig das Gefühl zu haben, ich sei allein deshalb eine Zumutung, weil ich Mutter geworden bin.“

Heute sehen sie sich nur noch selten. Nicht, weil sie sich zerstritten hätten, sondern weil sie einfach ein völlig anderes Leben führen. Juli kann das akzeptieren – sie bedauert nur, dass sie es nie offen aussprechen konnten.

„Sie sagte, dann komme sie lieber gar nicht“

Réka, 39, organisierte jedes Jahr eine große Geburtstagsfeier. Als ihr Sohn zur Welt kam, hielt sie es für selbstverständlich, dass das so bleiben würde.

„Ich habe allen vorher Bescheid gesagt, dass die Feier dieses Jahr am Nachmittag stattfindet, weil abends die Schlafenszeit ist. Meine beste Freundin sagte daraufhin, wenn Kinder dabei sind, komme sie lieber gar nicht. Ich versuchte, einen Kompromiss zu finden. Ich sagte, die Kinder seien ohnehin im Garten, und außerdem kämen die Großeltern, die sich um sie kümmern, damit ich selbst ein bisschen mit meinen Freunden abschalten kann. Aber sie blieb hart. Sie erklärte, sie wolle keine einzige Minute in einer Gesellschaft verbringen, in der Kinder sind.

Was Réka verletzt hat, war nicht, dass ihre Freundin keine Kinder mag – sondern wie sie damit umging.

„Ich habe nie erwartet, dass sie meinen Sohn vergöttert. Aber schon, dass sie mir zuliebe ein, zwei Stunden mit ihm im selben Raum aushält. Am Ende kam sie nicht zu meinem Geburtstag. Und da habe ich verstanden, dass es Freundschaften gibt, die nicht an einem großen Streit zerbrechen – sondern einfach daran, dass das Leben die Menschen in verschiedene Richtungen trägt.“

Muss eine Freundschaft eine neue Elternschaft überstehen?

Nicht jede Freundschaft übersteht den Übergang zur Elternschaft. Wie die Geschichten zeigen, scheitert es oft weniger am Kind selbst als daran, wie beide Seiten mit der Veränderung umgehen – und ob sie ehrlich darüber sprechen können.

Häufige Fragen

Warum belastet ein Kind manche Freundschaften so stark?

Weil sich der Alltag der Mutter grundlegend verändert – spontane Abende fallen weg, alles muss geplant werden. Wenn die kinderlose Freundin sich nicht darauf einstellen kann oder will, entsteht schnell das Gefühl, zwischen Freundschaft und Kind wählen zu müssen.

Muss eine gute Freundin Kinder mögen?

Nein. Wie Réka sagt, geht es nicht darum, das Kind zu vergöttern – sondern darum, es einer Freundin zuliebe für ein, zwei Stunden zu akzeptieren. Der Umgang mit der Situation zählt oft mehr als die Gefühle gegenüber Kindern selbst.

Kann man solche Freundschaften noch retten?

Manche schon: Eszter und ihre Freundin reden wieder miteinander, auch wenn die alte Nähe fehlt. Andere driften einfach auseinander, ohne Streit – weil das Leben die Menschen in verschiedene Richtungen führt.

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