Es gibt diesen einen Samstag im Oktober, an dem der Balkon dran ist. Verblühtes raus, Töpfe stapeln, Kübel in die Ecke, alles glatt und ordentlich für den Winter. Ich habe das jahrelang so gemacht und mich im April gewundert, warum es bei mir deutlich stiller blieb als bei der Nachbarin, deren Balkon im Winter aussah wie ein kleines Durcheinander. Inzwischen weiß ich: Das Durcheinander war der Punkt.
Aufräumen ist der größte Eingriff – und der leiseste
Viele Wildbienen, Schwebfliegen und Florfliegen überwintern nicht als fertiges Insekt, sondern als Ei, Larve oder Puppe – in hohlen Pflanzenstängeln, in trockenen Blütenständen, unter Laub, in Ritzen. Wenn im Oktober alles bodeneben abgeschnitten und der Grünschnitt entsorgt wird, wandert genau diese nächste Generation mit in die Tonne. Dem Balkon sieht man das nicht an, dem Frühjahr schon.
Die einfachste Maßnahme kostet dich also nichts außer Zurückhaltung: Stauden, Gräser und verblühte Doldenblütler stehen lassen und erst im Frühjahr schneiden, wenn es mehrere Tage spürbar wärmer ist. Was du unbedingt wegräumen willst, weil es wirklich matschig ist, legst du nicht in die Biotonne, sondern für ein paar Monate in eine Ecke, in eine flache Kiste oder in einen leeren Topf hinter dem Pflanzkübel. Das reicht oft schon.






