Und eine ungeschriebene Regel: Erwachsene spielen ernsthaft. Absichtlich verlieren merken Kinder sofort, und es nimmt dem Ganzen die Luft. Lieber das Handicap härter machen und dann wirklich kämpfen.
Was tun, wenn mein Kind nicht verlieren kann?
Verlieren lernt man nicht durch Verlieren allein, sondern durch viele kleine, folgenlose Niederlagen in einer Umgebung, in der danach nichts Schlimmes passiert. Hilfreich ist, das Ergebnis sofort zu entdramatisieren: kurz benennen, was gut lief ("Du warst bei den letzten drei Klammern schneller als ich"), dann direkt in die nächste Runde gehen. Wenn die Tränen trotzdem kommen, ist das kein Scheitern des Abends – eine Pause mit Tee und ein ehrliches "Das ärgert dich gerade richtig, oder?" bringt mehr als jede Erklärung über Fairness.
Wie lange sollte so ein Duell-Abend dauern?
Vierzig Minuten sind erstaunlich oft das Maximum, bevor die Stimmung kippt, bei jüngeren Kindern eher zwanzig. Besser früh aufhören, solange alle noch gute Laune haben, als die letzte Runde zu erzwingen. Genau dieses frühe Ende sorgt dafür, dass beim nächsten trüben Sonntag jemand von selbst fragt, ob wir nicht wieder antreten – und damit ist aus einer Notlösung gegen Langeweile ein kleines Familienritual geworden.









