Die vier Dinge, die mit dem Job verschwinden
Mir hilft eine einfache Liste. Struktur: Wann beginnt mein Tag, wenn kein Termin ihn beginnt? Kontakt: Mit wem spreche ich, wenn die Teeküche wegfällt? Anerkennung: Wofür bekomme ich noch Rückmeldung? Sinn: Wofür stehe ich auf, auch wenn es niemand bemerkt?
Nimm dir für jeden Punkt eine ehrliche Antwort vor. Struktur kann ein fester Morgenspaziergang sein, ein Kurs am Mittwochvormittag, ein Ehrenamt mit verbindlichen Zeiten. Kontakt braucht Initiative: Freundschaften, die über Jahre am Arbeitsplatz gewachsen sind, überleben den Abschied nur, wenn sich jemand kümmert. Anerkennung findet sich oft dort, wo man etwas weitergibt. Und Sinn ist meist kleiner, als man denkt: ein Garten, ein Enkelkind, ein Verein, ein Projekt, das nie fertig wird.
Der Probelauf: ein freier Tag, der wirklich leer ist
Eine Übung, die mehr bringt als jedes Seminar: Nimm dir einen Wochentag frei und verplane ihn bewusst nicht. Kein Arzttermin, keine Behördengänge, keine aufgeschobene Steuererklärung. Nur ein offener Tag. Beobachte, wann du unruhig wirst, worauf du automatisch zugreifst, was dir fehlt. Die meisten merken schon am Nachmittag, welche der vier Säulen bei ihnen am wackeligsten ist.
Wer mag, wiederholt das mehrmals im Jahr, vielleicht sogar als kleine Testwoche im Urlaub, in der nichts gebucht ist. Das klingt unspektakulär, ist aber der ehrlichste Blick in die eigene Zukunft, den man ohne Glaskugel bekommen kann.






