Es gibt Orte, die man kaum kennt – und die genau deshalb besonders sind. Das Terme Lendava im östlichen Slowenien ist so ein Ort. Nur wenige Kilometer von der ungarischen Grenze entfernt entspringt hier ein Thermalwasser, das in ganz Slowenien einzigartig ist: grünlich schimmernd, reich an Paraffin und über 800 Meter tief aus der Erde geholt. Im Herbst, wenn die Luft kühl wird und der Dampf über den warmen Becken aufsteigt, entfaltet dieses Bad einen ganz besonderen Zauber.
Wie aus einer Ölbohrung ein Thermalbad wurde
Die Geschichte des Wassers beginnt 1965 in der Nähe des Ortes Petišovci, unweit von Lendava. Damals suchten Geologen nach Erdöl – und stießen in 822 Metern Tiefe auf heißes Wasser statt auf Öl. Spätere Analysen zeigten: Es handelt sich um fossiles Natrium-Hydrogenkarbonat-Mineralwasser mit einem ungewöhnlich hohen Paraffingehalt. An der Quelle hat das Wasser eine Temperatur von 62 °C.
Genau dieses Paraffin verleiht dem Wasser seine charakteristische grünliche Färbung – und macht es zu etwas, das man in keinem anderen slowenischen Thermalbad findet. Am 19. März 1981 wurde das Wasser offiziell als natürliches Heilwasser anerkannt, seitdem ist Lendava ein offiziell anerkannter Kurort.
Im Herbst zeigt sich das Bad von seiner schönsten Seite
Das Terme Lendava ist natürlich das ganze Jahr geöffnet – aber wer schon einmal im Herbst in einem Thermalbad gesessen hat, weiß: Das ist ein ganz anderes Erlebnis als im Sommer. Wenn die Luft kalt ist und das Wasser warm, bildet sich über den Becken ein dichter Dampf, der die Atmosphäre geradezu magisch macht.
Das Zusammenspiel aus kühler Herbstluft und dampfendem Thermalwasser schafft eine Stimmung, die man im Hochsommer schlicht nicht bekommt – ein echtes Argument für einen Ausflug gerade jetzt.
Die Beckenauswahl ist vielfältig: Das natürliche Grozd-Becken, gefüllt mit dem grünlichen Paraffinwasser, hat eine angenehme Temperatur von 36–38 °C. Das Geysir-Becken liegt im selben Bereich, das Ganzjahresbecken bietet etwas kühlere 34–36 °C.
Ein Becken mit besonderer Regelung
Wer mit Familie oder zum ersten Mal anreist, sollte eine Besonderheit kennen: Das natürliche Grozd-Becken wird vom 15. September bis zum 15. Mai als FKK-Becken geführt. Das ist gut zu wissen, bevor man spontan mit Kindern auftaucht.
Der Rest der Anlage ist klassisch aufgebaut: Innen- und Außenbecken, ein Kinderbecken, Wellness-Bereiche und Saunen stehen zur Verfügung. Wer länger bleiben möchte, findet direkt am Gelände ein Hotel, Apartmentwohnungen und einen Campingplatz.
Warum das Wasser wirklich besonders ist
Der hohe Paraffingehalt ist nicht nur ein Marketingversprechen – er ist chemisch nachweisbar und verleiht dem Wasser seine unverwechselbare Zusammensetzung. Das Bad setzt das Wasser gezielt für therapeutische und rehabilitative Zwecke ein, etwa bei Erkrankungen des Bewegungsapparates und bestimmten Hautproblemen.
Das bedeutet nicht, dass ein Thermalbad alle Beschwerden heilt. Aber wer nach einem Wasser sucht, das sich von den üblichen Thermalbädern wirklich unterscheidet, findet hier etwas Echtes – kein inszenierter Wellness-Glamour, sondern ein Wasser mit Geschichte und nachgewiesener Wirkung.
Nah gelegen, kaum bekannt – und genau das ist der Reiz
Lendava liegt im östlichsten Zipfel Sloweniens, direkt an der Grenze zu Ungarn und Österreich – und ist damit auch aus Österreich oder Süddeutschland gut erreichbar. Wer ein langes Herbstwochenende plant oder einfach einen entspannten Tagesausflug sucht, hat hier eine Option, die kaum auf den üblichen Reiselisten auftaucht.
Das Terme Lendava ist kein riesiger Aquapark mit Dutzenden Rutschen und neonbeleuchteter Showkulisse. Es ist ein ruhiges, authentisches Thermalbad mit einem Wasser, das man so anderswo nicht findet. Wer statt Trubel lieber besonderes Thermalwasser, Freiluftbaden und eine entspannte Atmosphäre sucht, sollte Lendava auf die Liste setzen – am besten noch vor dem Winter.
Vor der Abreise lohnt es sich, die aktuellen Öffnungszeiten der Becken und mögliche saisonale Änderungen direkt beim Bad zu prüfen.
Was macht das Wasser von Lendava so besonders?
Das Thermalwasser enthält einen ungewöhnlich hohen Paraffingehalt, der ihm eine grünliche Farbe und eine einzigartige chemische Zusammensetzung verleiht. In Slowenien gibt es kein vergleichbares Wasser.
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Besuch?
Das Bad ist ganzjährig geöffnet, aber besonders im Herbst und Winter entfalten die Außenbecken ihren vollen Reiz: Der Dampf über dem warmen Wasser in kühler Luft schafft eine Atmosphäre, die im Sommer so nicht möglich ist.
Muss man das FKK-Becken nutzen?
Nein. Das Grozd-Becken wird zwar zwischen dem 15. September und dem 15. Mai als Naturistenbecken geführt, aber die Anlage bietet zahlreiche weitere Becken, die ohne FKK-Regel zugänglich sind.
Gibt es Übernachtungsmöglichkeiten direkt am Bad?
Ja. Zum Komplex gehören ein Hotel, Apartmentwohnungen und ein Campingplatz – ideal für einen entspannten Wellness-Kurzurlaub.











