Der Balkon im November ist ein trauriger Ort: braune Geranienstängel, ein Topf mit Wasserrand, die Gießkanne halb voll und vergessen. Die meisten von uns räumen jetzt zusammen, stellen die Kästen gestapelt in die Ecke und machen die Tür zu bis März. Das ist verständlich – und ein bisschen schade. Denn die wichtigste Arbeit für das nächste Frühjahr passiert in den nächsten zwei, drei Wochen, solange die Erde noch nicht durchgefroren ist. Und sie dauert keine Stunde.
Warum der späte Winter die kritische Zeit ist
Wenn im Mai alles blüht, ist der Tisch für Insekten reich gedeckt. Eng wird es an den ersten milden Tagen im Februar und März: Dann fliegen Hummelköniginnen und einzelne Wildbienen aus, hungrig nach der Überwinterung, und finden in vielen Innenstädten vor allem gemähten Rasen und noch kahle Beete. Ein Balkonkasten mit frühen Blüten ist in dieser Lücke mehr wert als drei Sommerkästen. Wichtig ist dabei nur eines: Die Blüten müssen offen und einfach gebaut sein. Üppig gefüllte Züchtungen sehen beeindruckend aus, haben aber oft kaum erreichbare Staubgefäße – für ein Insekt ist das ein Schaufenster ohne Tür.
Die Zwiebeln, die jetzt noch in den Topf dürfen
Solange du mit der Handschaufel noch in die Erde kommst, kannst du setzen. Besonders verlässlich früh sind Krokusse in den schlichten, wilden Sorten, Winterlinge, Schneeglöckchen, Blausterne und Traubenhyazinthen. Später schließen Wildtulpen und Zierlauch an, sodass die Blütenfolge nicht abreißt. Kaufe lieber viele kleine Zwiebeln als wenige große: Ein Topf mit zwanzig Krokussen wirkt im Februar wie ein Lichtfleck, drei einzelne Zwiebeln sehen nach Versehen aus.






