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Darum habe ich alle Diättrends im Januar ausgelassen – und fühle mich freier als je zuvor

Deborah Keller4 Min. Lesezeit
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Darum habe ich alle Diättrends im Januar ausgelassen – und fühle mich freier als je zuvor — Gesundheit
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Anfang Januar begegnen uns fast unvermeidlich die „Jetzt oder nie“-Versprechen. Detox-Kuren, Kilos verlieren, strenge Regeln, 30-Tage-Challenges – als müsste man in den ersten Wochen des Jahres alles neu starten, vor allem sich selbst. Lange Zeit bin ich diesem Strom gefolgt. Ich dachte, das neue Jahr kann nur gut beginnen, wenn ich anders starte – mit weniger Kilos, weniger Schuldgefühlen und mehr Selbstdisziplin.

Dieses Jahr habe ich mich bewusst dagegen entschieden. Ich habe am 1. Januar keine Diät begonnen. Keine Kalorienzähler-App runtergeladen, keine Versprechen an die Waage gemacht. Und vielleicht ist es nicht überraschend, dass ich mich jetzt freier fühle als je zuvor.

Die Schattenseite der Neujahrsvorsätze

Früher hatte auch ich Neujahrsvorsätze, oft rund ums Abnehmen. Obwohl ich nie ernsthafte Gewichtsprobleme hatte, gab es immer wieder „ein paar Kilos zu viel“, die ich loswerden wollte – zumindest dachte ich das damals so. Am ersten Januartag startete ich voller Elan eine strenge Diät, motiviert und mit vielen Plänen.

Das Problem war, dass die Motivation selten lange anhielt. Wenn ich müde wurde oder einfach Lust auf etwas Komfortableres hatte, kam das schlechte Gewissen. Ein bekanntes Muster: Strenge, dann Aufgeben, schließlich Selbstvorwürfe. Heute weiß ich, dass das keine Schwäche von mir war, sondern Teil eines von vornherein nicht nachhaltigen Systems.

Als mein Körper mich lehrte, besser hinzuhören

Anfang meiner Zwanziger stellte sich heraus, dass ich gluten- und milchempfindlich bin und einige andere Lebensmittel aus meiner Ernährung streichen musste. Das war anfangs eine große Herausforderung, rückblickend aber ein Wendepunkt. Ich musste bewusster essen, auf Zutaten achten und beobachten, wie mein Körper reagiert.

Als Journalistin half es mir sehr, mit vielen Expert:innen zu sprechen: Ernährungsberater:innen, Ärzt:innen, Psycholog:innen. Es wurde immer klarer, dass Gesundheit kein kurzfristiges Projekt ist, sondern aus kleinen, täglichen Entscheidungen besteht.

Gesundes Frühstück mit Haferflocken, Himbeeren und Honig

Ich bestrafe mich nicht mehr wegen Essen

Heute ist es nicht mehr mein Ziel, irgendeinem Diättrend zu folgen – weder im Januar noch im restlichen Jahr. Das heißt nicht, dass alle Diätansätze sinnlos sind – viele funktionieren für manche Menschen. Ich strebe inzwischen viel mehr einen ausgewogenen, langfristig lebbaren Lebensstil an. Ich will mich nicht bestrafen, wenn ich mal einen glutenfreien Burger mit Pommes esse.

Ich habe auch gelernt, dass Burger und Pizza gesundheitsbewusster zubereitet werden können und dass ein Salat unglaublich bunt, nährstoffreich und lecker sein kann – alles andere als langweilig. Essen ist für mich heute keine Strafe oder Belohnung mehr, sondern Energiequelle und Freude.

Junge Frau genießt einen großen, käsigen glutenfreien Burger

Bewegung, die auflädt – nicht erschöpft

Meine Einstellung zur Bewegung hat sich ebenfalls stark gewandelt. Ich denke nicht mehr in Trainingsplänen oder Pflichtleistungen, sondern suche Bewegung, die mir guttut. Ich gehe viel spazieren, fahre Rad, verbringe Zeit in der Natur und liebe es zu wandern.

Bewegung ist für mich heute keine Pflicht mehr, etwas „abzuarbeiten“, sondern eine Chance zum Abschalten und Auftanken.

Neue Ziele, neuer Fokus

Strenge Vorsätze habe ich heute kaum noch. Stattdessen setze ich mir kleinere, realistische Ziele: besser auf meine Flüssigkeitszufuhr achten, genug schlafen, mir Zeit für mich und mentale Erholung nehmen.

Erlebnisse sind mir ebenfalls wichtig geworden. Jedes Jahr versuche ich, neue schöne Orte zu entdecken – sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Ich wandere viel, aber ich reise auch gern. Kein Wunder, dass ich mittlerweile zu meinem Geburtstag eher Erlebnisse statt Dinge wünsche: gemeinsame Reisen, Erinnerungen, Geschichten.

Frau wandert in den Bergen

Ich fange nicht neu an, ich bin einfach präsent

Dieser Perspektivwechsel geschah nicht über Nacht, aber das Ergebnis ist klar: Ich fühle mich viel wohler in meiner Haut – körperlich und mental. Weniger Druck, mehr Akzeptanz und Freude im Alltag.

Vielleicht klingt das nicht revolutionär, aber für mich war es eine wichtige Erkenntnis: Ich muss nicht jeden Januar ein neuer Mensch werden. Es reicht, wenn ich das ganze Jahr über auf mich achte.

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Barbara Weber