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Tisch decken mit dem, was draußen wächst: Spätsommerdeko ohne Einkauf

Borka Schuster4 Min. Lesezeit
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Tisch decken mit dem, was draußen wächst: Spätsommerdeko ohne Einkauf — Deko
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Ende August hat der Garten eine seltsame Phase: Die üppigen Sommerblumen sind durch, der Herbst ist noch nicht so weit, und alles wirkt ein bisschen ausgefranst. Genau das ist der Moment, in dem die schönste Tischdeko entsteht – weil man nicht mehr auf perfekte Blüten wartet, sondern nimmt, was da ist. Bei uns heißt das: Ich gehe mit der Schere über den Balkon und in den Hinterhof und bin in zehn Minuten wieder drin.

Was jetzt draußen brauchbar ist

Verblühte Hortensien sind der große Gewinn dieser Wochen. Sie werden papierartig, nehmen grünlich-rosa Töne an und halten in der Vase ewig, sogar ganz ohne Wasser. Dazu kommen Gräser, die schon Samenstände tragen, Fenchel- und Dillblüten aus dem Kräuterkasten, Zweige mit kleinen unreifen Äpfeln oder Hagebutten, ein paar Stängel Minze, Kapuzinerkresse mit ihren runden Blättern und alles, was an Blattwerk noch fest ist.

Ich schneide morgens, wenn die Pflanzen noch kühl sind, und stelle die Stängel sofort in einen Becher Wasser. Zwei Regeln halte ich dabei ein: nie mehr als ein Drittel eines Triebs von einer Pflanze nehmen, und in öffentlichen Anlagen oder auf fremden Grundstücken gar nichts. Am Feldrand oder im eigenen Hof ist ein Handvoll Gräser dagegen völlig unproblematisch.

Drei kleine Gefäße statt einem großen Strauß

Der häufigste Fehler ist der eine große Strauß in der Mitte, hinter dem sich alle beim Essen vorbeibeugen müssen. Viel schöner und viel einfacher: drei bis fünf kleine Gefäße in ungerader Zahl, alle niedriger als Augenhöhe im Sitzen. Marmeladengläser, ausgespülte Senfgläser, eine alte Espressotasse, ein Wasserglas – gern unterschiedlich, aber mit einem verbindenden Element, etwa alle aus Glas oder alle weiß.

In jedes Gefäß kommen nur zwei bis drei Sorten: ein Gras für Höhe, etwas Blühendes oder Fruchtiges für Farbe, ein Blatt für Fülle. Das wirkt sortierter als ein Mischstrauß und geht schneller. Wenn du die Gläser in einer leicht gewellten Linie über den Tisch verteilst, statt sie brav aufzureihen, sieht es sofort weniger nach Deko und mehr nach Zufall aus – was hier das Ziel ist.

Die Tischdecke, die du schon hast

Für die Fläche musst du nichts kaufen. Ein einfarbiges Leinenbettlaken, ein Baumwolltuch aus dem Wäscheschrank oder ein ausgedienter Vorhang aus leichtem Stoff sehen auf dem Tisch besser aus als jede beschichtete Tischdecke – Falten inklusive, die gehören dazu. Bei uns liegt oft nur ein schmaler Läufer aus einem gefalteten Laken in der Mitte, weil das Holz drumherum schön ist.

Servietten ersetze ich durch Geschirrtücher, gerollt und mit einem Halm Gras oder einem Minzzweig zusammengebunden. Dazu Kerzen: kurze Stumpen in kleinen Gläsern, damit der Wind auf der Terrasse nichts ausrichten kann. Wenn Kinder mitdecken, bekommen sie den Job mit den Kerzen und den Blättern – Blätter unter jeden Teller legen ist genau die Aufgabe, bei der ein Fünfjähriger ernsthaft konzentriert bleibt.

Wie lange hält so ein selbst gepflückter Strauß auf dem Tisch?

Gräser und verblühte Hortensien halten Wochen, viele davon trocknen einfach im Glas ein und sehen dabei besser aus als vorher. Weiche Stängel wie Minze, Kapuzinerkresse oder Dillblüten sind nach zwei bis vier Tagen durch – sie halten länger, wenn du sie schräg anschneidest, alle Blätter unterhalb der Wasserlinie entfernst und das Wasser täglich wechselst. Am einfachsten fährst du, wenn du beides mischst: eine haltbare Basis, die stehen bleibt, und ein paar frische Stängel, die du bei Bedarf austauschst.

Was mache ich, wenn ich weder Garten noch Balkon habe?

Dann liefert die Küche erstaunlich viel: eine kleine Schale mit Feigen, Weintrauben oder Zwetschgen als essbare Mitte, ein Bund Petersilie oder Basilikum im Wasserglas, ein paar Lorbeerblätter unter die Servietten gelegt. Ergänzend reicht ein einziger Bund Blumen vom Markt, wenn du ihn nicht als Strauß stehen lässt, sondern in drei kleine Gläser aufteilst – so wirkt derselbe Einkauf doppelt so großzügig und der Tisch bekommt trotzdem diese lockere, gewachsene Note.

Über die Autorin

Borka Schuster

Borka Schuster schreibt über den Alltag zwischen Job, Familie und einem ADHS-Kopf, der sich nicht an Linien hält. Sie tauscht ehrliche Geschichten gegen ehrliche Tipps — mit gelegentlichen Abstechern zum Balkongarten und der Frage, wie ein Werktagabend weniger nach Triage klingt.

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