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Dieser ungarische See ist wärmer als der Balaton – und fast niemand kennt ihn

Váradi Petra3 Min. Lesezeit
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Dieser ungarische See ist wärmer als der Balaton – und fast niemand kennt ihn — Freizeit
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Jeden Sommer verfolgt halb Ungarn die Wassertemperatur des Balaton und jubelt, sobald sie 24 oder 25 Grad erreicht. Dabei gibt es im Land einen See, in dem diese Werte kein Hitzerekord sind, sondern fast der Normalzustand.

Die Rede ist vom Gyopáros-See nahe der Stadt Orosháza. Sein Wasser wird von Quellen und Heilwasser gespeist – das bedeutet, dass es in den Sommermonaten regelmäßig zwischen 26 und 28 Grad liegt, manchmal sogar darüber.

Kein Tümpel im Nirgendwo, sondern ein echtes Seebad

Der Gyopáros-See ist alles andere als eine abgelegene Pfütze. Es handelt sich um ein gut ausgebautes, gepflegtes Seebad mit sandigen und grünen Uferabschnitten, Stegen und einer Sonnenterrasse.

Und doch: Fragt man zehn Menschen im Land, wissen neun mit dem Namen wahrscheinlich nichts anzufangen. Wer aber einmal hier war, ist oft überrascht, wie angenehm sich das Wasser schon im Frühsommer anfühlt – zu einer Zeit, in der der Balaton gerade erst lauwarm wird.

Der Grund liegt in der Herkunft des Wassers. Es handelt sich nicht um ein flaches, sich langsam erwärmendes stehendes Gewässer, sondern um quellgespeistes Wasser. Deshalb hängt die Temperatur längst nicht so stark von den Launen des Wetters ab wie bei einer großen, offenen Wasserfläche.

Das heißt auch: Selbst an trüben, kühleren Tagen bleibt das Baden angenehm – also genau dann, wenn man anderswo lieber am Ufer sitzt und aufs Wasser schaut, statt hineinzugehen.

Orosháza ist nicht nur für den See bekannt, sondern auch für sein Heilwasser

In der Stadt liefern mehrere Brunnen Thermalwasser, und dieses Wasser speist teilweise auch den Gyopáros-See – was die ungewöhnlich angenehme Temperatur erklärt. Die Einheimischen wissen das längst, und Badegäste, die den Ort kennen, kommen Sommer für Sommer gern zurück.

Trotzdem ist der See nie zu einem so bekannten Ziel geworden wie die berühmten Städte am Balaton. Genau das macht einen großen Teil seines Reizes aus.

Die Umgebung ist nicht überfüllt, es gibt keine vollgestopften Parkplätze und kein stundenlanges Schrittfahren vor dem Eingang, wie man es aus vielen beliebteren Badeorten in der Hochsaison kennt. Wer sich einen ruhigeren, entspannten Nachmittag am Wasser wünscht – und das bei wirklich angenehm warmem Wasser –, sollte diesen Weg einmal statt der gewohnten Ziele ausprobieren.

Entlang des Ufers gibt es kleine Imbisse, Eisdielen und Rastplätze, sodass sich problemlos ein ganzer Tagesausflug organisieren lässt – ohne stundenlang zu einem weiter entfernten See fahren zu müssen. Wer kann, sollte an einem Wochentag kommen: Dann ist das Bad noch weniger voll, und die Ruhe des Wassers kommt besonders gut zur Geltung.

Es hat etwas Kurioses: Während jeden Sommer unzählige Artikel über die Wassertemperatur des Balaton erscheinen, liegt nur ein paar Hundert Kilometer entfernt ein Ort, an dem sich diese Frage kaum stellt. Denn hier ist das Wasser fast von allein so warm, wie andere es sich nur wünschen.

Wo liegt der Gyopáros-See?

Der See befindet sich am Rand der Stadt Orosháza im Südosten Ungarns – nur wenige Hundert Kilometer vom Balaton entfernt.

Warum ist das Wasser hier so warm?

Der See wird von Quellen und Heilwasser gespeist. Dadurch liegt die Temperatur im Sommer regelmäßig bei 26 bis 28 Grad und hängt weniger vom Wetter ab als bei großen, offenen Gewässern.

Kann man auch an kühleren Tagen baden?

Ja. Da das Wasser quellgespeist ist, bleibt es auch an trüben oder kühleren Tagen angenehm warm – anders als bei einem flachen, stehenden Gewässer.

Wann lohnt sich ein Besuch am meisten?

Am besten unter der Woche, wenn das Bad weniger voll ist und die Ruhe des Wassers besonders zur Geltung kommt. Kleine Imbisse und Eisdielen am Ufer machen einen ganzen Tagesausflug problemlos möglich.

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