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Ich spreche aus Erfahrung: So merkst du, dass du beim falschen Therapeuten bist

Schuster Borka4 Min. Lesezeit
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Ich spreche aus Erfahrung: So merkst du, dass du beim falschen Therapeuten bist — Lebensstil
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In den letzten Jahren hat sich zum Glück etwas verändert: Sich Hilfe zu holen gilt nicht mehr als Schwäche. Immer mehr Menschen gehen zur Therapie, ohne erst einen totalen Zusammenbruch abzuwarten. Der Gedanke, dass man manchmal feststeckt und dann professionelle Unterstützung braucht, wird endlich normaler.

Was dabei aber viel zu selten gesagt wird: Nicht jeder Therapeut wird der Richtige für dich sein. Das ist wichtig – denn viele Menschen erleben eine schlechte erste Erfahrung und verlieren dadurch den Glauben an Therapie insgesamt. Als würde daraus automatisch folgen: „Psychologie bringt nichts" oder „Mir kann sowieso niemand helfen." Dabei ist die Wahrheit viel differenzierter.

Ich spreche aus eigener Erfahrung: Manchmal muss man mehrere Therapeuten ausprobieren, bevor man jemanden findet, mit dem die Zusammenarbeit wirklich funktioniert.

Das bedeutet nicht zwingend, dass die vorherige Fachkraft schlecht war. Obwohl man ehrlich sein muss: Auch in diesem Beruf gibt es weniger kompetente Menschen. Ein Diplom allein sagt nichts darüber aus, ob jemand aufmerksam, up-to-date und wirklich in der Lage ist, andere durch schwierige Lebensphasen zu begleiten.

Wenn du das Gefühl hast, nicht wirklich gehört zu werden

Eines der deutlichsten Warnsignale ist, wenn du spürst, dass dein Therapeut dir eigentlich gar nicht richtig zuhört. Damit meine ich nicht, dass er mal nachfragt oder etwas missversteht – das ist menschlich. Ich meine das Gefühl, dass du Sitzung für Sitzung von vorne anfängst. Wenn wichtige Details vergessen werden, Geschichten durcheinandergebracht werden oder die Person schlicht nicht wirklich präsent wirkt.

Aufmerksamkeit ist das Fundament jeder Therapie. Fehlt sie, lässt sich kaum Vertrauen aufbauen.

Was mir selbst wichtig geworden ist: In einer guten Therapie gibt es so etwas wie eine gemeinsame Richtung. Kein starres Programm – aber das Gefühl, ungefähr zu verstehen, woran man gerade arbeitet und warum. Ein guter Therapeut hilft dir, Ziele zu formulieren, und hat eine Vorstellung davon, wie man sich diesen Zielen nähern kann.

Ich war selbst bei jemandem, bei dem ich nach Monaten immer noch nicht wusste, was eigentlich passiert. Ich redete, er hörte zu, nickte manchmal – und ich ging jedes Mal frustrierter nach Hause, weil wir uns im Kreis zu drehen schienen. Damals dachte ich, der Fehler liege bei mir. Heute weiß ich: Ich hätte das Recht gehabt zu fragen – wohin führt das eigentlich?

Die menschliche Ebene zählt mehr, als du denkst

Etwas, worüber kaum gesprochen wird: Die Beziehung zwischen Therapeut und Klient ist auch eine sehr menschliche Beziehung. Keine Freundschaft – das ist klar. Aber die persönliche Dynamik spielt eine echte Rolle. Jemand kann ein hervorragender Fachmann sein, und trotzdem passt ihr einfach nicht zusammen.

Manche Menschen brauchen einen strukturierten, konkreten Ansatz. Andere profitieren mehr von offenen, freieren Gesprächen. Die einen wollen alles tief analysieren, die anderen suchen praktische Werkzeuge für den Alltag. Dazu kommt: Therapeuten haben unterschiedliche Schwerpunkte. Wer exzellent mit Angststörungen arbeitet, ist nicht automatisch die beste Wahl für Traumaverarbeitung oder Beziehungsprobleme.

Menschen sind verschieden – und deshalb funktionieren therapeutische Methoden nicht für alle gleich. Und dann gibt es noch diesen schwer greifbaren Faktor: Glaubst du, dass du dich dieser Person mit der Zeit wirklich öffnen kannst? Das lässt sich oft nicht rational begründen. Es gibt Menschen, zu denen wir eine Verbindung spüren – und andere, bei denen das einfach nicht entsteht.

Ich kann noch so gut wissen, dass mein Therapeut fachlich kompetent ist – wenn ich jede Sitzung angespannt dasitze, meine Gedanken zurückhalte und mich ständig unverstanden fühle, bringt das wenig. Vertrauen entsteht nicht auf Befehl. Und wenn es nicht entsteht, ist das kein persönliches Versagen.

Du darfst den Therapeuten wechseln – wirklich

Viele Menschen bleiben in einer Therapie, die nicht funktioniert, weil sie Angst haben zu wechseln. Weil es sich unangenehm anfühlt zu sagen: „Danke, aber ich glaube, wir können nicht gut zusammenarbeiten." Dabei ist das eine völlig legitime Entscheidung.

Und falls du dir Sorgen machst, dass dein Therapeut verletzt reagiert: Er wird es nicht. Und wenn doch – dann ist das das deutlichste Zeichen, dass er nicht die richtige Person für dich ist.

Eine Therapie soll dir helfen. Wenn sie das nicht tut, hast du nicht nur das Recht, sondern allen Grund der Welt, dir jemand anderen zu suchen.

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