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Ich stelle keinen Wecker mehr und trinke meinen Kaffee auf dem Sofa. Das ist meine neue Therapie

Deborah Keller4 Min. Lesezeit
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Ich stelle keinen Wecker mehr und trinke meinen Kaffee auf dem Sofa. Das ist meine neue Therapie — Lebensstil
In diesem Artikel

Ich war nie ein Morgenmensch. Früh aufzustehen fiel mir nie leicht. Wenn es sein musste, bin ich natürlich aufgestanden – zur Schule, zur Arbeit – aber selten fühlte ich mich wirklich ausgeruht. Der Wecker war eher ein Angriff als ein Startschuss. Meine Morgen begannen hektisch und angespannt.

Heute starten meine Morgen ganz anders. Eine kleine, bewusste Entscheidung hat alles verändert. Die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, gab mir die Chance, mein morgendliches Drehbuch neu zu schreiben – und mein Kaffee, mein Sofa und diese paar ruhigen Minuten wurden meine besten Verbündeten.

Früh aufstehen – nie meine Stärke

Schon als Kind bewunderte ich die Menschen, die lächelnd und voller Energie aus dem Bett sprangen. Für mich war das immer ein Kampf. Als Schülerin mochte ich das Aufstehen morgens nicht, und als Erwachsene wurde es nicht besser.

Der Klang meines Weckers wirkte immer aggressiv. Egal, ob ich 7–8 Stunden geschlafen hatte, ich fühlte mich nie wirklich erholt. Oft verließ ich das Haus, ohne richtig wach zu sein. Mein erster Kaffee war eher eine Überlebensstrategie als Genuss.

Homeoffice – die Chance zum Entschleunigen

Als das Homeoffice in mein Leben kam, begann sich etwas zu verändern. Zunächst musste ich nirgendwo mehr hetzen. Mein Telefonwecker klingelte nicht mehr laut und ständig. Immer öfter wachte ich von selbst auf, und obwohl das Aufstehen noch schwerfiel, war da nicht mehr dieses bedrückende Gefühl von „Ich hätte längst losmüssen“.

Der größte Wandel kam jedoch, als ich begann, mir bewusst eine eigene Morgenroutine zu schaffen. Eine, die nicht von Leistung oder Produktivität handelt, sondern von mir. Davon, wie ich in meinem Tag präsent sein möchte.

Frühstück – nicht mehr nur schnell, sondern verdient

Frau bereitet gesundes Frühstück zu: Joghurt zu Chia-Pudding mit Granola hinzufügen

Früher fiel es mir oft erst Stunden nach dem Aufwachen ein, dass ich noch nichts gegessen hatte, obwohl ich Frühstück immer mochte. Der erste Bissen war oft ein hastig gegessener Keks oder Müsliriegel, den ich schon am Schreibtisch kaute. Heute ist das anders.

Ich starte meinen Tag jetzt mit einem großen Glas Wasser und bereite mir dann ein richtiges Frühstück zu. Etwas, das mich wirklich nährt. Vielleicht eine Schale Granola mit frischem Obst oder ein Omelett, das zu meiner gluten-, milch- und eifrei angepassten Ernährung passt. Wichtig ist, dass ich mir Zeit nehme – und damit auch für mich selbst, was schon eine kleine Therapie ist.

Kaffee auf dem Sofa – mein ganz eigener Moment

Der Höhepunkt meines Morgens ist inzwischen der Kaffee. Aber nicht mehr wie früher. Er ist nicht nur ein Mittel, um wach zu bleiben, sondern ein Ritual.

Ich bereite ihn frisch zu, meist mit Mandelmilch, die den Geschmack sanfter und cremiger macht. Dann setze ich mich aufs Sofa, kuschle mich in eine Decke und genieße einfach meinen Kaffee. Manchmal schweige ich, manchmal läuft leise Musik oder ich schalte den Fernseher an. Manchmal denke ich über meinen Tag nach, manchmal versuche ich, an nichts zu denken. Diese etwa zehn Minuten gehören nur mir. Kein Stress, keine Erwartungen. Nur ich, die Stille und eine Tasse Kaffee.

Wahrheit ist: Diese zehn Minuten verändern für mich manchmal alles. Nicht dramatisch oder sichtbar, aber gerade genug, damit mein Tag besser startet. Ruhiger, klarer, ausgeglichener.

Matcha Latte: Nachmittagsgenuss in anderer Stimmung

Matcha Latte Art in Eichhörnchenform auf Holztisch mit grünem Teepulver und Teeutensilien, japanischer Stil

Obwohl Kaffee mein Morgenstar ist, möchte ich nicht verschweigen, dass Matcha Latte auch zu meinen Favoriten gehört. Besonders nachmittags, wenn ich schon etwas müder bin, aber noch einiges zu erledigen habe. Er hilft mir sanft, wach zu bleiben – wie eine leise, liebevolle Ermutigung. Mit seiner grünen Farbe und dem besonderen Geschmack kann er jeden Nachmittag verschönern.

Langsame Morgen sind für mich kein Luxus mehr

Früher traute ich mich wohl auch deshalb nicht, langsamer zu machen, weil ich dachte, Langsamkeit sei ein Zeichen von Schwäche. Dass man immer in Bewegung sein muss, sonst verpasst man etwas. Heute weiß ich: Das stimmt nicht. Langsame Morgen bedeuten nicht unbedingt Faulheit, sondern können auch Selbstfürsorge sein.

Du verdienst deine eigenen Morgenmomente

Wenn du jetzt auch darüber nachdenkst, dir eine friedliche Morgenroutine zu schaffen, möchte ich dich nur ermutigen. Sie muss nicht so aussehen wie meine. Vielleicht ist es für dich der morgendliche Lauf, den du wirklich brauchst. Oder etwas Yoga. Vielleicht ein Spaziergang mit deinem Hund oder ein paar Seiten in einem Buch zu lesen.

Das Wichtigste ist dasselbe: Nimm dir eine Minute Zeit, bevor du loslegst. Denn wenn du dir einen langsamen Start erlaubst, wird der Tag leichter. Es wird einfacher, präsent zu sein. Es wird einfacher, gut zu sein – und manchmal ist genau das genug.

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