Elegante Villen, Promenaden direkt am Wasser, kleine Dörfer, die sich an die Berghänge schmiegen, und überall dieses mediterrane Lebensgefühl. Der Comer See gehört nicht ohne Grund zu den beliebtesten Reisezielen Italiens.
Ich habe Ende Juni fünf Tage hier verbracht, mehrere Orte erkundet und unzählige Sehenswürdigkeiten gesehen. Und obwohl fast überall etwas Schönes wartete, haben sich fünf Orte sofort in mein Herz geschlichen – jeder aus einem ganz anderen Grund.
Darunter ein märchenhafter botanischer Garten, eine wild-romantische Schlucht, eine stimmungsvolle Seepromenade und ein Stadtviertel, in dem nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern auch das Essen bleibende Erinnerungen hinterlassen haben.
Wenn du gerade eine Reise an den Comer See planst oder einfach Ideen für deinen nächsten Italien-Trip sammelst, solltest du dir diese Orte unbedingt notieren.
1. Der Garten der Villa Cipressi – wo jeder Pfad wie eine Postkarte wirkt
Der Garten der Villa Cipressi ist schon auf den ersten Blick atemberaubend. Sorgfältig angelegte Terrassen, exotische Pflanzen, farbenprächtige Blumen und immer wieder dieser Blick auf den See – ich hatte das Gefühl, mitten in die Kulisse eines romantischen italienischen Films geraten zu sein.
Der bekannteste Punkt des Gartens ist zweifellos das ikonische Tor mit Blick auf den See, das in den sozialen Medien immer wieder auftaucht, wenn man nach Bildern vom Comer See sucht. Man sollte allerdings darauf gefasst sein, dass sich hier meist eine lange Schlange bildet. Als wir dort waren, achtete ein Sicherheitsmann darauf, dass niemand länger als drei Minuten am Tor verbrachte. So ging es zwar zügig voran, aber wir haben trotzdem rund eine halbe Stunde gewartet, um ein paar Fotos zu machen.
Das hat mich anfangs etwas aus dem Konzept gebracht, doch der Rest des Gartens hat für die Wartezeit mehr als entschädigt. Die meisten Besucher konzentrierten sich auf den berühmten Fotospot, also war es in den übrigen Bereichen deutlich ruhiger. Hier konnte man in aller Ruhe die besonderen Pflanzen, die gepflegten Wege und die über den See gebeugten Bäume bestaunen.
Auch mich hatte das berühmte Tor lange gereizt – aber am Ende waren es genau diese stilleren Ecken, die diesen Ort wirklich unvergesslich gemacht haben.
2. Der Garten der Villa Melzi – Eleganz, Ruhe und ein einzigartiges Panorama
Am Ufer des Comer Sees gibt es mehrere wunderschöne historische Gärten zu entdecken, doch der Garten der Villa Melzi ist mit seinem sorgsam angelegten Park und dem herrlichen Panorama besonders eindrucksvoll.
Den Garten konnte man in aller Ruhe erkunden, ohne Gedränge, sodass genug Zeit blieb, an schönen Details zu verweilen. Die Villa ist schon von außen ein beeindruckender Anblick, und von fast jedem Punkt aus öffnet sich ein traumhafter Blick auf den See und die umliegenden Berge.
Gepflegte Rasenflächen, riesige, Schatten spendende Bäume, Skulpturen und die Nähe zum Wasser schaffen zusammen eine ganz besondere Harmonie. Das ist einer dieser Orte, an denen man nicht gern in Eile ist. Man setzt sich lieber auf eine Bank, schaut aufs Wasser und genießt einfach den Moment.
3. Orrido di Nesso – eines der wildesten Naturwunder am Comer See
Der Orrido di Nesso zeigt eine ganz andere Seite des Comer Sees. Hier gibt es keine eleganten Gärten oder akkurat geschnittenen Hecken – stattdessen empfangen einen Felsen, ein Wasserfall und eine wild-romantische Landschaft.
Für den Anblick muss man ein wenig arbeiten, denn man muss etliche Stufen hinabsteigen. Aber jede einzelne davon lohnt sich. Je näher man dem Wasser kommt, desto magischer wird die Atmosphäre.
Das Zusammenspiel aus alter Steinbrücke, dem aus der Schlucht herabstürzenden Wasser und dem See ist ein geradezu zauberhafter Anblick. Mutige springen von der Brücke ins Wasser, man kann aber auch einfach eine Runde schwimmen oder sich auf die Stufen setzen und minutenlang die Landschaft genießen.
