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Diese 4 Dinge helfen mir immer in aktiven depressiven Phasen

Schuster Borka4 Min. Lesezeit
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Diese 4 Dinge helfen mir immer in aktiven depressiven Phasen — Gesundheit
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Es gibt Tage, an denen ich voller Energie bin. Dann fühle ich mich unaufhaltsam, die Welt steckt voller Chancen, und jede Idee scheint umsetzbar. Es fällt leicht, sich zu verbinden, kreativ zu sein und präsent zu bleiben.

Und dann gibt es Tage, an denen es sich anfühlt, als wäre ich in einem Einmachglas eingeschlossen. Ich sehe die Welt, höre die Geräusche, spüre das Leben – aber ich kann mich nicht wirklich verbinden. Es ist, als trennt eine durchsichtige Wand alles von mir. Das Dasein fühlt sich dann stumpf, langsam und schwer an.

Deshalb habe ich an meinen guten Tagen ein Set an Werkzeugen zusammengestellt, die ich mir wie einen Rettungsring zuwerfe, von denen mein klar denkender, realistischer Verstand weiß, dass sie helfen – auch wenn mein pessimistischer, schmerzgeplagter Geist das kaum glauben will.

Wichtig zu sagen: Klinische Depression ist ein ernstzunehmender, oft lebensbedrohlicher Zustand. Er erfordert Therapie und oft auch medikamentöse Behandlung.

Was ich hier beschreibe, ersetzt keinesfalls professionelle Hilfe. Es sind kleine, alltägliche Werkzeuge, die mir helfen, mich ein Stück besser zu fühlen – oder zumindest an einen Punkt zu kommen, an dem ich um Unterstützung bitten kann.

Meditation (auch wenn ich daran zweifle)

Ich bin ein ziemlich sachlicher Mensch. Ich mag Daten, Beweise, messbare Dinge. Wenn es mir schlecht geht, wird mein Zweifel noch stärker: „Was soll es bringen, einfach nur still zu sitzen?“.

Deshalb fällt es mir schwer, mich zu motivieren. Aber wenn ich es schaffe, wirkt es überraschend oft. Ich suche keine spirituelle Erfahrung, sondern Struktur. Ich setze mir zehn Minuten, in denen ich nur auf meinen Atem achte und versuche, ihn zu verlangsamen. Manchmal mache ich einfache Atemübungen: vier Sekunden einatmen, vier Sekunden halten, vier Sekunden ausatmen.

Diese Übung vertreibt die dunklen Gedanken nicht, aber danach öffnet sich wie ein kleiner Spalt im Einmachglas, durch den ich Luft bekomme.

Frau meditiert mit Kopfhörern

Bad und Lichter

Das klingt vielleicht kindisch, aber es hilft mir: ein dunkles Badezimmer, eine Wanne mit warmem Wasser und eine günstige Galaxienlampe, die langsam bunte Lichter an die Wand wirft.

Wenn mich das Wasser umhüllt und die Lichter sanft über die Fliesen tanzen, spüre ich ein seltsames, uraltes Gefühl von Sicherheit. Es ist, als käme ich zurück in einen weichen, geschützten Raum. Als würde ich im Mutterleib schweben.

In depressiven Phasen fühle ich mich oft gleichzeitig ausgeliefert und überreizt.

Das Bad ist für mich eine kontrollierte Reizumgebung. Warm, dunkel, still. Kein Leistungsdruck, keine Reaktion, kein Antworten – einfach nur Sein. So fühle ich mich manchmal wie ein Marathonläufer, der endlich Pause machen darf.

Frau sitzt in der Badewanne

Gespräche – ohne Ratschläge

Wenn möglich, ist das Gespräch mit einem Profi die beste Wahl. Aber manchmal ist das nicht sofort erreichbar. Dann tut ein Freund gut.

Nicht jemand, der sofort die Situation reparieren oder mir sagen will, was ich tun soll. Sondern ein Freund, der still sein und zuhören kann.

Wenn das Gefühl des Einmachglases stark ist, ist der schwerste Schritt, sich zu verbinden. Jemanden anzurufen. Zu sagen: „Mir geht es gerade nicht gut.“ Wenn das gelingt, bewegt sich oft etwas Kleines. Es löst nicht alles, aber ich sitze nicht mehr allein im Glas – und das kann Welten bedeuten.

Freundinnen unterhalten sich in einem kleinen Café

Bewegung, aber mit minimalen Erwartungen

Ich habe einen eingespielten Trainingsplan. Ich mag Struktur, Fortschritt und abgehakte Einheiten. An depressiven Tagen scheint es fast unmöglich, dem Plan zu folgen.

Dann setze ich die Messlatte niedriger und sage mir, dass es an diesem Tag schon ein Erfolg ist, wenn ich vom Sofa aufstehe. Statt dem üblichen Krafttraining versuche ich dann eine langsame, angenehme Yogaeinheit mit vor allem Dehnübungen, nicht länger als zehn Minuten.

Das Ziel ist nicht Erschöpfung, sondern mein Körpergefühl zurückzugewinnen. Zu spüren: Der Boden ist unter mir. Meine Muskeln sind da. Meine Lunge kann noch Luft füllen.

Oft reicht das schon, damit ich mich weniger fühle, als wäre mein Körper von meinem Geist abgespalten. Diese Rückverbindung ist manchmal der erste Schritt zurück in die Welt.

Frau macht Yoga

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