Wer im September einen erschwinglichen Griechenlandurlaub sucht, sollte den Blick von den üblichen Verdächtigen abwenden. Lemnos, eine vulkanische Insel im nördlichen Ägäischen Meer, ist noch immer weit weniger überlaufen als Santorini oder Kreta – und genau das macht sie gerade im September so attraktiv. Die Insel ist über Athen mit dem Flugzeug erreichbar, und auf der Strecke Athen–Lemnos sind derzeit für September Einwegtickets ab rund 57–78 Euro zu finden.
Lemnos ist kein Zufall aus der Tourismuslandkarte gefallen. Es gibt hier kein Mykonos-Nachtleben und keine dramatischen Sonnenuntergänge über Steilklippen. Was die Insel stattdessen bietet, ist ländliche Ruhe: im Wind wiegende Weizenfelder, traditionelle Dörfer und lange Sandstrände, die im September noch einmal deutlich ruhiger werden.
Warum September der beste Monat für Lemnos ist
Im Hochsommer zieht Lemnos vor allem griechische Urlauber und Wassersportbegeisterte an – die Insel gehört zu den windigsten Griechenlands und ist deshalb ein beliebtes Ziel für Windsurfer. Im September lässt die Hitze nach, das Meer bleibt aber angenehm warm: Die Wassertemperatur liegt im Schnitt bei etwa 23 °C. Dazu sinken die Unterkunftspreise gegenüber dem Hochsommer – wie stark, hängt vom jeweiligen Hotel und den genauen Reisedaten ab.
Myrina: das Herz der Insel
Die Inselhauptstadt Myrina liegt malerisch zu Füßen einer beeindruckenden historischen Burg, eingeklemmt zwischen zwei Buchten. Die Festung, die heute noch zu sehen ist, trägt die Spuren mehrerer Epochen: An ihrer Stelle stand bereits in der Antike eine Befestigungsanlage, die später von den Byzantinern ausgebaut und schließlich von den Venezianern sowie weiteren Herrschern umgestaltet wurde.
Die verwinkelten Gassen, der Hafen und die Tavernen machen Myrina auch abends zu einem lohnenswerten Aufenthalt. Die Strände Romeikos Gialos und Riha Nera sind sogar zu Fuß vom Stadtzentrum aus erreichbar – und ein Teil davon ist öffentlich zugänglich, sodass kein kostenpflichtiger Strandabschnitt nötig ist.
Wer einmal eine Stunde auf dem Pier sitzt und dem alltäglichen Treiben der Einheimischen im Hafen zuschaut, wird kaum glauben, dass er sich auf einer griechischen Insel befindet, die noch vergleichsweise unberührt vom Massentourismus ist.
Platy und Thanos: Strände, an denen der Sand golden leuchtet
Nur wenige Autominuten von Myrina entfernt liegt der Strand Platy – mit feinem, hellem Sand und flach abfallendem Wasser ideal für Familien. Wer eine wildere Kulisse bevorzugt, findet im Strand Thanos eine attraktive Alternative: Felsige Hügel rahmen die Bucht ein, das Wasser ist kristallklar.
Im September ist die Atmosphäre an beiden Stränden deutlich entspannter als im Hochsommer. Völlig menschenleer sollte man sie allerdings nicht erwarten: Lemnos ist auch im September ein beliebtes Ziel bei Strandliebhabern und Wassersportfans.
Moudros und die Spuren der Geschichte
Lemnos ist mehr als Sonne und Meer. Die Bucht von Moudros spielte im Ersten Weltkrieg eine bedeutende militärische Rolle: Britische und französische Streitkräfte nutzten die Insel während des Gallipoli-Feldzugs als Stützpunkt, und Moudros wurde zu einem der wichtigsten Zentren der alliierten Mittelmeerflotte. Auf der Insel befinden sich noch heute mehrere Militärfriedhöfe, die an diese Ereignisse erinnern.
Wer beim Urlaub auch die historischen Schichten eines Ortes erkunden möchte, findet hier neben dem Strand auch stille, nachdenklich stimmende Ausflugsziele.
Was kostet ein Urlaub auf Lemnos?
Lemnos ist von Athen aus bequem mit dem Flugzeug erreichbar, und im September werden die Tickets günstiger. Auf der Strecke Athen–Lemnos sind derzeit für September Einwegpreise ab rund 57–78 Euro zu finden – je nach Datum und Fluggesellschaft.
Auch bei den Unterkünften macht sich der Saisonrückgang bemerkbar: Eine Unterkunft auf Lemnos, die im August rund 250 Euro pro Nacht kostet, kann zwischen dem 11. und 30. September bereits für etwa 175 Euro pro Nacht verfügbar sein. Das zeigt, dass sich ein Urlaub nach der Hochsaison finanziell lohnen kann – auch wenn die genauen Preise je nach Unterkunft und Buchungszeitpunkt variieren.
Lemnos protzt nicht. Keine Luxusjachten, keine Strandbar-Meile, die bis zum Morgengrauen wummert. Stattdessen wartet eine Insel, die im September Sonnenschein, angenehmes Meerwasser und lange Sandstrände bietet – und das in einem Tempo, das man im Hochsommer auf den bekanntesten griechischen Inseln vergeblich sucht.
Wie kommt man am besten nach Lemnos?
Am schnellsten geht es mit einem Inlandsflug von Athen. Direkte Flüge gibt es auch ab Thessaloniki. Alternativ ist die Insel per Fähre erreichbar, die Überfahrt dauert jedoch deutlich länger.
Ist Lemnos auch für Familien mit Kindern geeignet?
Ja. Strände wie Platy überzeugen mit flachem, ruhigem Wasser und feinem Sand, was sie besonders familienfreundlich macht. Das entspannte Tempo der Insel kommt Familien mit kleinen Kindern zusätzlich entgegen.
Muss man auf Lemnos ein Auto mieten?
In Myrina selbst kommt man gut zu Fuß zurecht, und einige Strände sind von dort direkt erreichbar. Um die Insel vollständig zu erkunden und abgelegene Buchten oder Dörfer wie Moudros zu besuchen, ist ein Mietwagen oder Moped jedoch sehr empfehlenswert.
Wie voll sind die Strände auf Lemnos im September noch?
Deutlich ruhiger als im Juli und August, aber nicht verlassen. Vor allem Wassersportbegeisterte und Strandliebhaber sind im September noch auf der Insel. Wer Abgeschiedenheit sucht, findet sie am ehesten unter der Woche.