Meine liebste Erinnerung war dennoch eine unerwartete Begegnung. Ein wunderschöner Wasservogel kam ganz nah an uns heran, war überraschend zutraulich, und ich konnte ihn sogar streicheln. Dieser winzige Moment hat diesen ohnehin märchenhaften Ort noch besonderer gemacht.
4. Die Seepromenade von Varenna – wo selbst die Sommerhitze zum Erlebnis wird
Varenna ist für sich schon eines der zauberhaftesten Dörfer am Comer See, doch besonders in Erinnerung geblieben ist uns die Seepromenade, die am Hafen beginnt.
Schon der Weg selbst ist wunderschön – hinter jeder Kurve öffnet sich ein neues Panorama. Unterwegs sind wir auf ein gemütliches Café gestoßen, in dem wir himmlische Sandwiches und Getränke probiert haben – der perfekte Zwischenstopp bei einem Stadtbummel.
Nur ein paar Gehminuten weiter führen große Steinstufen direkt in den See hinein. In der Hitze Ende Juni war das ein echtes Geschenk. Wir sind einfach zum Wasser hinuntergegangen und haben uns hineingestürzt. Es gibt kaum einen schöneren Abschluss eines Spaziergangs in der Hitze als ein erfrischendes Bad im Comer See – mit Blick auf die Berge und die bunten Häuser am Ufer.
5. Die Altstadt von Como und der Dom – wo auch die Aromen im Gedächtnis bleiben
Die Stadt Como strahlt eine ganz andere Atmosphäre aus als die kleineren Orte am See. Lebendiger, quirliger, voller stimmungsvoller Gassen, Geschäfte und Restaurants.
Die größte Sehenswürdigkeit der Stadt ist natürlich der eindrucksvolle Dom, der schon von Weitem alle Blicke auf sich zieht. Es lohnt sich, auch Zeit für die Umgebung einzuplanen, denn in den kleinen Gassen warten zahlreiche großartige Restaurants auf die Besucher.
Während unserer Reise haben wir fast durchgehend italienisch gegessen, deshalb war es besonders spannend, als wir in Como ein hervorragendes libanesisches Restaurant entdeckt haben. Wir haben uns einmal aus der Welt der klassischen italienischen Aromen herausgewagt und fantastische Gerichte probiert.
Was mir der Comer See gegeben hat
Nach fünf Tagen hatte ich das Gefühl, dass der Comer See weit mehr ist als nur ein schönes Reiseziel. Hier treffen Natur, Geschichte, Kulinarik und italienisches Lebensgefühl in einer ganz besonderen Harmonie aufeinander. Jeder Ort hat seinen eigenen Charakter, jeder Spaziergang am Wasser hält etwas Neues bereit, und an fast jedem Aussichtspunkt beschleicht einen das Gefühl, dass man sich an diesem Anblick unmöglich sattsehen kann.
Wenn du dich einmal auf den Weg zum Comer See machst, solltest du nicht nur durch die bekanntesten Sehenswürdigkeiten hetzen. Nimm dir Zeit, dich auf eine Bank am Ufer zu setzen, die Pflanzen zu betrachten, einen Kaffee zu trinken, ins Wasser zu springen oder einfach den Wellen zuzuschauen. Für mich waren es genau diese ruhigen Momente, die den Comer See wirklich unvergesslich gemacht haben.
Wann ist die beste Reisezeit für den Comer See?
Wir waren Ende Juni dort, und die Hitze machte ein erfrischendes Bad im See zu einem echten Genuss. Der Sommer eignet sich also gut, wenn man die Kombination aus Sonne, Spaziergängen und Schwimmen sucht.
Muss man am Tor der Villa Cipressi wirklich lange anstehen?
Ja, am ikonischen Tor bildet sich meist eine Schlange – wir haben etwa eine halbe Stunde gewartet. Dafür ist es im Rest des Gartens deutlich ruhiger, und genau diese Ecken lohnen sich am meisten.
Ist der Orrido di Nesso auch für weniger sportliche Besucher geeignet?
Man muss etliche Stufen hinabsteigen, um zum Wasser und zur alten Steinbrücke zu gelangen. Der Weg ist etwas anstrengend, aber der Anblick von Wasserfall und Schlucht entschädigt für jede Mühe.
Kann man am Comer See auch schwimmen?
Ja, in Varenna führen große Steinstufen direkt in den See, wo man wunderbar baden kann. Auch beim Orrido di Nesso ist ein Sprung ins Wasser möglich.











