Irgendwann fällt der Satz: „Wir machen eine Tombola, das ist doch schnell organisiert.“ Und dann steht man drei Wochen später mit vier Kartons Spendenpreisen, einem Stapel Lose ohne System und einer Schlange von dreißig Kindern da, die alle gleichzeitig ziehen wollen. Eine Tombola ist keine komplizierte Sache, aber sie belohnt Vorbereitung wie kaum ein anderer Programmpunkt eines Fests. Wer die Reihenfolge kennt, braucht weniger Zeit und hat am Tag selbst tatsächlich Freude daran.
Zuerst der Zweck, dann alles andere
Bevor irgendjemand Preise sammelt, braucht es zwei Sätze auf Papier: Wofür ist der Erlös gedacht, und wie viel soll ungefähr zusammenkommen? Das klingt bürokratisch, ist aber der Hebel für alles Weitere. Ein konkretes Ziel – neue Bücher für die Leseecke, ein Zuschuss zur Klassenfahrt, Material für den Schulgarten – macht das Ansprechen von Spendern leichter, hilft beim Loszahl-Rechnen und beantwortet die Frage, die am Stand am häufigsten gestellt wird.
Klärt im gleichen Schritt die Formalien. Bei Tombolas mit Losverkauf gelten in Deutschland je nach Bundesland und Größe unterschiedliche Regeln; kleinere Verlosungen im Rahmen eines Vereins- oder Schulfests sind häufig anzeige- oder genehmigungspflichtig. Ein kurzer Anruf bei der Gemeinde oder dem zuständigen Ordnungsamt kostet zehn Minuten und nimmt euch die Unsicherheit. Wenn ein Träger oder Verein dahintersteht, weiß der Vorstand meist, wie es dort bisher gehandhabt wurde.
Preise sammeln, ohne zu betteln
Die wirksamste Methode ist ein knappes Anschreiben, das ihr überall gleich verwendet: Wer ihr seid, wofür der Erlös ist, wann das Fest stattfindet, bis wann ihr Sachspenden annehmen könnt, und wie ihr danken werdet – etwa mit einem Namensschild am Preistisch oder einem Aushang. Bringt es persönlich vorbei, das erhöht die Zusagen deutlich. Gut funktionieren Bäckereien, Buchhandlungen, Blumenläden, Friseure, Apotheken, Sportstudios und Handwerksbetriebe aus dem Viertel.
Parallel dazu bittet man Familien um Spenden, aber mit klaren Regeln, sonst bekommt man Dachbodenreste. Formuliert positiv: neu oder neuwertig, sauber, vollständig, bitte kein Spielzeug mit fehlenden Teilen, kein Lebensmittel mit kurzem Datum, kein Alkohol als Kinderpreis. Sortiert die Preise sofort beim Eingang in drei Kisten: Hauptpreise, mittlere Preise, Trostpreise. Was nicht passt, geht direkt weiter an eine Sammelstelle – nicht auf den Stapel „vielleicht doch“.
Das Lossystem, das Streit verhindert
Die einfachste Variante: Jeder Preis erhält einen Zettel mit einer Nummer, und für jede Nummer existiert genau ein Gewinnlos. Dazu kommen Nieten oder – viel beliebter – Trostpreise, sodass jedes Kind etwas bekommt. Rechnet lieber mit mehr Trostpreisen als nötig; nichts verdirbt die Stimmung so zuverlässig wie ein Kind, das mit leeren Händen vom Tisch geht.
Drei praktische Regeln haben sich bewährt. Erstens: Nummern doppelt notieren, einmal auf dem Preis und einmal in einer Liste, damit ein verlorener Zettel nicht zum Rätsel wird. Zweitens: Lose vorher falten und in eine Trommel oder einen großen, undurchsichtigen Behälter geben – Papiertüten reißen. Drittens: Hauptpreise nicht offen auf den Tisch, sondern sichtbar präsentieren, aber gesichert verwahren. Große Preise ziehen Aufmerksamkeit, und Aufmerksamkeit zieht Andrang.
Der Tag selbst: Schichten, Kasse, Ausgabe
Trennt Verkauf und Ausgabe räumlich. Eine Person verkauft Lose und nimmt Geld, eine zweite lässt ziehen, eine dritte sucht den Preis heraus. So entsteht keine Verstopfung, und die Kasse bleibt bei einer Person. Wechselgeld in kleinen Scheinen und Münzen vorbereiten, Preis pro Los einfach halten, ein sichtbares Schild mit Zweck und Preis aufstellen. Plant Schichten von höchstens 90 Minuten ein und schreibt Namen und Zeiten vorher fest – das spart am Festtag zwanzig Nachfragen.
Am Ende gehört zur Tombola noch ein letzter Schritt, den viele überspringen: Auszählen mit zwei Personen, Ergebnis notieren, Reste dokumentieren, und innerhalb der nächsten Woche allen Spendern kurz schreiben, was zusammengekommen ist. Das ist der Grund, warum euch im nächsten Jahr niemand die Tür zumacht.
Wie viele Lose brauche ich für eine Tombola?
Schätzt die Gästezahl und rechnet damit, dass ein Teil mehrere Lose kauft – Familien greifen oft gleich zu mehreren. Sicherer ist es, die Losmenge an der Zahl der Preise auszurichten: Für jeden Gewinn genau ein Gewinnlos, dazu genügend Trostpreise, damit am Nachmittag nicht plötzlich nur noch Nieten in der Trommel liegen.
Braucht eine Tombola eine Genehmigung?
Das hängt von Bundesland, Größe und Veranstalter ab, deshalb lässt sich das nicht pauschal beantworten. Fragt vor dem Losverkauf beim Ordnungsamt oder bei der Gemeinde nach, ob eine Anzeige oder Erlaubnis nötig ist – am besten schriftlich, dann habt ihr die Antwort auch für kommende Feste dokumentiert.











