Der Bogen ist die höflichste Geste, die du kennst
Hunde gehen von Natur aus nicht schnurgerade aufeinander zu. Sie beschreiben einen Bogen, verlangsamen, schnüffeln scheinbar beiläufig am Boden. Auf schmalen Gehwegen nehmen wir ihnen diese Möglichkeit weg – deshalb lohnt es sich, aktiv Raum zu schaffen: einen Schritt auf die Straßenseite, zwischen zwei parkende Autos, in eine Einfahrt. Wer früh ausweicht, wirkt nicht ängstlich, sondern souverän.
Hilfreich ist auch, nicht jede Begegnung zur Kontaktaufnahme zu machen. Viele Hunde brauchen gar kein Hallo, sie brauchen nur die Erfahrung, dass sie entspannt vorbeigehen dürfen. Wenn doch geschnuppert wird: wenige Sekunden reichen, danach freundlich weitergehen, bevor die Stimmung kippt. Und wenn dir jemand "Der will nur spielen" zuruft, während sein Hund ungebremst heranstürmt, darfst du klar und ohne Entschuldigung sagen: "Meiner möchte das gerade nicht, bitte nimm ihn zu dir."
Die Signale, bei denen du den Abstand vergrößerst
Lange bevor es laut wird, gibt es sichtbare Hinweise. Ein erstarrter Körper, ein hoch getragener, steif wedelnder Rutenansatz, angehaltener Atem, der Blick, der nicht mehr weggeht – das sind Momente, in denen man nicht abwartet, sondern den Abstand vergrößert. Genauso bei deinem eigenen Hund: Wenn er sich hinter deine Beine schiebt, den Kopf abwendet, hektisch schnüffelt oder über die Lefzen leckt, sagt er dir, dass ihm die Situation zu viel ist. Diese Signale ernst zu nehmen, ist der beste Schutz vor einer Eskalation.





