Die Kräuter sortieren – und zwar ehrlich
Basilikum ist eine Sommerliebe und bleibt es. Man kann es hereinholen, aber es wird selten schön; sinnvoller ist, den Rest zu Pesto zu verarbeiten oder die Blätter portionsweise einzufrieren. Petersilie und Schnittlauch bleiben dagegen gern draußen, an einer geschützten Wandseite, und treiben im Frühjahr wieder. Rosmarin, Salbei und Thymian überstehen den Winter im Topf, wenn sie zwei Dinge bekommen: einen windgeschützten Platz an der Hauswand und einen Schutz gegen Durchfrieren – Jute, Vlies oder eine Lage Laub um den Topf, nicht über die Pflanze.
Minze macht es einem am leichtesten: zurückschneiden, Topf in eine Ecke, vergessen, im April wieder da. Und Schnittlauch darf man ruhig abernten und einfrieren, er kommt zuverlässig zurück.
Muss ich meine Kräuter im Herbst zurückschneiden?
Weiche, krautige Pflanzen wie Petersilie oder Minze kannst du beherzt abernten, das schadet ihnen nicht. Bei verholzenden Kräutern wie Rosmarin, Lavendel und Thymian ist der Herbst dagegen der falsche Moment für einen kräftigen Schnitt: Die frischen Schnittstellen treiben noch einmal an und frieren dann zurück. Nimm jetzt nur ab, was du zum Kochen brauchst, und schneide die Pflanze richtig im Frühjahr in Form, wenn der Neuaustrieb beginnt.
Welche Pflanzen kann ich im Winter auf der Fensterbank weiterziehen?
Am dankbarsten sind schnelle Blattgeschichten: Kresse, Senfsaat und Radieschensprossen auf einem hellen Küchenfenster, dazu Schnittlauch, den du im Topf hereinholst und regelmäßig abschneidest. Auch nachgezogene Frühlingszwiebeln – einfach die Wurzelenden in Wasser oder Erde stellen – liefern über Wochen grünes Beiwerk. Lass die Erwartungen an große Ernten aber niedrig: Im Winter fehlt nicht die Wärme, sondern das Licht, und ohne Licht wächst alles lang, dünn und blass.










