Er begann als Beau, entpuppte sich als ernsthafter Schauspieler und wurde schließlich selbst zum Synonym für den Hollywood-Actionfilm. Kaum jemand hat seine Karriere so klar und zielstrebig geführt wie Tom Cruise – und mit über 60 stürzt er sich noch immer selbst in die gefährlichsten Stunts.
Die Anfänge: ein talentierter Junge aus einfachen Verhältnissen
Cruise wuchs mit vielen Umzügen auf, seine Familie kämpfte mit finanziellen Sorgen. Zur Schauspielerei kam er eher zufällig – über eine Rolle in einem Schultheaterstück, bei dem sich zeigte, dass er ein echtes Talent hatte.
Anfang der Achtziger startete er mit kleineren Rollen, doch schon damals fiel er auf. Er hatte etwas Besonderes: eine Energie, die vor der Kamera fast sofort sichtbar wurde.
Der Durchbruch: „Lammbock der Erfolgreiche“ und „Top Gun“
Die eigentliche Wende brachte 1983 „Lambada – Ein gewagtes Spiel“ (im Original „Risky Business“), in dem er einen wohlhabenden Teenager spielt, der in Abwesenheit seiner Eltern in ein völlig unerwartetes Geschäft schlittert. Der Film machte den jungen Cruise auf einen Schlag sympathisch und aufregend zugleich.
Drei Jahre später kam „Top Gun“ – und ab da war klar: Hier war ein Star geboren. Das Kampfjet-Drama zählt bis heute zu den prägendsten Filmen der Achtziger. Und die Fortsetzung, „Top Gun: Maverick“, bewies Jahrzehnte später, dass seine Anziehungskraft kein bisschen verblasst ist.
Die Neunziger: als er zum ernsthaften Schauspieler reifte
Viele vergessen gern, dass Cruise nicht nur Actionheld ist, sondern auch zu großen dramatischen Leistungen fähig ist. In „Rain Man“, an der Seite von Dustin Hoffman, zeigte er, dass ihm emotionale Tiefe keineswegs fremd ist.
„Geboren am 4. Juli“ erzählte die Geschichte eines traumatisierten Vietnam-Veteranen – und brachte ihm eine Oscar-Nominierung ein. „Eine Frage der Ehre“ und danach „Jerry Maguire“ festigten seinen Ruf weiter. Für Letzteren wurde er erneut als bester Hauptdarsteller nominiert, und der berühmte Satz „Show me the money“ ist bis heute Teil der Popkultur.
Nur wenige konnten Starruhm und schauspielerische Ernsthaftigkeit so verbinden wie er in diesen Jahren.
Mutige Entscheidungen: Kubrick, Anderson und die dunkleren Rollen
Ende der Neunziger arbeitete Cruise mit Regisseuren, die ihn in eine völlig andere Richtung führten. In Stanley Kubricks letztem Film, „Eyes Wide Shut“, spielte er an der Seite von Nicole Kidman – seiner damaligen Ehefrau – ein zerrüttetes Paar.
In Paul Thomas Andersons „Magnolia“ verkörperte er einen Selbsthilfe-Guru. Diese Rolle gilt vielen als eine der besten seiner Karriere und brachte ihm eine weitere Oscar-Nominierung ein, diesmal als bester Nebendarsteller.
Die Actionhelden-Ära: „Mission: Impossible“
1996 startete die „Mission: Impossible“-Reihe, die seither zu Cruises bekanntesten Markenzeichen gehört. Die Figur Ethan Hunt gab ihm über Jahrzehnte die Möglichkeit zu beweisen, dass er auch in seinem Alter Stunts wagt, vor denen viele jüngere Schauspieler zurückschrecken würden.
Die Filme der Reihe wurden von Teil zu Teil größer und waghalsiger, und Cruise betonte immer wieder, wie sehr er echte Action ohne digitale Tricks liebt. Der bislang letzte Teil, „Mission: Impossible – The Final Reckoning“, kam 2025 in die Kinos.
Weitere unvergessliche Rollen
Auch die 2000er bereicherten seine Filmografie: In „Minority Report“ arbeitete er mit Steven Spielberg an einem Science-Fiction-Thriller über ein futuristisches System zur Verbrechensbekämpfung. In „Collateral“ spielte er einen seltenen Bösewicht – einen eiskalten Auftragskiller.
In dem epischen Historiendrama „Last Samurai“ verkörperte er einen amerikanischen Offizier, der auf die japanische Samuraikultur trifft. Und in „Tropic Thunder“ bewies er als selbstironisch überzeichneter Filmproduzent seinen Sinn für Humor.
Privatleben und der Schatten von Scientology
Cruises Privatleben spielte sich mindestens so sehr in der Öffentlichkeit ab wie seine Karriere. Seine drei Ehen – mit Mimi Rogers, Nicole Kidman und Katie Holmes – standen immer wieder im Zentrum der Boulevardpresse.
Auch sein Bekenntnis zur Scientology-Kirche sorgte oft für Diskussionen. Trotzdem blieb seine Karriere nahezu ungebrochen – und die große Mehrheit der Zuschauer beurteilt ihn bis heute vor allem nach seinen Filmen.
Heute: „Top Gun: Maverick“ und darüber hinaus
„Top Gun: Maverick“ wurde weltweit zum Riesenerfolg und gilt für viele als einer der Höhepunkte seiner Laufbahn. Der Film bewies, dass sein Glaube an klassische, für die große Leinwand gemachte Unterhaltung nicht unbegründet ist.
Er erhielt sechs Oscar-Nominierungen, darunter als bester Film – eine Kategorie, in der Cruise als Produzent unter den Nominierten war. Und auch in seinen Sechzigern besteht er darauf, die gefährlichsten Stunts selbst zu übernehmen.
Warum wurde Tom Cruise durch „Top Gun“ berühmt?
„Top Gun“ von 1986 machte ihn endgültig zum Star. Das Kampfjet-Drama zählt bis heute zu den prägendsten Filmen der Achtziger und legte den Grundstein für seine Karriere als Leinwandidol.
Hat Tom Cruise jemals einen Oscar gewonnen?
Er wurde mehrfach nominiert – unter anderem für „Geboren am 4. Juli“, „Jerry Maguire“ und „Magnolia“ –, gewonnen hat er in diesen Kategorien laut Artikel jedoch nicht.
Macht Tom Cruise seine Stunts wirklich selbst?
Ja. Cruise betont immer wieder seine Liebe zu echter Action ohne digitale Tricks und besteht auch in seinen Sechzigern darauf, die gefährlichsten Stunts selbst auszuführen.
Welche Rollen zeigen Tom Cruise abseits der Action?
Filme wie „Rain Man“, „Geboren am 4. Juli“, „Jerry Maguire“ und „Magnolia“ beweisen, dass er auch zu großen dramatischen Leistungen mit echter emotionaler Tiefe fähig ist.











