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Diese Frage bekomme ich am häufigsten, seit ich kein Fleisch mehr esse

Szabó Erzsébet4 Min. Lesezeit
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Diese Frage bekomme ich am häufigsten, seit ich kein Fleisch mehr esse — Gesundheit
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Sie steckt voller Neugier, Überraschung, manchmal einem kleinen Schutzreflex – und oft tief verwurzelten kulturellen Mustern: die Vorstellung, dass Essen ohne Fleisch arm, unvollständig oder einfach „nicht echt“ ist. Mir ist aufgefallen, wie tief diese Idee in unserer Kultur verankert ist, dass ein Leben ohne Fleisch so ist, als würde man ohne Gewürze kochen – vielleicht möglich, aber wozu?

Für mich fehlt nicht nur der Geschmack: In den letzten 9 Jahren ist das Essen auf pflanzlicher Basis so selbstverständlich geworden, dass ich manchmal vergesse, wie es war, anders zu kochen und zu essen.

Ekel beginnt nicht dort, wo man denkt

Das klingt vielleicht seltsam, aber meine Antwort basiert nicht nur auf meinen eigenen Erfahrungen, sondern auch auf einer spannenden wissenschaftlichen Grundlage. Wir wissen schon lange, dass Geschmack und Essgewohnheiten nicht nur von Kultur, Religion oder Soziologie abhängen, sondern auch von der Biologie. Warum Menschen bestimmte Lebensmittel ablehnen – sei es Rosenkohl oder Fleisch – verstehen wir jetzt immer besser.

Eine aktuelle Studie (Disgust and distaste – Differential mechanisms for the rejection of plant- and animal-source foods) zeigt, dass wir Fleisch oft nicht ablehnen, weil es uns nicht schmeckt, sondern weil es Ekel auslöst – einen tiefen, instinktiven Ekel, der mit Verschmutzung verbunden ist. Das ist nicht das „Igitt, zu fettig“-Gefühl, sondern der Ekel, den der Anblick von verdorbenem Fleisch hervorruft. Der Körper warnt: „Iss das nicht, es ist gefährlich!“

Interessant, oder? Während pflanzliche Lebensmittel meist aus geschmacklichen Gründen abgelehnt werden – wegen Textur, Bitterkeit oder ungewöhnlicher Konsistenz –, erleben viele Vegetarier und Veganer Fleisch eher als „Verunreinigung“, etwas, das man besser meidet. Obwohl ich persönlich keinen solchen Ekel empfinde, begann meine Distanz zum Fleisch schon lange vor dem letzten Jahrzehnt.

Vegane Lebensstil-Fragen

Das berühmte Brassói mit viel Erbsen

In meiner Kindheit hieß es bei uns oft, wenn man mich eine Woche in den Gemüsegarten sperren würde, würde ich nicht abnehmen, sondern eher ein paar Kilos zulegen. Ich liebte Gemüse und Obst – den Duft frischer Tomaten, weiche Pfirsiche, knackige Gurken und wie die Schote von Saubohnen zwischen meinen Fingern platzte. Ich erinnere mich, dass ich als Erwachsener beim Kochen von Brassói immer mehr Erbsen als Fleisch verwendete. Damals wusste ich noch nicht, warum, aber ich fühlte: So schmeckt es mir besser, so ist es natürlicher.

Ich habe nicht von heute auf morgen auf eine pflanzliche Ernährung umgestellt, aber genau das war mein Weg. Zuerst ließ ich Milchprodukte weg, dann Fleisch, schließlich Eier – bis zu dem Moment, an dem ich einfach keine Fragen mehr hatte: Ich hatte gefunden, wonach ich gesucht hatte!

Eine Ernährung, die nicht einschränkt, sondern befreit

Viele glauben, ohne Fleisch zu essen bedeutet Verzicht und Verlust. Bei mir war es genau andersherum. Die pflanzliche Ernährung öffnete eine neue Welt in meiner Küche. Früher kochte ich immer wieder dieselben langweiligen Gerichte. Seit ich diesen Lebensstil lebe, experimentiere ich viel mehr, entdecke neue Zutaten, verwende unzählige Gewürze und meine Gerichte sind geschmacklich, farblich und duftend viel vielfältiger. Kochen wurde für mich wieder eine kreative Freude – und wenn ich saisonale Gerichte ganz oder teilweise aus meinem eigenen Garten zubereite, ist das echtes Glück.

Ich sehe Essen mit anderen Augen

In den letzten Jahren haben sich nicht nur meine Rezepte verändert, sondern auch meine Einstellung zum Essen. Es interessiert mich nicht nur, was auf meinem Teller landet, sondern auch, woher es kommt, wie es meinem Körper guttut und welche Geschichte es erzählt. Heute könnte ich nichts mehr mit gutem Gewissen essen, das auf dem Leid eines Lebewesens beruht. Das sage ich nicht aus moralischer Überheblichkeit, sondern aus einfacher Menschlichkeit und Sensibilität. Es stört mich meist nicht, wenn andere Fleisch essen, aber manchmal wird mir übel, und dann sage ich mir einfach: Ich habe gelernt, mich davon zu lösen.

Ich dachte, es würde schwerfallen, bestimmte Geschmäcker und Erlebnisse loszulassen – doch stattdessen sind neue Favoriten, neue Rituale und eine viel bewusstere Verbindung zwischen meinem Teller und mir entstanden.

Heute frage ich mich nicht mehr, „was ich nicht esse“, sondern wie ich aus den Zutaten das Beste herausholen kann – im Geschmack, in der Nährstoffdichte und im Erlebnis. Viele fragen noch ungläubig, „wie man so leben kann“, aber ich lächle dann nur. Ich weiß, dass ich keine Diskussionen brauche – es reicht zu zeigen, dass dieser Weg glücklich, lecker, kreativ und gesund macht. Das inspiriert viel mehr als Überzeugungsarbeit.

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