Was du einfach liegen lassen darfst
Das Schönste an insektenfreundlichen Balkonen ist, dass ein Teil der Arbeit aus Nichtstun besteht. Lass verblühte Stauden mit ihren hohlen Stängeln stehen, statt sie bodeneben abzuschneiden: In solchen Halmen überwintern kleine Insekten. Laub, das sich in einer Ecke sammelt, ist kein Schmutz, sondern Winterquartier und Frostschutz zugleich – zusammengeschoben in einen alten Topf macht es auf einem ordentlichen Balkon trotzdem einen aufgeräumten Eindruck. Was wirklich weg muss, ist nur matschiges, verpilztes Material, das an gesunden Pflanzenteilen klebt.
Kann ich Blumenzwiebeln im November überhaupt noch setzen?
Ja, solange der Boden beziehungsweise die Topferde nicht gefroren ist und die Zwiebeln fest und schimmelfrei sind. Sie brauchen anschließend ohnehin eine längere Kälteperiode, um im Frühjahr zu treiben – spät gesetzte Zwiebeln blühen manchmal ein paar Tage später, aber sie blühen. Was nicht funktioniert, ist das Aufheben bis zum Frühjahr: Im warmen Keller trocknen die Zwiebeln aus und sind im März nichts mehr wert.
Brauchen Insekten auf einem kleinen Balkon überhaupt etwas von mir?
Ein einzelner Kasten rettet keine Art, aber er ist eine Tankstelle in einer Stadt, in der die Wege zwischen Futterquellen lang sind. Gerade im dritten Stock lohnt es sich: Wildbienen und Hummeln fliegen höher, als viele denken, und nehmen offene Blüten verlässlich an. Dazu eine flache Schale mit Wasser und ein paar Steinen als Landeplatz – mehr braucht es nicht, um aus zwei Quadratmetern Beton etwas Nützliches zu machen.










