Obwohl ich noch keine 30 bin, habe ich oft gespürt, dass ich mit mir selbst nicht zufrieden bin. Nicht, weil ich starkes Übergewicht gehabt hätte – darum ging es nie. Vielmehr ist es dieses bekannte, für viele Frauen schmerzhafte Gefühl, wenn man sich einfach nicht wohl in seiner Haut fühlt. Wenn man im Spiegel nicht das sieht, was man sich wünscht, und die Gedanken ständig um ein paar „weniger Kilos" kreisen.
Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe: für mich ist das sture Abnehmen nicht die Lösung. Die echte Veränderung begann, als ich meinen Fokus verlagerte – weg von den Kilos hin zum Wohlbefinden.

Die Erkenntnis, die alles veränderte
Ich wurde mir bewusst, dass, wenn mein Ziel ist, energiegeladener, ausgeglichener und gesünder zu sein, mein Körper sich wahrscheinlich ganz natürlich verändern wird. Aber nicht durch Zwang oder Selbstvorwürfe, sondern viel freundlicher.
Als gluten- und milcheiweißsensible Person achte ich seit Jahren genau darauf, was auf meinen Teller kommt. Doch frei von diesen Stoffen zu essen heißt leider nicht automatisch, dass das Essen auch nährstoffreich ist. Zum Beispiel sind viele klassische Chips zwar glutenfrei gekennzeichnet, und bei pflanzlichen Getränken gibt es viele zuckerhaltige und mit Zusatzstoffen versehene Varianten. Auch wenn sie in meine strenge, aus gesundheitlichen Gründen notwendige Diät passen und „frei von“ sind, werden sie dadurch nicht automatisch „gesund".
Der wirkliche Durchbruch kam für mich, als ich nicht mehr suchte, was ich nicht essen darf oder was mir kein schlechtes Gewissen macht, sondern was meinen Körper wirklich unterstützt.

Gemüse, Suppen und die Kraft der Einfachheit
Ich begann bewusst, viel mehr Gemüse in meine Ernährung einzubauen und wähle bei glutenfreien Backwaren und Nudeln oft Varianten auf Gemüse-, Vollkornreis-, Kichererbsen- oder Hirsebasis. Diese schmecken mir viel besser als die rein stärkehaltigen, mais- oder zuckerreichen Versionen.
Die Bedeutung der Flüssigkeitszufuhr habe ich ebenfalls an mir selbst erfahren. Heute achte ich darauf, genügend Wasser zu trinken, das ich mit naturbelassenem Grüntee und Suppen ergänze. Keine Woche vergeht, ohne dass ich mehrere Suppen koche, oft auch eine lange gekochte, gemüsereiche Brühe. Mein Tag beginnt fast immer mit einem großen Glas Wasser, manchmal mit frisch gepresster Zitrone.

Bewusste, aber genussvolle Mahlzeiten
Mir ist wichtig, nach dem großen Glas Wasser mit einem nährstoffreichen Frühstück in den Tag zu starten und bei den anderen Mahlzeiten ebenfalls bewusst zu essen, ohne auf leckere Aromen zu verzichten. Ich liebe einfache, aber sättigende Gerichte: Zum Beispiel selbstgemachte Tortillas, die ich mit Gemüse, naturbelassenem Thunfisch und Dill-Kokosjoghurt fülle. Ebenso ein großer Favorit ist vegane Pasta mit Pesto.
Ich lasse mich viel von der mediterranen Ernährung inspirieren, koche aber auch oft ungarische Gerichte in reformierter Variante. Für mich ist diese Art zu essen keine Einschränkung mehr, sondern Fürsorge.
Bewegung, die keine Strafe ist
Bewegung gehört für mein Wohlbefinden unbedingt dazu. Es gab Zeiten, in denen ich mich schwer dazu motivieren konnte, heute ist sie ein ganz natürlicher Teil meines Alltags. Ich versuche, jeden Tag zu spazieren, so viel Zeit wie möglich in der Natur zu verbringen, wandern zu gehen oder einfach mit meinem kleinen Hund in der Nähe unterwegs zu sein. Zu Hause trainiere ich derzeit meist auf dem Heimtrainer oder mache Gymnastik – nicht weil ich „muss“, sondern weil es mir gut tut.

Kleine Freuden, große Wirkung
Für mich gehören zum Wohlbefinden auch kleine tägliche Freuden: zum Beispiel ein zuckerfreier Mandelmilch-Kaffee oder mein großer Favorit, Matcha Latte, den ich mit Mandel- oder Kokosmilch zubereite. Ebenso wichtig sind soziale Aktivitäten, Kino, Theater, gemeinsame Zeit – denn seelisches Gleichgewicht zählt genauso viel wie körperliches.
Wenn dein Körper endlich mit dir zusammenarbeitet
Seit ich nicht mehr das Abnehmen zum Ziel habe, sondern mich in meiner Haut wohlfühlen möchte, ist etwas ganz Besonderes passiert: Ich fühle mich wirklich gut. Ich bin energiegeladener, gesünder, und mein Körper dankt die Fürsorge.
Das ist wohl die wichtigste Erkenntnis für mich: Wenn wir nicht gegen uns selbst kämpfen, sondern mit unserem Körper zusammenarbeiten, geschehen die schönsten Veränderungen. Nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich.











